„Wir klammern jeden dritten“ – warum pauschale Faustregeln bei der Windsogsicherung falsch sind
Jede dritte Dachpfanne verklammern und fertig? So einfach ist Windsogsicherung nicht. Dennis Bender betreut seit knapp zwei Jahren das FOS-Vertriebsgebiet Süddeutschland und hält Seminare an Zimmerer- und Dachdecker Meisterschulen. Dabei begegnen ihm immer wieder Fragen zur richtigen Berechnung und Ausführung der Windsogsicherung – und Faustregeln, die sich in der Praxis hartnäckig halten.
„Wir klammern jeden dritten“
Diese Aussage klingt nach einer einfachen Lösung. Doch wie viele Dachpfannen tatsächlich gesichert werden müssen, ergibt sich aus der objektspezifischen Windsogberechnung. Windzone, Gebäudehöhe, Dachform, Dachneigung und Deckwerkstoff beeinflussen das Ergebnis. Auch innerhalb eines Daches können unterschiedliche Befestigungsschemata erforderlich sein. Wer pauschal verklammert, riskiert unnötigen Materialeinsatz oder eine unzureichende Sicherung.
Dachfenster ist nicht gleich Dachdurchdringung
Auch bei Dachfenstern gibt es häufig Unsicherheiten. Nicht jedes Flächenfenster gilt bei der Windsogberechnung als relevante Dachdurchdringung. Entscheidend sind die Abmessungen: Das Bauteil muss waagerecht gemessen breiter als 50 cm sein und an mindestens einer Stelle mehr als 35 cm aus der Dachfläche herausragen. Ein übliches flächenbündig eingebautes Dachfenster erfüllt die Höhenanforderung häufig nicht. Wer das bei der Berechnung berücksichtigt, vermeidet unnötige zusätzliche Sicherungsbereiche.
Exponierte Lage richtig einschätzen
Eine weitere Herausforderung ist die Beurteilung des Gebäudestandorts. Bei exponierten Lagen, beispielsweise auf Bergkuppen oder bei besonderen Windkanaleffekten durch angrenzende Bebauung, reicht die vereinfachte Windsogberechnung nicht aus. Hier ist ein gesonderter Nachweis durch qualifizierte Fachleute erforderlich. Deshalb sollte bereits vor der Berechnung geklärt werden, ob besondere Standortbedingungen vorliegen. FOS empfiehlt, Kirchen grundsätzlich als exponierte Gebäude zu behandeln.
Richtig klammern statt nach Gefühl
Die Erfahrungen aus den Meisterschulseminaren zeigen, wie wichtig es ist, gewohnte Vorgehensweisen zu hinterfragen. Denn nicht möglichst viele Sturmklammern sorgen für eine fachgerechte Sicherung, sondern die richtige Befestigung an den richtigen Stellen. Eine objektspezifische Windsogberechnung liefert dafür die Grundlage. Digitale Werkzeuge wie der gebührenfreie FOS WindCHECK ermitteln für übliche Anwendungsfälle die erforderlichen Befestigungsschemata und Klammermengen. Der zugehörige Klammerplan erleichtert die Umsetzung auf der Baustelle.
Fragen zur Windsogsicherung?
Dennis Bender, FOS-Außendienst Süddeutschland, steht für Fragen aus der Praxis gerne zur Verfügung. d.bender@fos.de oder 02372. 558 99. 57. Weitere Infos: www.fos.de.







