Bestandsdächer begrünen – das musst Du beachten
Voraussetzungen
Gründächer nehmen bei Regen Wasser auf und geben es langsam wieder ab. Sie funktionieren wie ein Schwamm. Das ist eine großartige Eigenschaft, die die Pflanzen versorgt, bei Starkregen Kanalisationen entlastet und Wasser durch Verdunstung in den natürlichen Kreislauf zurückbringt. Allerdings bedeuten sie auch zusätzliches Gewicht. Die Statik des Daches muss vorab also unbedingt von einem Fachmann überprüft werden.
Die Pflanzen auf einem Gründach wachsen nicht nur oberirdisch. Eine durchwurzelungsfeste Oberfläche ist ein Muss. Vorab sollte also die Abdichtung des Daches genau geprüft werden.
Auch die Ausrichtung der Dachfläche spielt eine wichtige Rolle. Ideale Voraussetzungen für die Begrünung bieten Dächer, die in der Sonne oder im Halbschatten liegen. Wenn das Dach vollständig im Schatten liegt, wird es für eine üppige Vegetation hingegen schwer. Der Standort des Daches und die Auswahl der Pflanzen sollten also unbedingt aufeinander abgestimmt sein.
Selbstverständlich spielt auch die Sicherheit eine Rolle. Wird das Dach regelmäßig betreten und z. B. für Lüftungs- oder Klimageräte sowie PV-Anlagen genutzt, ist eine entsprechende Absturzsicherung erforderlich.
Möglichkeiten der Begrünung
Für die Begrünung von Dächern gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Extensive Dachbegrünung: Hier handelt es sich um naturnah angelegte Flächen mit minimalem Pflegebedarf. Sie ist auch für Dächer mit geringer Tragfähigkeit geeignet. Besonders geeignet ist diese Methode für kleine Flächen wie die Dächer von Garagen, Carports oder Anbauten. Aber auch Ein- und Mehrfamilienhäuser oder sogar Bürobauten und Industriegebäude können so begrünt werden.
- Dachbiotope sind ökologisch noch wertvoller. Komponenten wie Sandbäder, Wasserstellen, Steinhaufen oder Totholz werden mit insektenfreundlichen Samenmischungen kombiniert und bilden einen idealen Lebensraum, unter anderem für Vögel, Käfer und Insekten.
- Retentions- oder Schwammdächer können bis zu 90 % des Niederschlags zurückhalten. Nur ein geringer Teil des Wassers gelangt zeitverzögert in die Kanalisation, der Großteil wird verdunstet.
- Leichtgründachsysteme sind besonders leicht und eignen sich daher für Dachkonstruktionen mit geringer Tragfähigkeit.
Gründächer und PV-Anlagen – eine perfekte Kombination
Gründächer können sogar zusätzlich mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Die kühlere Dachoberfläche kann die Leistungsfähigkeit von PV-Anlagen sogar um bis zu 20 Prozent verbessern. Die BauderSOLAR G Unterkonstruktion für Gründächer ist eine praxisgerechte, sichere und wirtschaftliche Lösung, mit der die perfekte Symbiose von Gründach und Photovoltaik gelingt.
Fazit
Gründächer sind wahre Multitalente. Sie fördern die Biodiversität, wirken sich positiv auf das Klima aus und entlasten die Kanalisation bei Starkregen. Je mehr Dächer begrünt werden, desto spürbarer wird der Effekt. Bauherren sollten sich also unbedingt informieren, was auf ihrem Dach möglich ist – auch im Bestand!





















