Sonstiges
MAFELL AG
24.09.2020

𝗛𝗮𝗻𝗱𝘄𝗲𝗿𝗸𝗲𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗵𝗼𝗵𝗲𝗿 𝗦𝗲𝗲

Schiffszimmerer, die mit auf Fahrt gehen, sind bei den heutigen Stahlschiffen eher die Ausnahme. Normalerweise findet man sie nur auf der Werft, wo sie bei Neubau und Reparatur mit anpacken. Bei der „Thor Heyerdahl“ ist das anders. Janek Petrausch und Fabian Jorek sind Schiffszimmerer, halten die Schiffsausrüstung instand und übernehmen alle anfallenden Holzarbeiten, die es hin und wieder an Bord gibt. Bei ihren Tätigkeiten arbeiten die Beiden u.a. mit unseren MAFELL Geräten MT 55 cc und P1 cc. „Besonders wichtig ist für uns unterwegs die Zuverlässigkeit der Maschinen. Auf hoher See kann man sich halt nicht mal eben eine andere Maschine besorgen, wenn eine ausfällt. Und bis jetzt hat das mit den MAFELL Geräten immer super geklappt.“
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Janek ist inzwischen seit 10 Jahren mit dabei, Fabian seit 15. Natürlich können die beiden nicht nur mit Holz, sondern auch mit Metall gut umgehen. Sie überprüfen Tanks, kontrollieren Bilgen und Doppelböden oder warten das Ankerspill. Zu tun gibt es immer etwas. Die Geschichte der „Thor Heyerdahl“ beginnt mit der Geschichte zweier Freunde Detlef Soitzek und Günter Hoffmann. Bordelektriker der eine, nautischer Assistent der andere.  Auf ihren gemeinsamen Segelreisen träumten sie von einem eigenen Boot, mit dem sie die Welt umsegeln wollten. Nur das passende Schiff fehlte. Soitzek schloss sich vorerst als Nautiker dem berühmten norwegischen Forscher Thor Heyerdahl (1914 - 2002) an und begleitete ihn monatelang als Crew-Mitglied auf dessen Tigris-Expedition. Seine Vision war es, das Schiff für Jugendarbeit zu nutzen und eine „Outward Bound“-Schule aufzubauen. Nach monatelanger Schiffssuche wurde es, statt eines Segelschiffs, ein alter Frachtenseglerrumpf, den sie vor der Verschrottung retteten. Für 5.700 Mark ersteigerte Soitzek das Schiff, ohne es je ausgiebig begutachtet zu haben. Es war zwar im Kern gesund, machte aber dennoch einen desolaten Eindruck. Aber Soitzek wusste genau, was er wollte und was auf ihn zukam. Die Sanierung der Thor Heyerdahl erfolgte auf Eigenregie. Günter Hoffmann hatte das Technikverständnis und Detlef Soitzek kümmerte sich um das Kosmetische. Die beiden Freunde führten fast alle Arbeiten mit nur wenigen Helfern in Eigenarbeit durch­­ - Vollzeit, sieben Tage die Woche, 60.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Der Name „Thor Heyerdahl“ bekam das Schiff durch die Tigris-Abenteuer, die Soitzek stark geprägt hatten. Der Traum der beiden Freunde hatte nicht nur Unmengen an Zeit, sondern auch Unsummen an Geld verschlungen, ohne sicher zu sein, ob das Schiff jemals fahren würde.

Aber das tut sie. Der erste weibliche Thor Heyerdahl. 50 Meter lang, 29 Meter hoch und sechseinhalb Meter breit. Seine Segel hatten eine Fläche von 830 Quadtratmetern. Insgesamt 44 Kojenplätze gab es nun. Vier Kajüten für Kapitän und Mannschaft sowie zehn Gästekabinen mit Kojen für 34 Personen. Die Segel- und Lebensausbildung für Jugendliche, die die Segelschiff-Tradition erhalten und junge Menschen für die Segelschifffahrt begeistern wollen. Die Idee fand von Anfang an viele Freunde. Ihr Ziel ist es, die Trainees in der die Entwicklung zur Selbstständigkeit zu fördern, ihnen Mut zu machen, selbst etwas ,anzupacken‘, um dabei zu entdecken, dass mehr in ihnen steckt, als sie vielleicht glauben. Mit „Trainees“ sind die Schülerinnen und Schüler gemeint, die bis heute regelmäßig auf der „Thor“ unterwegs sind und waren. Mehr als 20.000 junge Mitsegler sind es schon, die Detlef Soitzeks erlebnispädagogische Vision mit Leben erfüllt haben. Seit Oktober 2017 geht der Windjammer mit einem neuen Mast auf große Fahrt, bei dessen Errichtung übrigens Elektrowerkzeuge von MAFELL zum Einsatz kamen.

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3 Kommentare
Milan Gabriel
23.06.2026

Bin 2024 mitgesegelt

Marvin Fuchs
30.09.2020

Sehr interessantes Thema! Schön geschrieben - Ein Beruf der leider vom Ausssterben bedroht ist...

Maître
24.09.2020

Schöner Bericht. Auch wenn ich selbst nie mitgesegelt bin, habe ich als gebürtiger Kieler doch eine gewisse Beziehung zu dem Schiff.

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