Neue Ausbildungsordnung im Zimmererhandwerk ab 2026 - moderner, digitaler, nachhaltiger
Vom Stofflernen zur Handlungskompetenz
„Die neue Ausbildungsordnung ist ein Schritt in die Zukunft“, sagt Jan Ackermann.
Statt reiner Stoffvermittlung steht künftig Handlungskompetenz im Mittelpunkt – vom Planen über das Ausführen bis hin zur Qualitätssicherung. Die Ausbildung wird noch mehr projekt- und prozessorientiert: Es geht nicht mehr nur um Übungen, sondern um echte Bauaufgaben mit realem Praxisbezug.
So zieht sich ein roter Faden durch alle drei Lehrjahre – vom Holzrahmenbau bis zur Sanierung. Die neuen Inhalte sind durchgängig praxisnah aufgebaut und bereiten gezielt auf die Anforderungen moderner Baustellen vor.
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Sicherheit – fest verankert
„Mit der neuen Ordnung werden Themen eingeführt, die den heutigen Holzbau abbilden“, erklärt Ackermann weiter. Dazu gehören:
- Digitale Werkzeuge: CAD-Grundlagen, digitales Aufmaß mit Laser und Tablet, Cloud-Dokumentation und mobile Softwarelösungen.
- Nachhaltigkeit & Klimaschutz: Holz als CO₂-Speicher, ressourcenschonendes Bauen, Recycling und Rückbau, Feuchte- und Wärmeschutz.
- Sichere Arbeitsprozesse: Ergonomie, PSA, sicheres Arbeiten in der Höhe – praxisnah und konsequent umgesetzt.
Auch die Prüfungen werden moderner: Die gestreckte Gesellenprüfung bewertet künftig mehrere Kompetenzstufen und dokumentierte Arbeitsprozesse, statt alles am Ende in einer großen Prüfung zu bündeln.
Neue Themen – alte Zöpfe abgeschnitten
„Viele Inhalte passen zur aktuellen Zeit und Herausforderungen im Holzbau. Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und moderne Produktionsverfahren stehen stärker im Fokus. Dafür wurden manche älteren Inhalte gestrafft oder gestrichen – das war notwendig, um Platz für Neues zu schaffen., so Markus Weitzmann, Gesamtleiter des Bildungszentrums“
Ganz neu sind außerdem Wahlwochen: ergänzende Module, mit welchen Ausbildungseinrichtungen bestimmte Themen vertiefen können – vom Abbund bis zur Elementfertigung.
„Das gibt uns Spielraum, eigene Schwerpunkte zu setzen“, betont Weitzmann. „Die Verordnung regelt den Mindeststandard – alles, was darüber hinausgeht, liegt in unserer Hand.“
Worauf sich Azubis freuen können
Markus Weitzmann und Jan Ackermann sind sich einig:
Die nächste Generation kann sich auf eine moderne, praxisorientierte und abwechslungsreiche Ausbildung freuen.
Vieles, was bisher nur theoretisch behandelt wurde, wird jetzt im Projekt erlebbar. Ob digitales Aufmaß, nachhaltige Dämmstoffe oder Vorfertigung – das alles gehört künftig zum Ausbildungsalltag.
Und Weitzmann ergänzt mit einem Schmunzeln:
„Klar, es gibt immer Themen, die man sich zusätzlich wünschen würde. Aber das Fundament stimmt. Und das Wichtigste: Die Ausbildung bleibt handwerklich, praxisnah und echt.“
Zukunftsfähig durch und durch
Mit der neuen Ausbildungsordnung wird der Beruf nicht nur moderner, sondern auch attraktiver für junge Menschen.
Die Kombination aus traditionellem Handwerk und digitaler Technik, aus Nachhaltigkeit und Praxisnähe, macht die Ausbildung im Zimmererhandwerk noch spannender – und bereitet optimal auf die Zukunft des Holzbaus vor.
Fazit
Die neue Ausbildungsordnung bringt das Zimmererhandwerk auf das nächste Level – digital, nachhaltig und praxisnah. Sie schafft die Grundlage dafür, dass unsere Zunft auch in Zukunft stark bleibt und wir gefragte Fachkräfte in einer digitalen Welt bleiben werden. Tradition trifft auf Moderne.
Was hältst du von den neuen Inhalten?
Freust du dich auf die modernere Ausbildung – oder hast du Bedenken?
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Servus
Ich bin der Meinung dass alle die eine Zimmererlehre machen das BGJ machen müssen da ist viel da bei das mann im 2 und 3 Drieten Lehrjahr braucht.
Auch egal ober der Abi hat oder nicht .
Zünftige Grüsse
Moosa
Das wird eh komplett in Abhängigkeit zu dem BZB und der Berufsschule passieren. Am Niederrhein ist Steinzeit in den ÜBL und auch kein Geld dafür da um modernen Holzbau zu unterrichten. ( wöchentlich kostet es in NRW den Betrieb jetzt zusätzlich ~ 100€ extra, weil Landesgelder gekürzt wurden) In 2026 wird mit Handsäge, Beitel und Winkel gearbeitet, in 1:10 auf Papier gezeichnet und aus miesem Holz dann Modele aus den 50-70 Jahren jedes Jahr von Neuem für den Kamin zugeschnitten.
Ich hoffe, bin aber sehr skeptisch wie die Umsetzung passieren wird.
Wie die Umsetzung wird, sehen wir dann.
Ein frischer Wind schadet in diesem Fall aber sicher nicht. 😊
Super dass sich hier mal was tut! Ist meine Meinung nach schon lange überfällig
Super, da merkt man, dass unser Handwerk versucht mit der Zeit zu gehen, ich bin gespannt wie das, dann in der Praxis aussieht!
Ich hoffe, dass die Ausbildungszentren auch gut genug unterstützt werden. Auch finanziell, denn an der Vergütungshöhe der Ausbildung scheitert es leider schnell.
Wo findet man den Quellen darüber?Also tiefergehende Informationen und kann das Thema nachlesen?
Wichtig zu wissen ist, dass noch Verbindliche Aussagen fehlen wie die Ausbildung im Detail aussehen wird, die Inhalte werden aber wie im Blog beschrieben angepasst und modernisiert.
Informationen bekommst du von den Berufsschulen, Aubildungszentren oder Innungen/Handwerkskammern. Das Bundesinstitut für Berufsbildung und die Agentur für Arbeit haben natülich auch schon entsprechende Informationen.
Hört sich doch nicht schlecht an bin schon gespannt
Ein Hoch auf die Digitalisierung
Arbeitssicherheit und Ergonomisches Arbeiten sollte viel Besser vermittelt werden.
Eine gute Sache man muss mit der Zeit gehen
Ich finde Praxisbezug ist wichtig es sollte auch der Umgang mit Handabbundmaschinen mehr geübt werden
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
sehr gut!
Da hast du Recht!
Das klingt super !
in meiner Ausbildung (2013-2016) war Digitalisierung ein Fremdwort.
Es wurden in der Überbetrieblichen nur stumpf die Modelle gekloppt und nix anderes.
- Stumpf nach Lehrplan eben.
Umsobesser das die neue Generation es nun besser hat und mehr Praxis Inhalt vermittelt bekommt!
Absolut, wir finden auch super, dass die Ausbildung jetzt praxisberzogener wird!
Ich freue mich das die Ausbildung moderner gestaltet wird