Sommerlicher Wärmeschutz mit Stroh – eine hervorragende Lösung
Für den sommerlichen Wärmeschutz spielt das Gewicht (genauer: die Rohdichte) eines Einblasdämmstoffs eine wichtige Rolle. Je höher die Rohdichte und je höher die Wärmespeicherfähigkeit des Materials, desto länger dauert es, bis Hitze von außen nach innen gelangt. Diese Verzögerung nennt man Phasenverschiebung.
Hier ein Vergleich der Werte gängiger Einblasdämmstoffe:
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Dämmstoff |
Typische Rohdichte (eingeblasen) |
Spezifische Wärmekapazität |
Sommerlicher Wärmeschutz |
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Zellulose |
45–65 kg/m³ |
ca. 2.100 J/kgK |
sehr gut |
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Holzfaser |
40–65 kg/m³ |
ca. 2.100 J/kgK |
sehr gut |
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Stroh (z. B. ISO-STROH) |
90–120 kg/m³ |
ca. 1.800–2.000 J/kgK |
hervorragend |
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Hanf |
35–45 kg/m³ |
ca. 1.700 J/kgK |
gut |
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Flachs |
30–45 kg/m³ |
ca. 1.600 J/kgK |
gut |
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Steinwolle |
35–50 kg/m³ |
ca. 840 J/kgK |
mittel |
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Glaswolle |
20–35 kg/m³ |
ca. 800 J/kgK |
eher gering |
Warum ist Stroh besonders interessant?
Stroh schneidet im Vergleich hervorragend ab und punktet zudem mit weiteren Vorteilen:
- hohe Rohdichte (oft etwa 105 kg/m³)
- hohe Wärmespeicherfähigkeit
- dadurch wird Wärme wesentlich langsamer durch das Bauteil transportiert.
- Räume bleiben im Sommer länger kühl und benötigen weniger aktive Kühlung.
Die entscheidende Größe ist dabei nicht nur das Gewicht, sondern die sogenannte volumetrische Wärmespeicherfähigkeit (Rohdichte × spezifische Wärmekapazität):
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Dämmstoff |
Volumetrische Wärmespeicherfähigkeit |
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Glaswolle |
ca. 20–28 kJ/m³K |
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Steinwolle |
ca. 30–42 kJ/m³K |
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Hanf |
ca. 60–75 kJ/m³K |
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Zellulose |
ca. 95–135 kJ/m³K |
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Holzfaser |
ca. 95–135 kJ/m³K |
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Stroh (105 kg/m³) |
ca. 190–210 kJ/m³K |
Diese Werte verdeutlichen, dass Stroh ungefähr:
- 7–10-mal mehr Wärme speichern kann als Glaswolle,
- etwa 5-mal mehr als Steinwolle,
- und noch deutlich mehr als Zellulose oder Holzfaser.
Einfluss auf die Phasenverschiebung
Bei einem typischen Dachaufbau (ca. 30–36 cm Dämmstärke) ergeben sich ungefähr folgende Werte:
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Dämmstoff |
typische Phasenverschiebung |
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Glaswolle |
6–8 Stunden |
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Steinwolle |
7–9 Stunden |
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Hanf |
8–10 Stunden |
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Zellulose |
10–12 Stunden |
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Holzfaser |
10–13 Stunden |
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Stroh (ca. 105 kg/m³) |
12–16 Stunden |
Was bedeutet das in der Praxis?
Bei Häusern, die mit Stroh, zum Beispiel ISO-STROH, gedämmt sind, dringt die größte Hitze häufig erst in den späten Nachtstunden bis in den Innenraum vor. Zu dieser Zeit kann bereits gelüftet werden und kühle Luft kommt durch die Fenster ins Haus. Außerdem muss wesentlich weniger Technik eingesetzt werden, um Räume tagsüber herunterzukühlen.
Fazit
Für den sommerlichen Wärmeschutz sind drei Eigenschaften entscheidend:
- hohe Rohdichte
- hohe spezifische Wärmekapazität
- geringe Wärmeleitfähigkeit
Stroh kombiniert diese Eigenschaften besonders gut. Mit einer Einblasdichte von rund 105 kg/m³ erreicht es eine sehr hohe Wärmespeicherfähigkeit und zählt zu den leistungsfähigsten Einblasdämmstoffen hinsichtlich Phasenverschiebung und sommerlichem Hitzeschutz.
Diese Eigenschaften sind ein starkes Argument für Gebäude mit Dachausbauten oder Holzbauten, bei denen der Schutz vor sommerlicher Überhitzung eine große Rolle spielt.



















