Austausch unter Profis: Vertiefung im spezialisierten Blockhausbau
Diesmal möchte ich ein Thema zur Diskussion stellen, das immer wieder für Gesprächsstoff sorgt: die Dämmung zwischen den Stämmen.
Besonders Schafwolle hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen, doch die Meinungen dazu sind extrem gespalten. Während die einen sie als den „König der Dämmstoffe“ im Blockhausbau feiern, warnen andere eindringlich vor Mottenbefall und Materialzersetzung.
Mir ist bewusst, dass die Performance des Dämmstoffs stark von den Rahmenbedingungen abhängt – insbesondere davon, ob mit vorgetrocknetem Holz oder grünen Stämmen (frischem Einschlag) gearbeitet wird.
Um hier mehr Klarheit zu gewinnen, interessieren mich eure praktischen Langzeiterfahrungen:
Materialvergleich: Welche Erfahrungen habt ihr im direkten Vergleich zwischen Schafwolle, Hanf und Flachs gemacht? Wo seht ihr Vorteile in der Verarbeitung und Haltbarkeit?
Befund bei Demontage: Hat jemand von euch schon einmal ältere Blockhäuser, die mit Schafwolle gedämmt waren, rückgebaut oder saniert? Wie sah der Zustand der Wolle nach 10, 20 oder mehr Jahren aus? Gab es tatsächlich Nachweise für Mottenfraß oder Feuchtigkeitsschäden?
Ich bin gespannt auf eure fundierten Einblicke und den Austausch über eure „Baustellen-Wahrheiten“.
Beste Grüße, Jakob

Blockhausbau ist wirklich ein spannendes Thema.
Vielleicht hilft dieses Wissen fundierte Nachschlagewerk für Lösungen und Fragen.
Holzbaukunst-Der Blockbau-Hermann Phleps vom Bruderverlag Karlsruhe
Servus Basti und danke für dein Kommentar.
Leider ist "Der Blockhausbau" von Herrmann Phleps schon ziemlich alt. Auch wenn viele interessante Themen angesprochen werden würde ich sagen dass viele veraltet sind.
In diesem Fall beispielsweise: zu der Zeit zu der das Buch geschrieben wurde gab es noch keine Salzversetzte Schafwolldämmung.
Schafwolle sollte in der heutigen Zeit sowieso nicht mehr mit Boraten angereichert werden, dafür gibt es neuere Methoden einen Mottenschutz zu erzielen-Plasmabehandlung
Schließe mich an - super interessante Frage. Anmerkung von meiner Seite, theoretisch würde es für all diese spezifischen Mikrogebiete im Block- und Naturstammhausbau eine eigene Rubrik benötigen.Mir fallen nämlich direkt weitere Fragen ein, wie z. B. bez. der Entrindung... mit Wasser oder mechanisch - und "WHY"? Oder, welche Motorsäge ist das Traumbaby eines jeden Stammhausbauers? Oder, wie könnte eine weiter ausgebaute und verfeinerte "Automatisierung" auch im Stammhausbau Einzug erhalten?Anstrich oder ohne? Mondholz oder egal? Etc....
Hallo Hinrich,
du hast absolut recht: Es ist unglaublich schwierig, engagierte und wirklich leidenschaftliche Blockhausbauer für einen fachlichen Austausch zu finden. Der simple Grund ist wohl, dass es davon schlichtweg zu wenige gibt.
Selbst ich habe in meinen Jahren als Blockhausbauer bisher nur eine Handvoll Kollegen kennengelernt, die dieses Handwerk mit der nötigen Passion und Detailverliebtheit betreiben.
Zu den von dir genannten Fragen könnte ich bei Interesse auch gerne einmal einen ausführlichen Beitrag verfassen. Mir fällt zu dieser Thematik nämlich eine ganze Menge ein, das ich im Laufe der Zeit beobachten konnte. 😅
Ich hoffe sehr, dass sich hier noch weitere Experten finden, die Licht ins Dunkel bringen können und ihre Erfahrungen mit uns teilen.
Beste Grüße,
Jakob
Toller Beitrag.Wir sind ebenfalls auf die Erfahrungen gespannt. 😊