Restaurator im Zimmererhandwerk 2021: Einer der letzten Kurse seiner Art
Warum die Fortbildung zum Restaurator?
Im mittlerweile schnelllebigen Berufsleben vieler Zimmerer nimmt die Automatisierung immer mehr Einzug und auf kurz oder lang entwickelt sich das Berufsbild, gerade im Neubau, zum Montagearbeiter. Aber dafür habe ich diesen Beruf nicht gelernt, deshalb war für mich von Anfang an klar, dagegen muss ich was machen. Schon immer haben mich alte Fachwerkgebäude begeistert, vor allem wenn man sieht wie lange diese schon an Ort und Stelle stehen, welche Kunst unserer Vorfahren darin steckt und was diese Häuser uns alles übermitteln können. Wir haben schon einiges an Fachwerk mit der Firma saniert, natürlich immer nach bestem Gewissen, allerdings hat mir das nicht gereicht. Ich wollte einfach mehr wissen, wissen wie man es richtig professionell macht, inklusive Dokumentation etc.
Das alles hat mich dann auf den Kurs zum Restaurator im Zimmererhandwerk gebracht. Ursprünglich war der Plan, diesen Kurs direkt an den Meister in Kassel zu hängen, doch dort ist er wegen zu geringer Anmeldezahlen leider ins Wasser gefallen. Nun geht’s nach Biberach, zwar mit knapp 400km pro Weg, also 800 km pro Woche, nicht gerade um die Ecke, aber nach den ersten zwei Wochen bin ich mir bereits sicher: Das lohnt sich! Der erste Eindruck vom Kompetenzzentrum hier, den Dozenten und vor allem auch der schönen Stadt passt. Nun geht es insgesamt 12 Wochen, jeweils von Mittwoch bis Samstag dorthin.
In Zukunft mehr akademische Inhalte
Das ist der wahrscheinlich vorletzte Kurs seiner Art, seit vielen Jahren werden nach diesem Prinzip mehrere hunderte Restauratoren ausgebildet, damit soll im nächsten Jahr Schluss sein. Der Kurs wird wohl im Bezug auf die Stundenzahl mindestens verdoppelt, es wird um einiges akademischer und weniger praktisch, Ziel der ganzen Sache: Anpassung des Kurses an das akademische Master-Niveau nach DQR 7. Kann man jetzt von halten was man will, die Restauratoren sind zum großen Teil sehr abgeneigt, aber diese Entscheidung kommt aus der Politik. Ich bin froh den Kurs jetzt noch so machen zu können, wie er es immer war.
Soviel erstmal zur Einführung, was genau der Kurs inhaltlich zu bieten hat, worum es so geht und was danach anstehen soll, erfahrt ihr in den weiteren Teilen dieses kleinen Blogs. Wer noch weiteres Interesse an dem Thema hat, kann sich hier meinen Beitrag über den Verband der Restauratoren im Zimmererhandwerk mit Interview mit dessen Vorsitzendem Sebastian Schmäh anschauen.
Der nächste Beitrag ist für 03. Oktober geplant: Restauratorenkurs: Vom antiken Griechenland bis zum Lehmbau!
Weitere Informationen findet ihr hier:
