RotoCampus: Wissensvermittlung mit Spaßfaktor
Fachthemen
Sebastian Raith
16.02.2026
BGJ im Zimmererhandwerk noch zeitgemäß?
Mal was in eigener Sache. Ich habe jetzt schon mehrmals mit dem Thema BGJ zu tun gehabt und ums kurz zu machen ich finde es überholt. Uns springen von 10 Azubianfragen ca 8 Personen wieder ab. Ich möchte mich nach möglichst vielen Meinungen von Azubis und auch Ausbildungsstätten umhören. Am Besten einfach in Instagram unter Raith Holzbau oder hier unter dem Beitrag kommentieren um vielleicht da in der Sache etwas bewegen zu können.
Zünftige Grüße
27 Kommentare
Andere Beiträge in der selben Kategorie
Automatik Nagler
ISOVER Broschüre informiert: Aktuelle Fraunhofer-Studie zu hydrothermischen Auswirkungen von Photovoltaik auf Steildächern
Innenfachwerk im Außenbereich verbauen
Das hat deine Kollegen interessiert
Der neue Lehrling 😅
Gerüst kippt um: Zimmerer stürzt mehrere Meter in die Tiefe
Gut vorbereitet ins erste Lehrjahr: Das PICARD Zimmerer Starter Set
Jetzt gewinnen: Taschenuhr „Hoch die Zimmererkunst“




Fande das bgj schon wichtig und interessant finde aber man könnte es schon ein wenig in die Moderne und zeitgemäße Richtung überarbeiten allerdings finde ich es auch gut wenn man traditionelle Verbindung und der gleichen beigebracht bekommt
Also ich kann nur aus meiner Sicht sagen ich fände das BGJ sehr interessant und auch wichtig aber man sollte es vielleicht überarbeitet und anders aufbauen um dir neuen Azubis nicht zu verschrecken sondern um sie von dem Beruf zu begeistern und ihnen die wichtigsten Dinge zu vermitteln
Nachtrag zu meinem ersten Kommentar:Dass das BGJ Verdienstausfall bedeutet, hat mich zunächst als Hauptgrund davon abgehalten, es zu besuchen. War ja schon „Facharbeiter“ Lohn gewohnt und darauf angewiesen.
Also ich finde es schon sinnig
verstehe auch nicht warum man alles was sich über Jahrzehnte bewehrt hat abschaffen will
Ich würde mir eher darüber Gedanken machen das das Leistungsniveau immer mehr sinkt und die Ansprüche immer weniger werden
Leider geht es da schon in der Grundschule los
Auch sollte man evtl. in der Mittelschule schon einen Technischen Zweig einführen um wieder mehr aufs Handwerk zu bauen
Also ich hab das BGJ nur beim Schreiner noch gemacht bei meiner Ausbildung zum Zimmermann wurde es mir angerechnet und ich musste nur zwei Jahre lernen
Dazu finde ich es gut es siebt schon vorher aus wer diesen Beruf machen will und wer nicht
Dann hat man wieder die Spezialisten die dann nach 1 Jahr aufhören
Ich würde das BGJ auf 1,5 Jahre aufstocken in Verbindung dann mit der Überbetrieblichen Ausbildung
Dafür dann in der Lehrzeit weniger aus den Betrieben
Wenn ich bedenke wie des bei mir gewesen ist da Berufsschule da Überbetriebliche
Schon wenn man das vorher ein wenig abwickeln könnte dafür kann der Stift dann auch evtl. mehr Arbeiten verrichten als nur hinlangen
Also ich halt nichts davon man sieht leider wo das abschaffen hingeführt hat
Egal in welcher Branche wenn man dann von der Innung hört Z.b auf dem Metallsektor die Froh sind wenn sie überhaupt kommen oder Berichtsheft haben
Macht das schon Angst
Ich finde wir sind ein Beruf mit Tradition und das Sollten wir auch vermitteln im Vornherein
Aber es kann doch nicht sein, dass alle anderen Ausbildungsberufe in Bayern ohne BGJ auskommen und Zimmerer und Schreiner nicht. Und seien wir mal ehrlich vieles was ich in meinem BGJ machen musste war wenn auch nicht unnötig dann doch zeitlich überzogen. Es gibt ja auch Hier einen Beitrag eines Azubis Emil Eidloth, welcher hier am 01.02 seine erste Mauer gepostet hat. Spricht ja nichts dagegen, den Auszubildenden zu zeigen wie man Mauer, aber das wird er etliche Stunden tun müssen und soweit ich mich erinnere sogar am Ende mit Benotung. Auch Fliesen setzen mit Mörtel schön mal gemacht zuhaben aber ganz ehrlich als Zimmerer wofür? Ein KFZ-Mechatroniker muss auch keinen Autositz neu beziehen, ein Maurer keinen Dachstuhl aufstellen, ein Spengler keine Gipskartondecke montieren und Dachdecker kein Kellerfenster einbauen.
Das ganze BGJ hat sich eher so angefühlt, als hätte man Angst die jungen Leute auf die Baustelle zu lassen und dann gemerkt oh für ein ganzes Schuljahr haben wir nicht genug Inhalte und den Lehrern jetzt zuzumuten neues zu lernen geht auch nicht. Ach dann packen wir einfach alles was mit Bau zutun hat noch mit rein.
Mir ist klar das es so nicht ist und war. Aber eben genau so hat es auf mich während der Ausbildung gewirkt.
Ich verstehe die Kritik – manches wirkt im ersten Moment vielleicht fachfremd oder zeitlich überzogen. Aber ganz ehrlich: Geschadet hat es keinem, wenn er sauber mit Handsäge, Hobel und Stemmeisen umgehen kann.
Gerade die grundlegenden Fertigkeiten – auch wenn sie teilweise über den reinen Zimmerer-Tellerrand hinausgehen – bringen auf lange Sicht enorme Vorteile. Wer ein breites bauhandwerkliches Verständnis hat, arbeitet später sicherer, sauberer und mit mehr Überblick auf der Baustelle.
Bei uns in Baden-Württemberg waren wir übrigens alle Schulferien im Betrieb und gegen Ende noch in einem 6-wöchigen Block. Vielleicht sollte man tatsächlich eher über die Dauer oder Struktur sprechen. Aber die Basisfähigkeiten werden im BGJ sehr fundiert vermittelt – und wenn wir ehrlich sind: Im normalen Betriebsalltag bleibt oft kaum Zeit, einem Lehrling solche Grundlagen in Ruhe und systematisch beizubringen.
Am End gilt halt au: gschadet hod’s ed. 😉
Mir geht es in erster Linie darum, die Ausbildung im Zimmererhandwerk insgesamt attraktiver zu gestalten. Ein verpflichtendes, unbezahltes Lehrjahr trägt aus meiner Sicht jedoch nicht zu dieser Attraktivität bei – im Gegenteil.
Selbstverständlich kann man sagen, dass es uns persönlich nicht geschadet hat. Die vermittelten Grundlagen waren fachlich wertvoll, und viele haben davon profitiert. Dennoch müssen wir berücksichtigen, dass sich die Rahmenbedingungen und Erwartungen junger Menschen in den letzten Jahren deutlich verändert haben. Der Ausbildungsmarkt ist heute stärker umkämpft, und angehende Auszubildende vergleichen sehr genau, unter welchen Bedingungen sie ihre berufliche Laufbahn beginnen.
In einer Zeit, in der zahlreiche Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht mehr vollständig besetzen können, sollten wir kritisch hinterfragen, ob ein unbezahltes Lehrjahr noch zeitgemäß ist. Wenn andere Branchen von Beginn an eine Ausbildungsvergütung bieten, entsteht zwangsläufig ein Wettbewerbsnachteil für unser Gewerk.
Es geht daher nicht darum, Bewährtes schlechtzureden oder handwerkliche Grundlagen infrage zu stellen. Vielmehr sollten wir offen darüber diskutieren, wie die Struktur der Ausbildung so weiterentwickelt werden kann, dass sie fachlich hochwertig bleibt und gleichzeitig für junge Menschen attraktiver wird. Wenn wir langfristig genügend Nachwuchs gewinnen wollen, müssen auch solche Themen sachlich und konstruktiv angegangen werden.
Da muss ich auch mal meinen Senf dazugeben. Wenn es bei euch verpflichtend ist, dann ist das scheinbar Ländersache. Während es hier auch gern gesehen ist wenn Lehrlinge ein absolviertes BGJ mitbringen, besteht minimal mehr als die Hälfte meiner Berufsschulklasse aus Schülern die normal im ersten Lehrjahr gestartet sind! (Niedersachsen)
Das stimmt. Wie so oft ist es Ländersache aber leider stoße ich bei den Innungen und auch den Schulen auf taube Ohren. Auch den Beitrag hätte ich Vorgelegt in dem man doch sieht, dass das BGJ eine kleine Schönheitskur gebrauchen könnte. Der wurde aber leider einfach nicht beachtet.
Das könnte man ändern in dem man das BGJ verlängertem ein Halbes Jahr und Dinge aus der Überbetrieblichen Ausbildung schon mit vorab bearbeitet
Das diese nicht mehr im Betrieb gemacht werden müssen
Dazu finde ich das ja gerade in der heutigen Zeit noch viele andere Materialien den Alltag mit bestimmen
Trapezblech ,Glas,Doppelsteg,Aufdachdämmung usw denke da bekommt man einen Kompletten lehrplan voll auch wenn man Mauern und Fliesen rausnehmen würde
Ich würde es Modernen Gestalten um zu zeigen wie Kreativ man Arbeiten kann
Dazu das Alte Traditionell natürlich
Deinen Ansatz finde ich grundsätzlich sehr interessant. Inhalte aus der überbetrieblichen Ausbildung vorzuziehen, könnte eine sinnvolle Möglichkeit sein, die Ausbildung strukturell neu zu denken. Entlastet das unter Umständen später auch die Betriebe und schafft mehr Klarheit in der Ausbildungsstruktur.
Aus meiner Sicht geht es darum, die Ausbildung moderner und praxisnäher zu gestalten, ohne dabei die traditionellen handwerklichen Grundlagen zu vernachlässigen. Gerade diese Verbindung aus Tradition und moderner Baupraxis macht unser Gewerk stark und attraktiv.
Im Grunde sind wir uns ja einig: Inhaltlich muss sich etwas weiterentwickeln. Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir die Ausbildung so gestalten, dass sie fachlich hochwertig bleibt und gleichzeitig den heutigen Anforderungen und Erwartungen gerecht wird.
Ich kann für mich und viele Bekannte sprechen:
Ich war in der Schule schlecht, wusste aber, dass ich ins holzige Handwerk möchte.
War mit der Suche nach betrieben überfordert und heilfroh, dass ich noch keinen Vertrag brauchte. Fürs erste Praktikum hab ich den Betrieb gefunden, bei dem ich dann gelernt und gearbeitet habe. So wie mir ging es damals vielen. Einfach noch zu grün gewesen für das Thema. Ich weiß nicht wie relevant das heutzutage noch ist, aber viele Betriebe die wir beauftragen sind tendenziell eher froh, weil dort Grundlagen gelehrt werden, die in der Schule zt vernachlässigt wurden. Die fehlende Praxis wird aber auch bemängelt. Ob man es vollständig abschafft, puh, es muss auf jeden Fall angepasst werden.
Bei uns braucht man für‘s BGJ einen Vorvertrag vom zukünftigen Ausbildungsbetrieb. Anders können sich unsere Azubis gar nicht anmelden. Das macht das ganze System natürlich wieder komplett zunichte wie du es beschrieben hast. Ansonsten stimme ich dir zu ,dass wenn man noch nicht wirklich eine konkrete Vorstellung hat wo, was, wann, wie dann kann das BGJ auch sinnvoll sein in einem gewissen Maß natürlich.
Kein System ist perfekt, aber das bgj braucht wohl eine kleine frischkur.
Gerade bei der automatisierung der letzten Jahre, das Berufsbild hat sich auch einfach stark verändert. Den Sprung muss auch die Basis mitmachen.
Ich finde das BGJ (bei uns heißt es jetzt Berufsfachschule) teilweise sinnvoll teilweise überflüssig, die Lerninhalte sind stark veraltet und bringen jemanden der Zimmerer werden will nicht wirklich weiter. Aber was bringt es uns aus betrieblicher Sicht Zimmerer im ersten Lehrjahr einzustellen? Der Auszubildende wäre dann ganze 9 Wochen im Jahr im Betrieb. Aus meiner Sicht würde das kleinere Ausbildungsbetriebe belasten.
Zudem finde ich das der Reifungsprozess bei jugendlichen im BGJ stark beschleunigt wird und die jugendlichen relativ darauf vorbereitet das wir Wirtschaftlich arbeiten wollen. Betriebe müssen ihre Lehrlinge ja nicht prinzipiell zum BGJ schicken ihr könnt ja auch im ersten Lehrjahr einstellen wenn der Betrieb die Kosten dafür tragen möchte das die Lehrlinge eigentlich nur auf Lehrgängen sind.
Alles in allem würd ich sagen die Lerninhalte sollten definitiv überholt werden im BGJ aber ich finde auch das es eine gute Möglichkeit sein kann kleine Ausbildungsbetriebe zu unterstützen
Analog zur Abschaffung des Bgj‘s könnte man ja die Schulzeiten anpassen, in keinem mir bekannten Ausbildungsberuf ist ein Lehrling im ersten Lehrjahr nur neun Wochen im Betrieb.
Aber warum abschaffen wenn man es garnicht nutzen muss? Das BGJ ist in Deutschland nicht verpflichtend Betriebe können auch im ersten Lehrjahr einstellen.
das BGJ wird ja auch von Schülern genutzt die zwar wissen das sie auf den Bau wollen aber noch nicht wissen in welchem Beruf
In Bayern ist es verpflichtend, nur bei Abitur oder bereits abgeschlossener Ausbildung, kann es halt wie überall übersprungen werden.
In Bayern ist dies aufgeteilt, es gibt das Berufsgrundschuljahr (BGJ) für Zimmerer und Schreiner ist dies verpflichtend und dann gibt es das BVJ (Berufsvorbereitungsjahr) Hier müssen die Schüler hin, welche keine Ausbildung oder dergleichen beginnen aber die Regelschulzeit noch nicht vollhaben.
Das BGJ hatte früher definitiv seine Berechtigung. Einheitliche Grundlagen, geschütztes Lernen und Entlastung der Betriebe waren sinnvolle Ansätze.
Heute sieht die Praxis anders aus. Ein Jahr Schulwerkstatt ersetzt keine echte Baustellenerfahrung. Wichtige Dinge wie Teamarbeit, Baustellenabläufe oder Verantwortungsgefühl entstehen erst im Betrieb.
Dazu kommt die fehlende Bindung zum Ausbildungsbetrieb und die finanzielle Unattraktivität gegenüber anderen Gewerken mit Vergütung ab dem ersten Tag. Im Wettbewerb um Nachwuchs ist das ein klarer Nachteil.
Der Blick ins Ausland zeigt, dass es auch anders geht. In Ländern wie der Schweiz oder Österreich starten Zimmerer direkt dual im Betrieb und sammeln von Anfang an Praxis.
Die Frage ist daher weniger, ob Grundlagen wichtig sind, sondern ob ein vorgeschaltetes Schuljahr noch der richtige Weg ist oder ob praxisnähere Modelle zeitgemäßer wären.
Ganz ehrlich, das Berufsgrundschuljahr (BGJ) in der Zimmerer-Ausbildung sehe ich äußerst kritisch. In seiner aktuellen Form entspricht es weder den Anforderungen moderner Betriebe noch den Erwartungen junger Menschen an eine praxisnahe Ausbildung.
Ein zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Ausbildungsvergütung im ersten Jahr. Während in vielen anderen Ausbildungsberufen von Beginn an eine Bezahlung erfolgt, müssen angehende Zimmerer im BGJ zunächst ohne Vergütung auskommen. Das ist in Zeiten von Fachkräftemangel und steigenden Lebenshaltungskosten ein deutliches Hemmnis für die Nachwuchsgewinnung.
Hinzu kommt, dass zahlreiche Inhalte des BGJ nur begrenzt praxisrelevant sind. Viele Betriebe berichten, dass Auszubildende trotz absolviertem BGJ grundlegende betriebliche Abläufe und reale Baustellensituationen erst im zweiten Lehrjahr kennenlernen. Wertvolle Zeit geht verloren, in der praktische Kompetenzen im direkten Betriebsumfeld aufgebaut werden könnten.
Darüber hinaus ist der Lehrplan dringend reformbedürftig. Moderne Holzbauweisen, Digitalisierung, Vorfertigung, nachhaltige Konstruktionen und neue Verbindungstechniken müssen deutlich stärker berücksichtigt werden. Der Holzbau entwickelt sich dynamisch – die Ausbildungsinhalte halten damit aktuell nicht Schritt.
Ein konsequenter Lösungsansatz wäre die vollständige Abschaffung des Berufsgrundschuljahres, analog zur Entwicklung im Maurerhandwerk. Eine duale Ausbildung ab dem ersten Lehrjahr mit klarer betrieblicher Einbindung, Vergütung von Beginn an und einem aktualisierten, praxisnahen Lehrplan würde die Attraktivität des Berufs steigern und die Ausbildungsqualität nachhaltig verbessern.
So sehe ich das zumindest.
Vielen Dank, dass Du deine Meinung mit uns teilst. 😊
Der Lehrplan sollte schnellstmöglich überarbeitet werden
Ich hatte kein BGJ, habe nämlich zuvor schon eine Ausbildung gemacht. Allerdings hätte es mir wirklich nicht geschadet. Dennoch ist das Konzept möglicherweise Überarbeitungsbedürftig, wennauch die Inhalte durchaus wichtig sind.
Sehr interessantes Thema.Wir sind auf die Antworten gespannt. 😊
Ihr könnt wenn ihr wollt gerne Werbung für den Beitrag machen, da ich damit wirklich zur Handwerkskammer und zur Innung gehen werde wenn genügend Meinungen vorhanden sind💪🏼👍🏽
Meine Ausbildung ist ca. 10 Jahre her und auch da war es schon als Realschüler ein Jahr was sich mehr nach Stagnation als nach Fortschritt angefühlt hat. Wenn man das Bgj, die überbetriebliche und den Urlaub abzieht, ist ein Azubi nur knapp über einem Jahr im Betrieb, was in meinen Augen für viele einfach zu wenig ist. Gleichzeitig können die Azubis sich in der Berufsschule gefühlt 10 mal den echten hausschwamm und trockenbau anhören, insgesamt sollte der komplette Lehrplan angepasst und das Bgj abgeschafft werden.