Holzpreis steigt: Das sind die Gründe
Hohe Nachfrage in den USA
Die deutschen Säger exportieren derzeit wie wild in die USA. Der US-Export stieg dieses Jahr um 55 %. Kein Wunder, denn vergleicht man die Preise, die Sägewerke in den USA erzielen können, ist das kein Vergleich zu dem, was sie auf den heimischen Märkten bekommen. Die Käufer in den USA bieten ca. 510 Euro/m³ für getrocknetes Schnittholz (2by4 – amerikanisches Standardmaß). In Europa bekommen die Säger dafür gerade einmal ca. 300 Euro/m³. Das heißt, die Sägewerke verdienen derzeit viel mehr, wenn sie in die USA exportieren. Doch was sind die Gründe für die hohe Nachfrage?
Hausbau floriert in USA und Mitteleuropa
In den USA erreicht der Hausbau Rekordwerte. Das merkt man noch deutlicher beim Holzverbrauch als in Mitteleuropa. Die Bauweise ist nämlich eine ganz andere. In den USA werden Einfamilienhäuser viel häufiger in Holzbauweise ausgeführt. Trotz Corona boomt zudem der Bau auch in Deutschland. Die Baugenehmigungen stiegen 2020 um 5,6 % bezogen auf den Vergleichszeitraum Januar bis Juli 2019. Die Zimmereien bestätigen das mit einer nach wie vor ungebremsten Auslastung.
Umweltkatastrophen
Konnte die Nachfrage in den USA in früheren Jahren hauptsächlich durch Hölzer aus dem Inland und Kanada gedeckt werden, ist das jetzt nicht mehr möglich. Die USA und Kanada wurden von einigen schweren Umweltkatastrophen heimgesucht. So gab es neuerdings schwere Waldbrände. Zudem wurden in den US-Südstaaten hunderttausende Hektar Wald durch Hurrikans zerstört. Außerdem leidet Nordamerika weiterhin an den Folgen der Kiefern-Borkenkäferkalamität, die von 2000 bis 2015 etwa 700 Mio. fm Schadholz verursachte. Dadurch gibt es kaum noch unterzubringende Sägerestholz-Anfälle.
Auswirkungen von Corona
Neben dem Bauboom und den Umweltkatastrophen gibt es noch eine dritte Komponente: Die Auswirkungen von COVID-19. Der Süden der USA ist stark von Corona betroffen. So gelten für das Personal der Säge- und Holzindustrie bestimmte Schutzmaßnahmen. Es herrscht Arbeitskräftemangel, welcher die Produktion verlangsamt. Außerdem ist durch die Corona-Restriktionen der DIY-Bereich in Amerika und in Europa stark angestiegen. Die Menschen bleiben zu Hause und verschönern Häuser und Gärten. Davon profitieren wiederum die Baumärkte, welche Hölzer an die Heimwerker verkaufen.
Quellen: u.a. Holzkurier – internationales Wirtschaftsmagazin für die Holzbranche
