Kleine Baustellenfläche, große logistische Herausforderung
Neben dem Untergeschoss besteht nur das Treppenhaus – per Gleitschalung in elf Tagen errichtet – aus Beton. Der Rundbau selbst ist aus Holz. Geplant hat die Konstruktion der Ingenieurdienstleister Schlaich Bergermann Partner, realisiert das Holztechnologie-Unternehmen Blumer Lehmann. Mehr als 40 Fassadenstützen – jeweils 32 Meter lang und 6,3 Tonnen schwer – wurden etappenweise aufgestellt. Gegen den Uhrzeigersinn jeweils, immer vier Stützen pro Montage-Etappe. Die vertikale Last der Deckenkonstruktion hat man in der Bauphase zunächst über einen Lastenturm, mittig im Gebäude platziert, aufgenommen, bis ein gut acht Meter hohes, vor Ort montiertes Deckentragwerk aus Fischbauchträgern und kranzförmig angeordneten Trägerbalken fertiggestellt war. Den Ausstellungsraum überspannt die Decke somit selbsttragend und stützenfrei über eine Distanz von beeindruckenden 36 Metern. Darüber liegen noch zwei Obergeschosse, unter anderem mit gastronomischem Angebot und großartigem Ausblick für die Besucher.
Vorproduziert wurden die Fichtenbalken am Vorarlberger Standort eines Subunternehmers von Blumer Lehmann. Wegen der schieren Dimension kamen sie per Schwertransport und jeweils nachts auf die knapp bemessene Baustellenfläche im Schatten der Europabrücke. Nach dem Aufstellen der Fassadenstützen wurde eine aussteifende Beplankung, bestehend aus Drei-Schicht-Fichtenholz-Platten mit jeweils 60 Millimetern Stärke, von unten beginnend aufwärts montiert. Schichten aus einer mineralischen, nicht brennbaren Dämmung, einer Dampfbremse und schwarzem Vlies verwandelten den Bau monatelang in eine dunkle Tonne. Wie an einem Weinfass halten rund 90.000 Schrauben den Baukörper an einem Stahlring zusammen. Die Farbe schwarz braucht es übrigens, um das Außenlicht zu schlucken, es würde innen die Beleuchtung des Kunstwerks stören.
Dass die verbauten 1.800 Kubikmeter Holz von außen nicht zu sehen sind, liegt auch an der vom Berliner Architekturbüro Sauberbruch Hutton entworfenen Fassadengestaltung. Sie besteht aus Metallelementen – variierend in Blau- und Rottönen, im wechselnden Winkel zueinander montiert auf den schwarzen Holzbaukörper. Der Fachbegriff lautet „kinetische Polychromie“: Die Fassade verändert ihre Wirkung je nach Perspektive und Lichteinfall. Den Standort, eine zuvor recht trostlose Verkehrsinsel, erweckt das Gebäude also auch unter architektonischen Gesichtspunkten zu neuem Leben. Gute Nachrichten vermeldet das Asisi Panorama auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit: Das hier installierte Holzvolumen stellt einen jahrzehntelangen Speicher von mehr als 6.000 Tonnen CO2 dar. Solange das Gebäude existiert, entlastet es auf diese Weise die Erdatmosphäre.
Last but not least: Damit das Gebäude überhaupt errichtet werden konnte, war direkt zu Beginn eine weitere Herausforderung zu meistern – der Konstanzer Seeton: ein wenig belastbarer, zu Verformungen neigender Untergrund. Mit einer Bohrpfahlgründung, die bis 45 Meter tief in den Boden getrieben wurde, hat man das Areal in der Nähe vom Seerhein ertüchtigt. 50 Stück, jeder Pfahl rund 1,50 Meter dick, sorgen für ein stabiles Fundament.
Website Asisi Panorama: https://www.panorama-konstanz.de/
Website Fotograf Helmut Scham: https://www.zuerinord.eu/




























Toller Beitrag klasse gemacht
Sehr cool, sowas würde ich gerne begleiten
Wäre auf alle Fälle eine tolle Erfahrung! 😊
Ein sehr interresanter Beitrag
Freut uns, dass er dir gefällt! 😊