Zurück von der Walz: Wandergeselle Christian´s Heimkehr
Christian Ranz – Wer steckt dahinter?
Für alle die Christian nicht kennen, haben wir das Wichtigste noch einmal kurz zusammengefasst. Er ist mittlerweile 27 Jahre alt und kommt von der Schwäbischen Alb. Christian beschreibt sich selbst, als ein Mensch der für Tradition, Neugier, Abenteuer und Gemeinschaft steht, da war nicht auszuschließen, dass er nach seiner Ausbildung beschloss auf Wanderschaft zu gehen. In seiner Zeit als Wandergeselle war er in über 14 Ländern unterwegs. Viele Länder, viele Erfahrungen und viele Eindrücke. Da kommt eine Menge zusammen.
Schönste Erfahrung auf der Walz
Bei der Frage nach seinem schönsten Moment auf der Walz, wusste Christian gar nicht, wo er anfangen soll mit dem Erzählen. Die unbegrenzte Freiheit, die vielen Möglichkeiten, was Reisen und Arbeiten angeht. Man kann gleichzeitig im Leben weiterkommen und Spaß haben, was für den Gesellen besonders wichtig war. Die Herzlichkeit und die Sympathie Unbekannter, die Begegnungen auf Augenhöhe, egal ob arm oder reich, egal ob groß oder klein, jung oder alt. Kurz und knapp gesagt: die Menschlichkeit. Das war für Christian das Schönste auf seiner Walz.
Trotz Hürden ging es immer weiter
Natürlich gab es auf der Walz auch schwierige und herausfordernde Zeiten. Vor allem während der Corona Pandemie war es besonders schwer einen Schlafplatz zu finden. Bei kalten Nächten draußen zu übernachten und zu frieren, hin und wieder ein Hungergefühl zu verspüren. Aufgeben war für Christian trotz dessen nie eine Option.
Wie funktioniert die Heimreise eines Wandergesellen?
Nach mindestens 3 Jahren und einem Tag beschließt man, dass die Zeit gekommen ist und man den Lebensabschnitt „Wanderschaft“ beendet. So gibt man ein Datum bekannt, an dem man daheim eintreffen wird, damit alles für die Heimreise vorbereitet werden kann. Bei Christian hat seine Familie eine große Feier für die alle Freunde, Verwandten, Kollegen und die Gesellen aus dem Schacht vorbereitet. Von weit her kamen die Gäste teilweise angereist.
Kurz vor dem Ortschild beginnen die Wandergesellen mit dem Spinnermarsch (Gänsemarsch), dort werden Lieder geschallert und Geschichten über die Zeit erzählt. Wir vom Zimmerer-Treffpunkt waren bei Christians Heimreise-Feier in Hayingen auch dabei und fanden es sehr eindrucksvoll, wie viele Menschen sich zu dieser Feier versammelt haben. Das zeigt, welche große Verbundenehit die Wandergesellen untereinander haben und wie wichtig Christian in seiner Heimat den Menschen auch nach über 3 Jahren in der Ferne ist.
Wie geht es nach der Walz weiter?
Zurzeit ist Christian bei einer Zimmerei als Geselle angestellt und ist nebenbei selbständig im Reisegewerbe. Im nächsten Jahr hat er schon viel vor, unter Anderem seinen Meister oder den Techniker machen.
Wir haben auf jeden Fall den Eindruck gewonnen, dass Christian auch noch Monate später gerne an die Zeit auf Wanderschaft zurückdenkt und versucht weiterhin nach der Art der Rechtschaffenheit und dem „WIR“ Moment zu leben.
„Einfach machen!“
"Einfach machen!" - Mit diesen Worten hat uns Christian verabschiedet. Ihm ist es besonders wichtig die jungen Leute dazu zu ermutigen, auf die Walz zu gehen. Mit der traditionellen Reise wird man nicht nur erwachsener und reifer, sondern auch weltoffener. Man sieht Dinge mit einem anderen Blickwinkel, aufgrund der verschiedenen Kulturen und Ereignisse. Außerdem sammelt man nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch handwerklich lernt man sehr viel dazu.
Mehr über Christian´s Zeit als Wandergeselle findest Du in diesen Blogs:
Vorbereitung auf die Wanderschaft | Zimmerer-Treffpunkt
Losreise eines Wandergesellen | Zimmerer-Treffpunkt
Der Schacht der Rechtschaffenden Fremden | Zimmerer-Treffpunkt
Hast Du nach der Lehre auch überlegt auf Wanderschaft zu gehen? Oder war das für dich gar keine Option? Schreib es gerne in die Kommentare unter diesem Blog!





























