Wanderschule aus Holz – 266 Module für das Regino-Gymnasium in Prüm
Vier Jahre hier – danach geht es weiter
Das Gebäude dient als Interimsstandort während einer Schulsanierung. Nach etwa vier bis fünf Jahren soll es demontiert und in kleineren Einheiten an voraussichtlich vier anderen Standorten dauerhaft weitergenutzt werden.
Der entscheidende Unterschied zu klassischen Übergangsbauten:
Hier wurde von Anfang an für den Rückbau geplant.
Keine Einweglösungen
Keine Verbundsysteme, die später nur noch mit großem Aufwand trennbar sind
Module, die konstruktiv auf Wiederverwendung ausgelegt sind
Die Schule ist damit eher Baukasten als Bauwerk.
266 Module – jedes gleich gedacht
Das Gebäude besteht aus 266 Raummodulen, ergänzt durch Flure und Treppenhäuser in Elementbauweise.
Besonders wichtig für die spätere Weiterverwendung:
Jedes Modul erfüllt die gleichen statischen Anforderungen – egal ob im Erd- oder Obergeschoss.
Das bedeutet:
Ein Modul kann später an jeder beliebigen Stelle wieder eingebaut werden.
Ein typischer Klassenraum mit 60 m² setzt sich aus drei 20-m²-Modulen zusammen. Für größere Räume werden zusätzliche Mittelmodule ergänzt. Das System bleibt gleich – nur die Kombination ändert sich.
Verbindung statt Verklebung
Gefügt werden die Module über vormontierte Holzdollen – ein bewusst einfaches, lösbares Detail.
Das ermöglicht:
schnelle Montage
saubere Schallentkopplung
unkomplizierte Demontage
Transport ohne große Anpassungen
Auch die Sanitärmodule wurden komplett vorgefertigt – inklusive Ausstattung. Beim Standortwechsel bleiben WC-Schüsseln, Technik und Anschlüsse im Modul. Es wird nicht zurückgebaut, sondern umgesetzt.
Holzbau in Schulqualität
Die Außen- und Trennwände sind in Holzständerbauweise ausgeführt – in Passivhaus-Qualität. Innen bleiben weiß lasierte OSB-Oberflächen sichtbar, Flure sind mit Brettsperrholz gestaltet.
Die hinterlüftete Fassade aus vorvergrauter Lärche ist wartungsarm und langlebig – wichtig, wenn ein Gebäude mehrere Standorte durchläuft.
Verbaut wurden insgesamt rund 2.760 m³ Holz – ein beachtliches Volumen für einen Bau, der nicht dauerhaft an einem Ort bleiben soll.
Offene Lernlandschaften trotz Modulbau
Dank eines innovativen Brandschutzkonzepts konnten Nutzungseinheiten bis 400 m² realisiert werden. So entstehen offene Lerncluster mit geschlossenen Klassenräumen, Differenzierungsräumen und offenen Bereichen – kein enger Containerflur, sondern echte Schularchitektur.
Das zeigt: Modulbau bedeutet nicht automatisch Kompromiss.
Was die Wanderschule für den Holzbau bedeutet
Die Schule in Prüm ist mehr als ein Interimsgebäude. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Holzbau auf zukünftige Anforderungen reagieren kann:
hoher Vorfertigungsgrad
klare Fügedetails
sortenreine Konstruktion
mehrfach nutzbare Module
kurze Bauzeit
Unser Fazit:
Die Wanderschule in Prüm macht deutlich, dass Gebäude heute nicht mehr zwingend ortsfest gedacht werden müssen. Holzmodulbau kann flexibel, hochwertig und dauerhaft zugleich sein – wenn Konstruktion und Planung von Anfang an darauf ausgelegt sind.
Architekt:
werk.um Architekten
Fotos:
Blitzwerk Fotoart&Design
Digitalgrafie
Thomas Ott, o2t.de (Bilder Fertigstellung)




















Schade das die ausführende Firma nicht genannt wurde.
Danke für den Hinweis. Wir werden darauf in Zukunft noch mehr achten.
Sehr sehr starkes Projekt.
Gerne mehr davon.
Holz bleibt einfach das schönste Material 💪
Wenn du mehr von solchen Projekten sehen willst Brüggemann Holzbau folgen👍🏻
Mega. Von der Planung Bistum fertigung. 👍🏼
Wie ist die Gründung? Hoffe da wurde auf Beton verzichtet?!