Sonstiges
Marvin Fuchs
20.02.2022

Restaurator im Zimmererhandwerk 2021: Das Resümee

Nun ist es geschafft, zwölf Wochen Kurs liegen hinter uns und die Prüfungen sind abgelegt, der gesamte Kurs hat diese bestanden und so dürfen wir uns jetzt offiziell "Restauratoren im Zimmererhandwerk" nennen. Was ich in dieser Weiterbildung so gelernt habe, wie es bei mir persönlich jetzt weitergeht und ein kleiner Blick voraus auf die zukünftige Ausbildung der Restauratoren gibt’s in diesem abschließendem Resümee in Kurzfassung.
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Kunst- und Kulturgeschichte 

Ein Thema was mich besonders begeistert hat war die Kunst- und Kulturgeschichte, anfangs dachte ich mir, dass das sicher ziemlich langweilig wird, aber durch die Dozentin in Biberach und den Unterricht bin ich da immer interessierter geworden. Wenn man jetzt mal einen Ausflug macht geht man mit ganz anderen Blicken durch Städte, plötzlich fallen einem die griechischen Säulenordnungen an jeder Ecke in die Augen und die Begleitungen werden mit Fachbegriffen genervt. Gerade im Rückblick auf die Griechen und Römer entsteht schnell eine Begeisterung für deren Bauweisen, Architektur und Infrastruktur. Vieles was in Mittelalter wieder vergessen war wurde dort schon vor Jahrhunderten zur Selbstverständlichkeit.

Bewusstsein für das Handwerk gestärkt 

Für mich am Schönsten war das Auseinandersetzten mit den historischen Handwerkstechniken, den Werkzeugen, der Flößerei und der Kunst mit welchen Mitteln unsere Vorfahren solche Häuser gebaut haben, die teilweise schon 700-800 Jahre stehen. Dieser Stolz in einem Beruf mit solch einer langen Geschichte und Tradition zu arbeiten, das ist was ganz besonderes. Das bekommt man in sehr wenigen Berufen und ist für mich um einiges mehr Wert als jedes Geld der Welt.

Ausblick auf die zukünftige Ausbildung ab 2023 

Der Restaurator wird in Zukunft eine Stufe über dem Meister eingeordnet, im DQR 7. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (kurz: DQR) ordnet die Abschlüsse im Bildungssystem ein, dabei befindet sich beispielsweise ein akademischer Bachelor auf Stufe 6, auf dieser Stufe wird auch der Meistertitel eingeordnet. Darüber befindet sich dann ein Master Abschluss, und diesem wird in Zukunft der Restaurator gleichgestellt.

Dafür muss der Kurs um einiges ausführlicher werden, dabei sprechen wir von etwa der doppelten Stundenzahl. Zudem sollen Praxiserfahrungen nötig werden. Das alles ist nach außen hin noch nicht final durchgeplant, in diesem Jahr laufen aktuell die letzten Kurse nach der alten Prüfungsordnung. Ab 2023 gibt’s dann die neuen Kurse. Um hier genauer drauf eingehen zu können, wird es in den nächsten Wochen nochmal einen Artikel mit Informationen aus erster Hand geben, nämlich von Sebastian Schmäh (Holzbau Schmäh), dem Vorsitzenden des Verbandes der Restauratoren im Zimmererhandwerk e.V..

Fazit

Im mittlerweile schnelllebigen Berufsleben vieler Zimmerer nimmt die Automatisierung immer mehr Einzug und auf kurz oder lang entwickelt sich das Berufsbild, gerade im Neubau, zum  Montagearbeiter. Aber dafür habe ich diesen Beruf nicht gelernt. Deshalb war für mich von Anfang an klar, dagegen muss ich für mich etwas machen. Schon immer haben mich alte Fachwerkgebäude begeistert, vor allem wenn man sieht, wie lange diese schon an Ort und Stelle stehen, welche Kunst unserer Vorfahren darin steckt und was diese Häuser uns alles übermitteln können. Ich kann diese Weiterbildung nur empfehlen, ich war rundum zufrieden mit dem was mir in Biberach geboten wurde und so kann ich mich jetzt „Geprüfter Restaurator im Zimmererhandwerk“ nennen! Aktuell bin ich nochmal am Kompetenzzentrum Holzbau in Biberach zur Sachkunde-Ausbildung für Holzschutz, im Sommer setzte ich mich im Ahrtal ganz ausführlich mit dem Lehmbau auseinander und mache die Weiterbildung zur Fachkraft für Lehmbau und dann kommt dieses Jahr wohl noch ein großer Schritt auf mich zu - aber dazu später mehr!

Einen ausführlichen Bericht von mir zu diesem Thema findet ihr schon bald im neuen "Zimmerer-Treffpunkt: Das Magazin". 

Hier gibts die gesamte Reihe der Beiträge über den Restauratoren-Kurs:

  1. Teil I: Einer der letzten Kurse seiner Art
  2. Teil II: Von den alten Griechen bis zum Lehmbau
  3. Teil III: Traditionelle Handwerkskunst
  4. Teil IV: Esslingen, einen Besuch wert!
  5. Teil V: Endspurt!

 

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