Update: Vom Fachkräftemangel in die mögliche Kurzarbeit
Dachdeckerhandwerk mit 9% Umsatzeinbruch
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. hat vor ein paar Tagen eine Pressemitteilung veröffentlicht. In dieser geht es um Verzögerungen und Stopps auf Baustellen und einen Umsatzeinbruch von ca. neun Prozent. Teilweise gibt es mittlerweile äquivalent zur gesamte Marktsituation auch Probleme bei Photovoltaik-Anlagen, die Wartezeite steigt demnach auf teils mehr als 12 Monate.
„Die Stimmung der Betriebsinhaber hat sich im Laufe des Jahres verständlicher Weise weiter eingetrübt: Hier spielen vor allem die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs eine große Rolle: Die schon im letzten Jahr spürbare Verknappung wichtiger Baumaterialien hat sich weiter verschärft. Dazu machen die erheblichen Preissteigerungen sowie Unsicherheiten bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Lage unseren Betrieben zu schaffen“, kommentiert ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx die Situation. Zudem weißt er auf die politischen Folgen hin, denn neben dem Wohnungsbau sind auch Sanierungen stark betroffen: „Wird weniger saniert, ist dies eine ernste Gefahr für das Erreichen der Klimaziele, denn eine deutliche Zunahme der Maßnahmen bei der energetischen Gebäudesanierung ist dafür unabdingbar.“
Diese Probleme sorgen für einen Umsatzeinbruch von neun Prozent im Dachdeckerhandwerk. Durch steigende Material- und Erngiepreise und deren Auswirkungen wird das Wachstum der Branche aus den letzten vier sehr positiven Jahren wieder etwas gedämpft. Positiv erwähnt der ZVDH die Insolvenzquote im Dachdeckerhandwerk, diese liegt 2021 mit 91 Insolvenzeröffnungsverfahren (0,6 %) trotz allem seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau.
Kalkulation kaum noch möglich
Die gesamte Bau-Branche wird seit Monaten stark ausgebremst. Dafür zuständig sind vor allem Lieferengpässe und steigende Preise, die sich fast täglich ändern. Die DPA berichtet zuletzt von einer Umfrage der Fachgemeinschaft Bau in Berlin und Brandenburg, wonach vier von fünf Bauunternehmen eine „seriöse Kalkulation nicht mehr für möglich halten.“
Etwas aufgefangen wird das durch die Bereitschaft vieler Bauherren, vor allem aus dem privaten Bereich, die bestehenden Verträge nachträglich anzupassen oder direkt Preisgleitklauseln zu vereinbaren. Trotzdem führt die Situation zu einer unsicheren Auftragslage, die schlechter ausfällt als zu erwarten war. Der Bau-Boom ist stark ausdämpft worden, nach einer Ifo-Umfrage gibt es 7,5 Prozent Auftragsstornierungen im Hochbau, 54,2 Prozent der Betriebe sind von Lieferengpässen betroffen, das sind Höchstwerte seit 1991.
Vom Fachkräftemangel zur drohenden Kurzarbeit
Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, sieht dadurch große Probleme beim Thema Personal und Mitarbeiter: „Die Situation ist absurd. Vor Wochen hat die Branche noch händeringend um Arbeitskräfte geworben, heute müssen wir uns Gedanken machen, wie wir die halten, die wir haben. Wir stellen uns darauf ein, dass Unternehmen bald Kurzarbeit anmelden müssen.“
Es bleibt also spannend. Kommentiert doch gerne mal, inwiefern ihr betroffen seid. Bekommt ihr noch Material, wie ist die Auftragslage?
Hier findet ihr nochmal die ersten Beiträge zu diesem Thema und weiterführende Informationen:
- Teil I: Aktuelle Lage am Markt - Erlass zur Preisanpassung
Zusammenfassung der aktuellen Situation - Teil II: Materialengpässe – Auswirkungen Dachhandwerk
In dieser Fortsetzung geht es um die konkreten Auswirkungen der westlichen Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise auf das Dachhandwerk. Dazu haben wir auch mit den Vertretern von Holzbau Baden-Württemberg und dem Zentralverband des Dachdeckerhandwerks gesprochen, um euch bestmöglich informieren zu können. - Pressemitteilung Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V.
Dachdeckerhandwerk: Trübe Aussichten trotz guter Auftragslage

Ich hoffe nicht das die Krise weiter negative Auswirkungen auf unsere Branche hat….
Die größten Schwierigkeiten haben wir momentan das die Gewerke vor uns (z.B. Maurer) nicht genügend Material haben. Oder auch das Baustellen die erst Spätsommer/Herbst geplant waren bereits jetzt fertig sind da andere Baustellen sich verschieben. Planung ist da momentan leider sehr schwer.
Das Größte Problem bei der Materiallieferung ist bei uns Zurzeit die Dachziegel. Sogar Bei Dachsteinen fängt es an, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommt. Trotzdem haben wir früh genug angefangen zu planen sodass wir bisher noch keine größeren Probleme hatten.
Gott sei Dank.
Ich hoffe für uns alle das wir gut durch das Jahr kommen .
Sonnige Grüße
Görgen Eric