Windkraft Simonsfeld – wenn Haltung, Holzbau und Handwerk zusammenkommen
Holzbau als strukturelles Rückgrat – ehrlich, flexibel, zukunftsfähig
Der Neubau dockt gezielt an den bestehenden Bau an und spannt gemeinsam mit ihm ein zentrales Atrium auf. Genau dieser Raum ist sinnbildlich für das Projekt: Begegnung, Austausch, Offenheit.
- Konsruktiv setzt der Neubau auf einen klar gegliederten Holzskelettbau. Für uns Zimmerer besonders spannend:
- Tragstruktur aus Holz
- große Spannweiten
- hohe Flexibilität für zukünftige Anpassungen
- saubere Trennung von Tragwerk, Ausbau und Technik
Das ist Holzbau, wie wir ihn lieben: logisch, effizient und mit Weitblick geplant.
Lehm trifft Holz – Raumklima statt Technikschlacht
Im Inneren übernehmen zwei massive Stampflehmkerne die Erschließung und die Nebenfunktionen.
- Sie regulieren Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Sie sind Teil der Bauteilaktivierung
- Sie sorgen für spürbare Behaglichkeit
Kombiniert mit 11 Tiefenbohrungen, einer vollständig mit Photovoltaik belegten Dachfläche und einem ganzheitlichen Energiekonzept entsteht ein Gebäude, das nicht nur wenig Energie braucht – sondern bereits in der Errichtungsphase eine positive CO₂-Bilanz aufweist
Zahlen, die für sich sprechen – CO₂ als Planungsgrundlage
Besonders spannend für Planer und Holzbau-Profis:
Die CO₂-Bilanz wurde detailliert geschossweise berechnet. Tragende Holzbauteile wie Stützen, Träger, Decken und Wände wirken dabei als echte CO₂-Senken. In Summe ergibt sich ein klar negatives Global Warming Potential für große Teile des Bauwerks
Das ist kein Marketing.
Das ist nachvollziehbarer, messbarer Klimaschutz durch Holzbau.
Klimaaktiv Gold – und trotzdem kein Selbstzweck
1000 von 1000 Punkten nach dem klimaaktiv-Gold-Standard sind eine Ansage. Aber was dieses Projekt besonders macht:
Man hat nicht für das Zertifikat gebaut – sondern das Zertifikat bekommen, weil konsequent richtig geplant und gebaut wurde.
Der Leitsatz von Windkraft Simonsfeld passt perfekt: „Wir bauen für die Zukunft.“
Und genau das sieht man hier – in jedem Detail.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
Allgemeine Projektdaten
- Projekt: Erweiterung Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld
- Standort: Energiewendeplatz 1, 2115 Ernstbrunn, Niederösterreich
- Architektur: juri troy architects
- Projekttyp: Erweiterungsbau (Bestand + Neubau)
- Auszeichnung: klimaaktiv Gold – 1000 von 1000 Punkten, Bauherr:innenpreis 2025
Zeitlicher Ablauf
- Wettbewerb: Juni 2022
- Planungsbeginn: September 2022
- Baubeginn: August 2023
- Fertigstellung: September 2024
→ Bauzeit Neubau: ca. 13 Monate
Bauweise & Materialien
- Bauweise Bestand: Stahlbeton, Holzmassiv
- Bauweise Zubau: Holzskelettbau, Brettsperrholzdecken (CLT), Massive Stampflehmkerne (Erschließung & Haustechnik)
- Holzanteil gesamt: ca. 590 m³
- Fokus auf konstruktiven Holzbau, Dauerhaftigkeit und Rückbaubarkeit
Energie & Nachhaltigkeit
- Photovoltaikfläche: 838 m²
- Erdsonden: 28 Stück
- Energiesysteme:
- Photovoltaik
- Erdwärmepumpe
- Bauteilaktivierung
Ausführende Firmen (Auswahl)
- Holzbau / Teil-GU: Strobl Bau – Holzbau GmbH
- Lehmbau: pro Lehm Frauwallner GmbH & Co KG
- Statik & Fachplanung: KPPK ZT GmbH
Unser Fazit
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn:
- Die Bauherrschaft Haltung zeigt.
- Die Architektur den Holzbau wirklich versteht
- Nachhaltigkeit nicht draufgeschrieben, sondern durchgerechnet wird
Für Zimmerer ist das Projekt eine Bestätigung unseres Handwerks. Für Planer ein starkes Argument für den Holzbau. Und für die Branche insgesamt ein Zeichen, wohin die Reise geht.
Mehr solcher Projekte braucht das Land! Und genau deshalb schauen wir beim Zimmerer-Treffpunkt so genau hin.
Bleib dran – wir zeigen Dir weiterhin Holzbau, der wirklich etwas bewegt.
Fotos: Juri Troy/Patrick Johannsen












































Deswegen entscheiden sich viele für die Holzbauweise es ist einfach die bessere und effektivere Variante
Hier wird deutlich, dass Holzbau mehr ist als nur eine Bauweise – er ist Haltung. Schön zu sehen, dass unser Handwerk in solchen zukunftsorientierten Projekten nicht nur mitgedacht, sondern wertgeschätzt wird! 😎
Sieht nach einem wirklich tollen Projekt aus. Besonders der Kern aus Stampflehm gefällt mir. Holz und Lehm sind einfach eine perfekte Kombination. Auch die großen Fensterflächen und die dadurch entstandenen hellen Räume sind fantastisch - Holzbau ist für viele Menschen ja noch eher dunkel in der Vorstellung.
Was ich allerdings nicht verstehe ist der geringe Dachüberstand bzw ein mangelnder konstruktiver Holzschutz. Sieht so aus als wäre das Holz, auch die Trägerkonstruktion, frei bewittert.Grundsätzlich scheinen die Menschen im Alpenraum, ob Österreich oder Schweiz, den deutschen im Holzbau weit voraus zu sein. Schön was da mittlerweile alles möglich ist!