Holzbau zwischen Zuversicht und Unsicherheit – Umfrageergebnisse & ZDB-Positionspapier im Fokus
Zu viel Arbeit bis Jahresende
55 % der Teilnehmer gaben an, bis Jahresende sogar zu viel Arbeit zu haben. 38 % empfinden ihre Auslastung als gut oder optimal, nur 7 % haben aktuell zu wenig Aufträge. Damit zeigt sich: Während die Auftragslage in der Branche insgesamt unter Druck steht, sind viele Betriebe im Holzbau weiterhin stark ausgelastet – teilweise sogar überlastet.
Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema
Wir wollten außerdem wissen, ob der Ausbildungsstart im Herbst gegen den Fachkräftemangel hilft. Das Ergebnis: 30 % sehen darin langfristig eine Lösung, 38 % glauben an eine nur vorübergehende Entlastung, während 32 % skeptisch bleiben. Klar ist: Der Nachwuchs ist da – doch ohne bessere Rahmenbedingungen wird es schwer, die Lücke dauerhaft zu schließen.
Mitarbeiter dringend gesucht
Ein weiteres spannendes Ergebnis: 75 % der befragten Betriebe suchen aktuell neue Mitarbeiter. Nur 25 % gaben an, derzeit nicht auf Personalsuche zu sein. Das bestätigt, was wir alle spüren: Die Auftragslage ist oft nicht das Problem – es fehlt an Fachkräften, um die Arbeit zu bewältigen.
Investitionen trotz Unsicherheit
Trotz Baukrise bleiben viele Zimmererbetriebe investitionsbereit: 46 % planen aktuell sicher neue Investitionen in die Firma, 36 % sind noch unsicher, und nur 19 % haben keine Pläne. Das zeigt, dass Betriebe weiterhin an ihre Zukunft glauben – auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd sind.
Schwerpunkt Sanierung
Besonders spannend ist der Blick auf die Baustellen: 57 % der Befragten arbeiten überwiegend in der Sanierung, 22 % im Neubau, und 21 % verteilen ihre Projekte ausgeglichen. Das spiegelt einen klaren Trend wider: Der Neubau schwächelt – nicht zuletzt wegen der stark eingebrochenen Genehmigungszahlen. Laut aktuellem Positionspapier von ZDB und BBS fehlen mittlerweile über 200.000 genehmigte Wohnungen im Vergleich zu den Jahren 2021/22. Im Bauüberhang stehen derzeit rund 631.000 genehmigte, aber noch nicht begonnene Projekte. Hier könnte eine befristete EH55-Förderung helfen, blockierte Bauvorhaben doch noch wirtschaftlich umzusetzen und damit auch dem Holzbau neue Impulse zu geben.
Blick in die Zukunft
Und wie sieht die Branche selbst ihre Perspektiven? 71 % der Befragten sind optimistisch, 16 % unsicher und 13 % entspannt. Diese Zuversicht ist bemerkenswert – gerade weil die politischen Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau noch nicht ausreichen. Das ZDB-Papier macht deutlich: Damit die Wohnungsbaulücke nicht noch größer wird, braucht es jetzt schnelle Investitionsimpulse. Eine EH55-Förderung für den Bauüberhang könnte den dringend benötigten Anschub liefern und gleichzeitig sicherstellen, dass nachhaltig und klimafreundlich gebaut wird – ein klarer Auftrag auch für uns im Holzbau.
Fazit
Wir haben uns neben der Umfrage auch die politische Lage und das aktuelle Positionspapier des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) genauer angeschaut. Darin wird deutlich: Der Wohnungsbau in Deutschland steckt tief in der Krise. Mit aktuell rund 631.000 Wohnungen im Bauüberhang – davon 301.000 noch nicht begonnen – liegt enormes Potenzial brach. Genau hier setzt die geplante EH55-Förderung an: Sie soll diese Projekte wirtschaftlich wieder möglich machen und so dringend benötigten Wohnraum schaffen. Für uns im Holzbau heißt das: Wenn die Politik jetzt die richtigen Impulse setzt, können Zimmerer und Dachdecker einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Wohnungsbaulücke zu schließen und gleichzeitig nachhaltige Bauweisen voranzubringen.
Die Ergebnisse unserer Umfrage machen deutlich: Zimmerer und Dachdecker sind stark ausgelastet, investieren trotz Unsicherheit in ihre Zukunft und setzen vor allem auf Sanierung. Gleichzeitig braucht es politische Lösungen, um mehr Wohnraum zu schaffen und die Bauwirtschaft zu stabilisieren. Klar ist: Der Holzbau bleibt Schlüssel für die Zukunft – doch dafür müssen Betriebe, Nachwuchs und Politik an einem Strang ziehen.
👉 Jetzt bist du gefragt: Wie sieht die Lage in deinem Betrieb aus? Hast du zu viele Aufträge, setzt du mehr auf Neubau oder Sanierung – und wie optimistisch blickst du in die Zukunft? Schreib’s in die Kommentare!














Interessant.
Ach ja?
wenn ich wen gefragt habe, kam immer nur...gerade so viel Aufträge fuer das Stammpersonal. Tut uns leid...
Hey Tarlo, in welchen Bereich sind den die Betriebe mit denen du dich ausgetauscht hast tätig? Was wir zur Zeit beobachten, dass im Sanierungsberiech viel arbeit da ist währen der Neubau schwächelt.
Es war um Sommer als ich fragte...allgemeine Zimmererarbeiten. Da mein Schwerpunkt Altbausanierunh ist , hatte ich gehofft, auf Erfolge zu stoßen.
Indemfall gibt es wohl trotz der Umfrageergebnisse regionale Unterschiede. Hoffen wir mal das die Forderungen vom ZDB umgesetzt werden und es wieder besser wird!
Sehr spannendes Thema!
Bei uns im Betieb änlich machen Neubau und Sanierung die Aufträge sind leicht zurückgegangen
Nabend den gesellen, meistern und auch Lehrlingen. Ich kann dazu nur sagen, dass bei uns in der Gegend ziemlich zweigeteilt ist. Wir haben eine sehr gute Auslastung, "benachbarte" zimmereien sagen allerdings, dass ihnen aufträge fehlen. Im großen und ganzen kann ich dazu nur sagen, dass die kleineren Aufträge ziemlich weg brechen.
Grüße euch allen
Danke für dein Feedback Josef! Was für Arbeiten/Aufträge macht ihr hauptsächlich in der ZImmerei?