Abmahnung über 11.000 € wegen Musiknutzung auf Social Media – was ihr unbedingt wissen solltet
Wie es dazu kam
Ich habe im Jahr 2023 drei Reels auf TikTok veröffentlicht, in denen ich Musik aus der dortigen Musikbibliothek verwendet habe. Die Clips waren zwischen 30 und 50 Sekunden lang und erzielten keine außergewöhnlich große Reichweite, trotzdem erhielt ich eine Abmahnung in Höhe von 11.000 Euro.
Viele wissen nicht, dass die meisten Sounds aus den Musikbibliotheken von Social-Media-Plattformen nicht lizenzfrei sind. Das bedeutet: Wenn ihr Musik in Reels, Storys oder Videos verwendet, ohne dafür eine Lizenz zu besitzen, kann das als Urheberrechtsverletzung gewertet werden.
Die Reels mit den jeweiligen Musik-Sounds werden mittlerweile mithilfe von KI automatisch erkannt und anschließend abgemahnt. Besonders beliebte Trend-Sounds – wie zum Beispiel „PedroPedro (mit dem Waschbär)” werden von solchen Firmen gerne genutzt, da sie häufig auf Social Media geteilt werden und somit ein hohes Abmahnungspotenzial bieten.
Diese Abmahnwelle betrifft derzeit vor allem gewerbliche Accounts, also solche, auf denen ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen präsentiert wird. Aber auch private Nutzer können betroffen sein, besonders dann, wenn sie regelmäßig posten und ihre Inhalte zur Reichweitensteigerung mit bekannten Sounds unterlegen.
Wichtiger Hinweis
Das, was ich hier schreibe, ist keine Rechtsberatung, sondern eine persönliche Erfahrung und Empfehlung. Wenn ihr selbst eine Abmahnung erhaltet, solltet ihr unbedingt einen Fachanwalt einschalten.
Was ihr tun solltet, wenn euch eine Abmahnung erreicht
Wenn ihr eine Abmahnung im Briefkasten habt, ist das Kind zwar schon in den Brunnen gefallen aber ihr könnt noch richtig reagieren. Hier meine Empfehlungen aus Erfahrung:
- Ruhe bewahren!
Überweist auf keinen Fall sofort das geforderte Geld und nehmt auch keinen direkten Kontakt zur abmahnenden Partei auf. - Beweise sichern.
Sucht die betroffenen Reels heraus und dokumentiert genau:
– Auf welcher Plattform sie veröffentlicht wurden
– Wie viele Views, Likes und Reichweite sie erzielt haben
– Wann sie online gingen
Speichert die Videos am besten lokal auf eurem Rechner. - Reels und Sounds entfernen.
Löscht betroffene Reels oder entfernt die Sounds aus euren Videos, sodass sie nicht mehr hörbar sind. - Fachanwalt einschalten.
Wendet euch an einen Anwalt für Urheber- oder Medienrecht. Schildert ihm den genauen Ablauf und übergebt ihm eure Unterlagen. Er übernimmt die Kommunikation mit der Gegenseite. - Auf Vergleich hinarbeiten.
Der Anwalt wird in den meisten Fällen versuchen, einen Vergleich auszuhandeln. In meinem Fall konnte die ursprüngliche Forderung von 11.000 Euro auf 3.000 Euro reduziert werden.
Kosten, die auf euch zukommen
Ein Fachanwalt benötigt in der Regel zwei bis drei Stunden zur Bearbeitung eines solchen Falls. Ihr solltet dafür mit zusätzlichen Kosten von 700 bis 1.200 Euro rechnen, je nach Aufwand und Kanzlei. Diese Investition lohnt sich aber in den meisten Fällen, da sie euch vor deutlich höheren Zahlungen schützt.
Mein Fazit
Viele unterschätzen die rechtliche Seite von Social Media. Nur weil Musik auf TikTok, Instagram oder Facebook verfügbar ist, heißt das nicht, dass sie frei verwendet werden darf, vor allem nicht für gewerbliche Zwecke.
Mein Rat: Verwendet nur lizenzfreie Musik oder Sounds mit eindeutiger Nutzungserlaubnis. Es gibt mittlerweile viele Plattformen mit sicherer, lizenzfreier Musik für Social Media.
Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht hilft euch, solche teuren Fehler zu vermeiden.
Bleibt wachsam und teilt diesen Beitrag gerne mit anderen, die auf Social Media aktiv sind, es kann viel Geld und Ärger ersparen.
Solltet Ihr noch Fragen haben zu meiner Erfahrung, könnt Ihr mir gerne auch noch privat schreiben.
Viele Grüße,
Matthias
Laserscanning Bayern GmbH
Instagram
TikTok

Danke für den Hinweis Matthias! Das ist echt eine fiese Nummer seitens unnützlicher Abmahnungsanwälte. Die sollten mal einen Tag auf der Baustelle arbeiten, dann wissen sie was ehrliche Arbeit ist.
Ich dachte mir, das ist ein Thema, das man einfach einmal ansprechen muss – auch, um auf die „Gefahr“ hinzuweisen, da doch sehr viele Kollegen auf Social Media lizenzpflichtige Lieder verwenden!
Ja, auf jeden Fall wichtig. Das ist eine unnötige Kostenfalle, die man vermeiden kann. Alternativ gibt es auf Meta ja die lizenzfreien Lieder die man verwenden kann.
Wow. Tut mir leid für dich, aber vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
Weißer du in das auch für den WhatsApp Status gilt?
Rechtssicher kann ich dir das nicht beantworten, da müsstest du einen Anwalt fragen. Aber wenn du in deinem WhatsApp-Status Musik verwendest, würde ich das unkritisch sehen, da den Status ja nur deine Kontakte sehen und er nach 24 Stunden wieder verschwindet. Bei einer WhatsApp-Gruppe würde ich das allerdings anders beurteilen und es eher so behandeln wie bei Instagram oder TikTok.
Interessant wäre noch zu wissen, wenn du das sagen darfst, welches Liedgut so teuer ist 🤔
Alle Lieder, die lizenzrechtlich geschützt sind (es spielt keine Rolle welche), können ohne die erforderlichen Lizenzrechte schnell teuer werden. Zwei der betroffenen Songs waren „Run Away“ und „Popcorn (Rework)“.
Sehr wichtig, Danke für den Einblick 💯
Offen darüber reden und voneinander lernen!