Eine 13,5 Meter lange Holzkerze - die Bogenberg-Wallfahrt in Niederbayern
Für die Muttergottes
Die Tradition reicht Überlieferungen zufolge bis ins Jahr 1475 zurück. Damals soll eine verheerende Borkenkäferplage die Wälder rund um Holzkirchen zerstört und damit die Existenzgrundlage der Bevölkerung bedroht haben. Dank der Hilfe der Mutter Gottes sei die Katastrophe abgewendet worden. Seither bringen die Holzkirchener jedes Jahr ein Kerzenopfer zur Muttergottes auf dem Bogenberg. Heute nutzen viele Pilger die Wallfahrt, um ihre ganz persönlichen Anliegen und Bitten zur Gottesmutter zu tragen.
Von Zimmerern gefertigt: 13,5 Meter hoch, 50 Kilo schwer
Am Freitag vor Pfingsten stellen Zimmerer die 13,5 Meter hohe Holzkerze aus einem Fichtenstamm her. Dieser wird mit Wachs umwickelt und ist etwa 50 Kilo schwer. Am Abend wird die „Kerze“ geweiht. Am Pfingstsamstag beginnt die eigentliche Wallfahrt. Um 5 Uhr morgens geht es nach dem Gottesdienst los. Die Kerze wird im Uhrzeigersinn einmal stehend um die Kirche getragen. Über Vilshofen an der Donau, Hofkirchen, Winzer und Niederalteich geht es nach Deggendorf. Insgesamt werden an diesem Tag rund 50 Kilometer zurückgelegt. Die Kerze wird dabei Etappenweise stehend von einem Mann, oft liegend von zwei Männern auf den Schultern getragen.
Mehrere Tausend Zuschauer
Am Pfingssonntag geht es von Deggendorf insgesamt etwa 25 Kilometer über Neuhausen, Niederwinkling, und Pfelling zum Ziel, dem Bogenberg. Im Laufe der beiden Tage steigt die Zahl der Pilger auf etwa 400. Auf den Bogenberg kommen sogar mehrere tausend Zuschauer. Die letzten beiden Kilometer wird die Kerze wieder stehend getragen. Dabei kann schon ein kleiner Ast oder ein Windstoß die Träger in große Schwierigkeiten bringen.
Immaterielles Kulturerbe
In der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg wird die Kerze schließlich für die nächsten zwei Jahre abgestellt Die Wallfahrt endet mit einer Marienandacht.
Die Holzkirchener Kerzenwallfahrt zum Bogenberg gehört zu den bedeutendsten religiösen Traditionen der Pfingsttage in Niederbayern. 2022 wurde sie sogar als Immaterielles Kulturerbe in Bayern anerkannt.
Kennst Du auch Traditionen, bei denen Zimmerer beteiligt sind? Lass es uns in den Kommentaren wissen!






























Toll und beeindruckend