Praxiswissen für Zimmerergesellen
Die Anforderungen an Unternehmen und Fachkräfte entwickeln sich stetig weiter. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es entscheidend, in die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Gezielte Weiterbildungsmaßnahmen steigern nicht nur die Fachkompetenz im Betrieb, sondern fördern auch die Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft. Mitarbeiter, die sich weiterentwickeln können, fühlen sich stärker mit dem Unternehmen verbunden und tragen aktiv zu dessen Erfolg bei. Zudem hilft kontinuierliche Weiterbildung dabei, Fachkräfte langfristig zu binden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Zur Erweiterung ihres Fachwissens hat der Verband ausschließlich für die Gesellen seiner Innungsbetriebe eine Weiterbildungsreihe entwickelt, die von den Innungen und Fachgruppen in Anspruch genommen und durchgeführt werden können. Die Idee entstand aus der Mitgliederversammlung heraus und wurde gemeinsam von erfahrenen Sachverständigen und dem Landesinnungsverband entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei die praxisnahe Vermittlung von Fachwissen, das unmittelbar im Arbeitsalltag anwendbar ist.
Je nach Termin wird eines von drei thematisch eigenständigen Modulen angeboten. In der Weiterbildung „Außenwandbekleidung, Fensteranschluss und Sockelabdichtung“ vermitteln erfahrene Sachverständige anhand konkreter Praxisbeispiele fundiertes Wissen zu typischen Problemstellen an der Gebäudehülle. Gemeinsam werden Schadensbilder aus der Baupraxis analysiert, häufige Ausführungsfehler identifiziert und deren Auswirkungen diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung von Lösungen, die direkt auf der Baustelle angewendet werden können, um die Ausführungsqualität nachhaltig zu verbessern.
In der Weiterbildung „Beurteilung von Bauholz & Latten im Rahmen einer werkseigenen Produktionskontrolle“ steht die Qualitätssicherung zentraler Holzbauprodukte im Fokus. Da Bauholz und Dachlatten zu den wichtigsten eingesetzten Materialien im Zimmereibetrieb gehören, gewinnt die sichere Beurteilung dieser Produkte zunehmend an Bedeutung. Unter Anleitung des Obmanns des Normenausschusses Bauholz werden praxisnahe Übungen zur Holzbewertung durchgeführt und typische Schadens- sowie Fehlerbilder gemeinsam analysiert. Ziel ist es, die Kompetenz in der Wareneingangskontrolle zu stärken und so Reklamationen, Baumängeln und Sicherheitsrisiken vorzubeugen.
Die Weiterbildung „Expertenwissen am Dach – Dachdeckerregeln in Theorie und Praxis“ vermittelt einen vertieften Einblick in die Regelwerke des Dachdeckerhandwerks und deren praktische Umsetzung im Holzbau. Anhand realer Schadensfälle aus dem Steildachbereich werden unter anderem Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen, notwendige Zusatzmaßnahmen, Fragen der Belüftung sowie aktuelle Entwicklungen bei Holzunterkonstruktionen behandelt. Auch Herausforderungen bei der Dacheinteilung im Bestand werden praxisnah erläutert, um ein besseres Verständnis für regelkonforme Ausführungen und typische Fehlerquellen zu schaffen.
In den vergangenen zwölf Monaten haben der Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerk und die Innungen und Fachgruppen mit den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Manfred Huber, Alexander Lange, David Vockeroth, Christoph Wissel sowie dem Obmann des Normenausschusses Bauholz Ralf Diebold zahlreiche Weiterbildungen für Gesellen ausgerichtet. Das Angebot ist exklusiv für Mitgliedsbetriebe der Zimmerer-Innungen und Fachgruppen. Interessierte Betriebe können sich jederzeit über ihre jeweilige Innung anmelden, die Abstimmung der Termine erfolgt über die Geschäftsstelle des Landesinnungsverbands des Bayerischen Zimmererhandwerks.
Fotos von Nicolas Martin-Beaumont und den Zimmerer-Innungen.





