Bayerische Bezirksversammlungen 2026: KI und Nachhaltigkeit im Zimmererhandwerk
Die Bezirksversammlungen dienen dem jährlichen Austausch zwischen dem Verband und den Betrieben. Neben organisatorischen Themen standen aktuelle fachliche und rechtliche Entwicklungen im Holzbau im Mittelpunkt. Auch Gäste aus der lokalen Politik waren vor Ort und richteten das Wort an die Teilnehmenden.
Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski gab einen Überblick über politische und rechtliche Themen, die für die Betriebe relevant sind. Dazu zählten der „Bauturbo” und seine möglichen Auswirkungen auf die Bauwirtschaft, steigende Lohnkosten, sowie anstehende Neuregelungen ab 2026, beispielsweise zur Bewertung von Fahrzeiten als Arbeitszeit. Außerdem stellte er den neuen Nachhaltigkeits-Piloten des Verbands vor. Mit diesem können Innungsbetriebe ihre CO₂-Emissionen berechnen und Nachhaltigkeitsberichte erstellen. Anschließend präsentierte Verbandsreferent Valentin Klingler aktuelle Forschungsergebnisse im Holzbau, Fördermöglichkeiten sowie Anforderungen im Rahmen der PEFC-Zertifizierung.
Arbeitsschutz und Künstliche Intelligenz
Ein Programmpunkt war der Bereich Arbeitssicherheit. Referenten der BG BAU stellten unter anderem den Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst (ASD) vor, der Betriebe bei der Organisation von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften unterstützt. Zudem wurden Informationen zu Arbeitsschutzprämien vermittelt. Passend dazu stellte Andreas Kraft, LIV-Referent für Technik und Umwelt, am Nachmittag die neue digitale Lernplattform des Verbands vor. Mit dieser können Mitarbeiterunterweisungen dokumentiert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Künstliche Intelligenz. In einem Fachvortrag der Handwerkskammern und der Mittelstand-Digital-Zentren wurde aufgezeigt, in welchen Bereichen KI bereits heute in Handwerksbetrieben eingesetzt werden kann, etwa bei der Baustellendokumentation, der Erstellung von Materiallisten oder der strukturierten Bearbeitung von E-Mails.
Regionale Anliegen und Ehrungen
Wie in den Vorjahren war ein Teil jeder Versammlung den spezifischen Themen der jeweiligen Regierungsbezirke gewidmet. Dabei wurden regionale Anliegen aus den Innungen besprochen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnung des ehrenamtlichen Engagements. Für ihre besonderen Verdienste um das Zimmererhandwerk erhielten Michael Andrä, Obermeister der Zimmerer-Innung Oberland, Christian Stemmer, Obermeister der Zimmerer-Innung Neuburg/Schrobenhausen, und Hermann Lauchs, Obermeister der Zimmerer-Innung Ansbach-Westmittelfranken, die Silberne Ehrennadel des Bayerischen Zimmererhandwerks.
