86,8 Meter ohne Zwischenstütze: Holzbrücke in Spanien stellt Weltrekord auf
Acht Bauteile, 106 Tonnen Brettschichtholz
Gefertigt wurde die Holzkonstruktion im Werk des spanischen Holzbauunternehmens Madergia in Aoiz. Das Unternehmen war auch für die Tragwerksplanung und Montage verantwortlich. Insgesamt acht vorgefertigte Bauteile bilden die Konstruktion, für die 106 Tonnen Brettschichtholz zum Einsatz kamen.
Nach der Fertigung wurden die einzelnen Elemente per Lkw zur Baustelle am Fluss Arakil transportiert. Dort erfolgte zunächst der Zusammenbau der Konstruktion an Land. Anschließend wurde die Brücke mithilfe eines Krans millimetergenau in ihre endgültige Position gehoben.
Die besondere Herausforderung lag in der großen Spannweite. Die bogenförmige Holzkonstruktion liegt auf betonierten Widerlagern an den Ufern auf und überquert den Fluss ohne Zwischenstützen. Dadurch waren keine zusätzlichen Stützbauwerke im Flussbett notwendig. Eine bewusste Entscheidung, um Eingriffe in das Ökosystem des Arakil zu vermeiden.
Holzschutz für den dauerhaften Außeneinsatz
Für die Tragkonstruktion kam tiefenbehandeltes Kiefernholz zum Einsatz. Die Behandlung soll gemeinsam mit den konstruktiven Details die Dauerhaftigkeit und Formstabilität der Holzelemente im Außenbereich sicherstellen. Die einzelnen Bauteile sind über metallische Verbindungselemente miteinander verbunden. Auch beim Brückenbelag setzt das Projekt auf Holz: Verwendet wurde Buchenholz aus der Region Navarra.
Ein wesentlicher Vorteil der gewählten Bauweise war der hohe Vorfertigungsgrad. Große Teile der Arbeiten konnten unter kontrollierten Bedingungen im Werk stattfinden. Das ermöglichte präzise Verbindungen und reduzierte den Montageaufwand direkt am Fluss. Gleichzeitig erforderte der Transport der großformatigen Bauteile und insbesondere der abschließende Kraneinsatz eine sorgfältige logistische Planung.
Neue Verbindung entlang des Arakil
Die Brücke ist Teil der Erweiterung des über 60 Kilometer langen Flusswanderwegs der Region Pamplona. Der neue Abschnitt zwischen Ibero und Etxauri soll die bestehende Route um weitere 4,4 Kilometer verlängern und Fußgängern sowie Radfahrern eine durchgehende Verbindung ermöglichen.
Mit ihren 86,8 Metern übertrifft die Brücke bisherige vergleichbare Holz-Fußgängerbrücken, darunter die 70 Meter lange Konstruktion über den Guadalhorce in Málaga. Damit zeigt das Projekt, welche Spannweiten sich mit modernen Holztragwerken im Infrastrukturbau realisieren lassen. Gleichzeitig macht es deutlich, wie wichtig die Kombination aus präziser Vorfertigung, durchdachtem Holzschutz und sorgfältiger Montageplanung bei solchen Bauvorhaben ist.
Fotos: Madergia & Pablo García Esparza











