Holzparkhaus Rüsselsheim – Parken auf Holz
Holz statt Stahlbeton – ein Pilotprojekt mit Ecken und Kanten
Das vitapark® Holzparkhaus war das erste seiner Art in Deutschland, bei dem die Stellflächen vollständig auf Holzdecken stehen – inklusive tragender Holzdecken, Unterzüge und Fassadenelemente. Beton kommt ausschließlich im Fundament zum Einsatz, Stahl nur dort, wo es konstruktiv unbedingt notwendig ist.
Vom 3D-Modell zur Werkstattfertigung
Die Planung des Parkhauses findet komplett digital statt. Über ein BIM-basiertes 3D-Modell werden alle Bauteile ausgeführt, geprüft und mit den Holzbaubetrieben abgestimmt. Auf dieser Grundlage werden im Werk:
- Brettsperrholzdecken
- Brettschichtholzbinder als Unterzüge und Randträger
- Holzlamellenfassade
fertig vorbereitet.
Die Holzdecken werden bereits oberflächenfertig produziert. Auch die besonderen Fassadenelemente aus schiefwinkligen Dreiecken und Vierecken sind vollständig vorgefertigt und 3D-konstruiert – ein Detail, das man dem fertigen Bau kaum ansieht, das aber maßgeblich zur schnellen Montage beiträgt.
Montage: Achse für Achse in kurzer Zeit
Auf der Baustelle werden die vorgefertigten Bauteile Achse für Achse montiert, sauber und in kurzer Zeit. Dabei zeigt sich ein Vorteil des Holzbaus ganz praktisch: geringer Materialumschlag, witterungsunabhängige Montage und ein klar strukturierter Ablauf. Nur dort, wo statisch nötig, ist Stahl im Spiel – überall sonst bleibt Holz das tragende Element.
Holz schafft Atmosphäre im Parkraum
Wenn man heute durch das Parkhaus geht, merkt man schnell: Das ist kein kalter Betonbau. Die Holzdecken und Holzträger erzeugen eine wärmere, fast wohnliche Atmosphäre. Durch die hellen Oberflächen reflektiert das Licht auf eine ganz andere Weise als in herkömmlichen Garagen.
Das Holzparkhaus ist offen gestaltet. Große Öffnungen sorgen für Tageslicht und gute Sichtbeziehungen, was auch die Wahrnehmung beim Nutzer positiv beeinflusst – ein Punkt, den klassische Parkhäuser oft vermissen lassen.
Fassadendesign mit Holzlamellen
Die Holzlamellenfassade wurde in der Werkstatt nach 3D-Modell vorgefertigt und in ganzen Feldern montiert. Jedes Fassadenelement sitzt in einem Stahlrahmen, die Lattung und Sekundärkonstruktion bestehen wiederum aus Holzprofilen. Diese Detailarbeit unterstreicht die handwerkliche Qualität des Baus – auch wenn es auf den ersten Blick futuristisch wirkt.
Funktion trifft Nachhaltigkeit
Als offene Großgarage erfüllt das Holzparkhaus in Rüsselsheim alle normativen und baurechtlichen Vorgaben – inklusive Brandschutz und Oberflächenschutz. Gleichzeitig wird durch den Ersatz von Beton und Stahl durch Holz eine deutlich bessere Ökobilanz erzielt, weil Holz als nachwachsender Rohstoff sowohl Energiebedarf als auch CO2-Emissionen über den Lebenszyklus reduziert.
Fazit für Zimmerer
Das Holzparkhaus in Rüsselsheim ist kein Show-Objekt, sondern ein praktisch gebauter Holzbau mit Nutzwert:
- Vorfertigung auf 3D-Basis
- Holztragwerk statt Stahlbeton
- Schnelle, saubere Montage
- Neue Atmosphäre im Parkraum
und das alles unter Beibehaltung der technischen und baurechtlichen Anforderungen.
Ein Projekt, das zeigt: Holzbau im Ingenieurholzbau kann auch dort funktionieren, wo wir ihn bisher nicht erwartet hätten – sogar beim Parken.






















Da sieht man mal wieder wie vielseitig Holz sein kann! Sehr spannender Blog
Was wurde als Fahrbahnbelag für ein Material verwendet? Schaut klasse aus!
Hallo Wolfgang,
Die Parkebene 1 wurde aus Gußasphalt abgedichtet.
Nach der Abdichtung wurde der Gußasphalt dann eingebaut. 😉
Das macht richtig was her das Möbel