Teil VIII: Endspurt zum Meister
Teil III und IV in Zeiten von Corona
Im Februar ging es hier los mit Teil IV, dem berufs- und arbeitspädagogischen Teil, besser bekannt als Ausbilderschein. Zu dieser Zeit lief noch alles nach Plan und völlig ungestört, weshalb einer sehr positiven Prüfung in diesem Teil nichts im Wege stand. Danach ging es dann im März mit Teil III, also den kaufmännischen Themen, weiter. Bis das Corona-Virus auch Kassel erreichte… Mitte März hieß es deswegen erstmal: Unterbrechung, alle nach Hause.
Natürlich wurde in dieser Zeit viel spekuliert und diskutiert: Wie soll es denn weiter gehen? Ist sowas wie Online-Unterricht möglich? Verschiebt sich alles? Kompletter Abbruch des Kurses? Trotz allem Zweifel in diesen Tagen, ging es dann im Mai tatsächlich mit Online-Unterricht weiter, und zwar meiner Meinung nach sehr durchgeplant und organisiert. Gerade dafür, dass es eine solche Situation bisher noch nie gab und jeder erstmal gefordert war. Auch die Dozenten waren vor eine völlig neue Herausforderung gestellt, so hatten diese keine Klasse mehr vor sich im Klassenraum, sondern eine Webcam. Trotz allem haben diese ihre Inhalte gut vermittelt und den ungewöhnlichen Umständen getrotzt. An dieser Stelle auch nochmal ein großes Lob an das „Bubiza“ und das Bildungszentrum hier in Kassel – letztendlich wurden alle Teilnehmer gut auf die Prüfung vorbereitet, wodurch dann Ende Mai die zweite Hürde auch geschafft war.
Fachlicher Teil mit straffem Stundenplan
Der fachliche Teil stand dann jedoch noch bevor, so starteten wir hier Anfang Juni in die Teile I und II. Endlich wieder im Präsenzunterricht, mit Hygienekonzept und einem straffen Stundenplan – so wurde mit einer Verkürzung der Sommerferien, fast durchgängig 50 Unterrichtsstunden pro Woche und zusätzlichem Samstagsunterricht die durch Corona verlorene Zeit weitestgehend wieder aufgeholt, sodass wir nach aktuellem Plan im Januar in die Meisterprüfungen gehen und dann hoffentlich auch den Titel erreichen.
Lässt man den bisherigen Meisterkurs nochmal kurz Revue passieren, so kann ich Kassel nur jedem empfehlen. Die Dozenten hier sind wirklich kompetent, so findet man fast jeden Namen unter den Autoren von Fachbüchern, Informationsblättern oder Fachartikel wieder. Gerade auch die externen Seminare wie zum Beispiel das dreitägige Holzschutzseminar von Prof. Dr. H. Martin Illner von der Technischen Hochschule in Rosenheim, sind sehr interessant und ermöglichen einen Blick über den Tellerrand. Man spürt auf jeden Fall die geballte Kompetenz und das Fachwissen, sowie die Erfahrung der Dozenten – auch wenn natürlich nicht alles zu 100 Prozent perfekt läuft.
Prüfungen im November und Dezember
Bis zum Meistertitel ist es jedoch noch etwas hin, so stehen im November die ersten Prüfungen an: die Situationsaufgabe und die Fehlersuche. In der Situationsaufgabe geht es entweder um eine Treppe oder das Herzstück unsren Handwerks, das Schiften. An diesem Tag wird im CAD ein Abbundplan für ein Holz erstellt, dieses muss dann angerissen werden. Zudem müssen noch drei Hölzer nach den klassischen Schiftmethoden in 1:1 aufgerissen und angerissen werden, die Bewertung erfolgt danach mit Schablonen. In der Fehlersuche geht es dann darum, wie der Name schon sagt, Fehler in Plänen zu finden und Verbesserungsvorschläge abzugeben – so wird ein sehr breites Wissensspektrum abgefragt und wie ein Dozent hier so schön sagt: „Der gesunde Zimmerer-Menschenverstand ist gefragt.“
Im Dezember folgt dann noch das Umsetzungskonzept, quasi die Generalprobe zum Meisterprüfungsprojekt. Dabei wird einen Tag lang in CAD geplant und die erarbeiteten Pläne danach in einem Fachgespräch dem Prüfungsausschuss vorgestellt. Dieses Umsetzungskonzept wird nicht benotet, es wird nur bewertet ob man bereit ist für das Prüfungsprojekt im Januar. Damit ist es dann für dieses Jahr erstmal geschafft, darauf folgen dann die entscheidenden Wochen zum festigen des Stoffs und der Prüfungsvorbereitung.
Auf die Prüfungen im Januar und wie es danach weitergeht, schauen wir im nächsten Teil des Blogs voraus, bis dahin bleibt weiterhin zu hoffen, dass wir hier noch die letzten drei Monate gut von Corona verschont bleiben – ansonsten würde es wohl erstmal wieder online weitergehen... Im Februar, nach der hoffentlich erfolgreichen Meisterprüfung, folgt dann auch hier von mir nochmal ein sehr ausführlicher Rückblick auf den Meisterkurs und allem was dazu gehört.
Bleibt alle Gesund – zünftige Grüße aus Kassel!
Mehr über mich findet ihr auf meinem Instagram Account, einem schönen Bericht beim neuen Kooperationspartner des Zimmerer-Treffpunkt - DachLive und meinen bisherigen Beiträgen hier.

Hallo, einen tollen Beitrag hast du da geschrieben. Ich habe meine Meisterausbildung dieses Jahr im März beendet zumglück noch in der Woche vor dem Lockdown. Lediglich das Fachgespräch wurde verschoben auf Ende April. Eine Freisprechung oder gar Eine Meisterfeier hat es leider noch nicht gegeben. Zur Info noch ich habe den Meister in Landshut gemacht. Bei dem aktuellen Kurs wurde der Teil1 von Oktober bereits auf „irgendwann“ im Januar verschoben.
Die Situationsaufgabe wurde bei uns etwas abgeändert und es wurde komplett auf das Schiften verzichtet ( ist ja eine Extraprüfung fande das nicht schlecht) es wurden einige Details verlangt wie zum Beispiel ein Kaminanschluss (Auswechslung und restlicher Dachaufbau) oder eine Brandwandausführung in Holzständerbau.
Ich wünsche dir viel Erfolg für die Prüfungen bleib Gesund und zünftige Grüße aus Niederbayern