Zimmerer-Treffpunkt
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03.04.2026

Förster, Visionär, Holzbau-Unternehmer – Wie Erwin Thoma mit Holz100 die gesündesten Häuser baut

Über 200 Partner-Zimmereien, fünf Standorte, ein Ziel: Die besten und gesündesten Häuser. Erwin Thoma hat seine Berufung zum Beruf gemacht. Er hat die Thoma Holz GmbH gegründet und das System Holz100 entwickelt. Dass es dazu kam, hat er einigen Begegnungen und Zufällen in seinem Leben zu verdanken. Wir haben mit Erwin Thoma gesprochen. In einer dreiteiligen Serie stellen wir ihn, sein Unternehmen und das Thema Mondholz vor. Im ersten Teil nimmt er uns mit auf eine Zeitreise durch sein Leben und die Unternehmensgeschichte.
Foto: Thoma Holz GmbH

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Jüngster Förster Österreichs

„Ich komme vom Holz her, nicht vom Bau“, sagt Erwin Thoma. Holz habe ihn schon immer fasziniert. Es gab nicht viel zu überlegen. Als junger Mann hat er sich seinen Berufstraum erfüllt und ist Förster geworden. Mit der Übernahme eines Forstreviers im Karwendelgebirge konnte er als damals jüngster Förster Österreichs schnell Karriere machen. „Da wollte sonst keiner hin“, erinnert er sich. Im Winter war die Forsthütte wochenlang eingeschneit, zum Gemeindeamt waren es 80 Kilometer. „Das war eine schöne, romantische Zeit“.

Ein gern gesehener Gast

Ein Gast hat den Weg zur Forsthütte immer wieder auf sich genommen: Der Großvater von Erwin Thomas Frau, den er auch noch heute, nach seinem Tod, liebevoll „Opa“ nennt. Der „Opa“ war Zimmermann. „Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis“, so Thoma. Die Art, wie der Opa mit Holz gearbeitet hat, habe Thoma beeindruckt - das alte Zimmermannshandwerk, die pure Handarbeit. „Ich habe gespürt, dass die Häuser, die er gebaut hat, bleibende Werke sind“, sagt er.  

„Bring mir bei, wie das geht“, habe der damals 27-jährige Erwin Thoma eines Tages gesagt und ein Lachen vom „Opa“ zur Antwort bekommen. „Das lernst Du nie. Man lernt das, was man tut. Nicht das, was man erzählt, bekommt“, habe der alte Mann gesagt. Schließlich haben der Förster und der Zimmermann einen Plan ausgeheckt – zum Schrecken und Unverständnis aller.

Der große Lehrmeister 

„Ich habe meinen Försterjob aufgegeben, einen sicheren Staatsposten“, erzählt Erwin Thoma. Das habe keiner verstanden. „Der verrückte Alte und der Junge“ haben die Leute gesagt. Thoma war damals 27, der „Opa“ über 80.

„Er war mein erster großer Lehrmeister“ sagt Erwin Thoma noch heute über den alten Zimmermann. Ohne unternehmerisches Ziel, ohne Master- und Businessplan haben die beiden 1990 die Firma gegründet. Das Ziel: Die besten und gesündesten Häuser bauen! Der Weg dorthin: unklar. Die Basis: Das Wissen des „Opas“.

Für den alten Zimmermann war klar: Für die besten Häuser braucht man das beste Holz. Also habe er von Erwin Thoma verlangt, Mondholz zu ernten. Für den sei das damals ziemlich exotisch gewesen. In der Försterausbildung habe er davon nichts gelernt und das Thema eher mit Esoterik in Verbindung gebracht.

Von der Qualität überzeugt

Bis zum Umdenken hat es nicht lange gedauert. Ich habe gesehen, dass das Mondholz im Frühjahr nicht vom Käfer befallen wird und auch Pilze das Holz erst viel später befallen – das Mondholz hat eindeutig eine bessere Qualität. „Da brauchst Du keinen Pinsel, brauchst nichts vergiften“, hat der Opa bestätigt. Noch heute verwendet die Thoma Holz GmbH ausschließlich Mondholz und verzichtet komplett auf chemische Zusätze.

Vom Zufall zur Lebensberufung

Ein Zufall habe Erwin Thomas Einstellung nochmals beeinflusst. Nach der Kündigung musste er mit seiner Familie aus dem Forsthaus ausziehen. Das neue Zuhause stand in St. Johann im Pongau. „Plötzlich sind meine beiden Söhne krank geworden“, erinnert er sich. Mit seiner Frau hat er drei Kinder, die zwei Söhne und eine Tochter. Im neuen Haus waren überall Spanplatten verbaut. Die Söhne haben eine Allergie gegen das darin enthaltene Formaldehyd entwickelt.

Statt auf Medikamente zu setzen, wusste der „Opa“, was zu tun ist. Frau und Kinder haben den Sommer auf einer Almhütte verbracht, Erwin Thoma und der alte Zimmermann haben im Haus alle Plattenwerkstoffe durch Massivholz ersetzt. Das Ergebnis: Die Kinder waren gesund. „Da habe ich meine Lebensberufung gefunden“, sagt Thoma.

Er war sich sicher: Wenn ihm das Leben eine solche Lehre erteilt, muss er dieses Wissen weitergeben. „Als Förster kenne ich die Bäume und den Wald. Ich trage meine Begeisterung für den Wald im Herzen. Das Handwerk vom Opa ist der passende Schlüssel dazu, um Häuser zu bauen, in denen Kinder und Menschen gesund leben können“, sagte er sich.

Ständerbau vs. Holzhaus

Das Ziel des Unternehmens war klar. Der Trend der 90er war jedoch ein ganz anderer. „Es war die goldene Zeit des Ständerbaus“, so Thoma. Aber: „Ein Ständerbau ist aber kein reines Holzhaus. Es sind ein paar Holzständer und alles andere sind Folien, Dämmstoffe und Platten, ein Folien-Dämmstoff-Platten-Haus also.“

 „Wir müssen das ganze vom Rohstoff her angehen“, war sich das ungleiche Unternehmerduo schnell einig. Mondholz war industriell nicht zu bekommen. Also haben die beiden ein kleines Sägewerk übernommen und begonnen, montagefertige Teile aus Massivholz zu erzeugen und diese gemeinsam mit verschiedenen Zimmereien zu montieren. „Das Ganze haben wir dann Holz100 genannt – weil die Teile zu 100 Prozent aus Holz bestehen“, so Thoma.

Schnell konnten sie zeigen, dass die mechanische Verbindung bei gleichem Querschnitt einen wesentlich besseren λ- und U-Wert hat. Außerdem ist der Dämmwert einer Wand höher, wenn die Brettlagen nicht mit Leim ausgefüllt sind. „So waren wir in der Lage mit einer 30 bis 40 cm dicken Vollholzwand Passivhäuser ohne Dämmstoffe zu bauen, die zudem setzungsfrei sind“, erklärt Thoma.

Der Wald als Vorbild

Mit diesem Wissen war die Thoma Holz GmbH dem Markt zehn bis 20 Jahre voraus. Es folgten Patente und die große Frage nach der Weiterentwicklung des Unternehmens. „Mein Vorbild war immer der Wald, im Wald ist alles dezentral organisiert“, sagt Erwin Thoma. So war schnell klar, dass er kein Konkurrent für andere Zimmereien sein wollte, sondern deren Partner. Mittlerweile besteht das Partner-Netzwerk aus etwa 200 Zimmereien im Dachraum und einigen weiteren darüber hinaus. Neue Partner-Zimmereien, die vom System Holz100 überzeugt sind, sind immer willkommen.

Pionierzeit

Zwischen den späten 1990er Jahren und 2010 habe das Unternehmen eine Pionierzeit erlebt: Das erste große Holzhotel Europas auf der Seiser-Alm, das erste Holzhaus mit Gebäudeklasse fünf in Hamburg, Brandschutzkonzepte mit Brandschutzwänden aus Vollholz, die von den Behörden abgesegnet wurden, die ersten Treppenhäuser aus Vollholz, aber auch internationale Projekte, zum Beispiel in Japan und Amerika. „Unsere Häuser in Fukushima haben den Tsunami 2011 alle vollkommen schadensfrei überstanden“, so Thoma.

Für ihn war es eine große Bestätigung zu sehen, was alles mit reinem, unbehandeltem Holz möglich ist.

Auf die Wertehaltung kommt es an

Heute betreibt die Holz Thoma GmbH ein eigenes Forschungszentrum und vier weitere Standorte in Österreich und im Schwarzwald. Einer der größten wirtschaftlichen Erfolge ist für Erwin Thoma, dass er das Unternehmen, trotz des enormen Kapitalaufwandes in den vergangenen Jahrzehnten, quasi schuldenfrei an seinen Sohn übergeben kann.

Geld betrachte der Unternehmensgründer, wie auch schon der „Opa“ seinerseits, als ein Werkzeug. Selbstverständlich müssen positive Ergebnisse erwirtschaftet werden. Das Ziel sei aber nicht die Kapitalmaximierung, sondern mit den gesündesten Häusern, die zudem abfallfrei und energieautark sind, dem Leben und den nachfolgenden Generationen zu dienen. „Es hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis, mit welcher Wertehaltung man arbeitet“, sagt Erwin Thoma. „Wir haben eine einzigartige Kultur des Handwerks und diese soll auch erhalten bleiben“.

Vom Visionär zum Partner für Zimmerer

„Ich hatte eine Vision, doch die nötige Technologie war nicht entwickelt“, sagt Erwin Thoma rückblickend. Es sei seine größte Herausforderung gewesen, dass ihn keiner verstanden habe. „Ich war meiner Zeit voraus, wurde als grüner Spinner bezeichnet.“ Er hat trotzdem an seine Vision geglaubt.

Heute kann die Thoma Holz GmbH junge Zimmerer als Kooperationspartner unterstützen. Sie können das Holz100-System übernehmen und den größten Teil der Wertschöpfung generieren.

Was genau hinter Holz100 steckt und mehr zum Thema Mondholz erfahrt Ihr im zweiten und dritten Teil der Blog-Reihe. 

Hier geht es direkt zum zweiten Teil.

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2 Kommentare
Florian Lindörfer
03.04.2026

Hallo zusammen,

 

ich bin seit genau einem Jahr Thoma Partner, und dafür überaus dankbar! 

 

Während der Meisterschule 2020 habe ich mich das erste mal mit Erwin Thoma und Holz100 beschäftigt, alle Bücher gelesen und Vorträge auf Youtube angesehen. 

Damals habe ich mir fest vorgenommen, wenn ich mich einmal Selbständig machen sollte, ich mich auf jedem Fall dem ökologischem Holzbau verschreiben werde.

Vor drei Jahren, 2023 bin ich dann in die Selbstständigkeit gestartet, mit allen Herausforderungen und Fehlern, die so dazu gehören, und durfte so einiges lernen.

Im Sommer des selben Jahres, durfte ich Erwin persönlich auf einem Vortrag kennen lernen. 

Seitdem stand ich immer wieder mit Samuel Riker, Thoma Außendienst, durch sehr wertvolle Gespräche,  im Kontakt. Bis dahin habe ich alle Arbeiten der klassischen Zimmerei angeboten, Dachsanierungen, Carports etc.

Vor einem Jahr habe ich mein erstes Holz100 Haus verkauft und bin dann gleichzeitig Partner geworden. (April 2024) Hierbei handelte es sich um ein 185m2 Einfamilienhaus mit 30,6cm Holz100 Außenwänden und 60mm Holzweichfaserplatten. Insgesamt wurden bei diesem Projekt über 125m3 Holz100 verbaut. Der Rohbau wurde von mir und meinem Team im Oktober 2025 aufgestellt. Die Fassade und Dacharbeiten hat eine örtliche Zimmerei übernommen. 

Für dieses Jahr sind zwei Holz100 Häuser geplant. Ich habe über die letzen jahre meine Stärken im Verkauf ausgebaut, durch Verkaufsschulungen und habe mich viel mit Marketing beschäftigt. Mein Ziel ist es gesunde und perfekt zugeschnittene Wohnräume für begeisterte Kunden zu planen und zu bauen. 

 

Die Firma Thoma und das Thoma Partner Netzwerk haben mir schon unglaublich weiter geholfen. Sei es von technischen Fragen bei der Bodeplatte oder bei Marketing Themen.

Im Netzwerk ist jeder, egal ob Zimmerer, Planer oder Architekt unglaublich hilfsbereit, soetwas habe ich noch nicht erlebt. Hier wird Zusammehalt groß geschrieben!

Für mich als Jung-Unternehmer ist das unglaublich wertvoll! Dafür bin ich sehr dankbar!

 

Ich kann jedem Zimmerer, der sich für ökologisches und urenkeltaugliches Bauen interessiert, empfehlen sich mit Thoma Holz100 zu beschäftigen. 

 

Auf meinem Instagram Kanal kommt jetzt eine Serie über Holz100.

https://www.instagram.com/florian.lindoerfer/

 

 

Gerne könnt ihr euch bei Fragen auch per Mail oder über Instagram bei mir melden.

anfrage@lindoerferholzhaus.de

https://www.instagram.com/florian.lindoerfer/

 

 

Viele Grüße und Frohe Ostern!

Florian Lindörfer

 

 

Zimmerer - Treffpunkt
08.04.2026

Vielen Dank für den ausführlichen Einblick, da hast Du ja schon ein wenig Erfahrung gesammelt. 💪

Freut uns, wenn wir so eine positive Rückmeldung erhalten!😊

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