Ein neues Dach für die Casa Queipo
Mit viel Enthusiasmus und handwerklichem Geschick haben die 24 Handwerker/innen in diesem Jahr drei schweißtreibende Arbeitswochen verbracht. Dort haben sie den Dachstuhl der Casa Queipo in Ernes mit einheimischem Holz aufgerichtet und für die Eindeckung mit Schiefer vorbereitet. Ernes liegt in der Einöde und Hitze Galiziens. Eine Stunde von der nächsten Kleinstadt entfernt. Wenig entwickelte Infrastruktur und die wenigen Häuser sind von gerade mal 20 Einwohnern bewohnt. Das bisschen Land wird bewirtschaftet. Die Asociación Cultural Casa Queipo will mit dem Wiederaufbau des Gebäudes die Selbstverwaltung und Infrastruktur stärken. Dort sollen beispielsweise Apfelsaft und Cidre für den Marktverkauf gelagert werden. Wie die letzten Jahre auch, haben wir die Sommerbaustelle in der Zeit unterstützt und Elektrowerkzeuge und Zimmereimaschinen zur Verfügung gestellt.
Das Haus war nur noch eine Ruine mit Resten von Fußböden und einem undichten Dach. Vermutlich vor 300 Jahren erbaut. Wegen der geringen finanziellen Mittel wurden für die Sanierung des Daches bereits im Januar acht Kubikmeter Holz in den Wäldern der Umgebung geschlagen, mit der Kettensäge aufgetrennt und besäumt und einzeln mit Geländewagen und Traktoren zur Baustelle transportiert. Die Hölzer wurden mit dem Mafell-Zimmereihobel „ZH 205 Ec“ winklig und gerade auf Maß gehobelt: die Sparren auf 16 x 12 cm und die Pfetten auf 18 x 14 cm. Danach ging es daran, die Schwellen auszuarbeiten und auszurichten. Die einzelnen Schwellenhölzer erhielten in den Ecken französische Druckblatt-Eckverbindungen und am Giebel links und rechts Schwalbenschwanzverbindungen. Sehr hilfreich war dabei die Kappschienen-Säge „KSS 50 18M bl“. Auf die ausnivellierten Schwellen wurden im Anbaudach die krummen Binder und Unterzüge gestellt. Krumme Hölzer wurden als Binder und Unterzüge eingebaut, damit der Dachboden möglichst aufrecht begehbar ist.
Im nächsten Arbeitsschritt wurden Stiele mit Loch-Zapfen-Verbindung unten zur Schwelle, zu den Unterzügen und zum Binder hin ausgearbeitet. Oben wurde eine Abblattung angefertigt, auf der die Firstpfette aufliegt. Die dreiteilige Firstpfette ist durch Blattverbindungen verbunden und zusätzlich mit M16-Gewindestangen fixiert. Die Löcher dafür wurden mit dem Akku-Bohrschrauber „A18 M bl“ und der Bohrstation „BST 320 S“ hergestellt. Die Bohrstation ermöglichte die genaue Führung und das exakte Eintauchen ins Holz.
Als nächstes galt es, den First zu richten und die Sparren abzubinden. Da die Sparren nicht alle den gleichen Querschnitt aufwiesen und nicht exakt gerade verliefen, wurde jeder einzeln mit der Akku-Kappschienen-Säge „KSS 50 18M bl“ abgebunden. Nach dem Richten der zwei Firste begann der Handabbund der Gratsparren und Kehlsparren und des Verfallgrats. Dabei nutzten die Gesellinnen und Gesellen die Zimmerei-Kettensäge „ZSX Ec/260 HM“. Abschließend wurden noch die Schifter und Doppelschifter abgebunden.













