Testbericht: Akku-Planfräse Mafell PF 80 18 M bl
Warum wir überhaupt planfräsen
Viele unserer Projekte spielen sich im Bereich der Denkmalpflege ab. Wir arbeiten häufig an historischen Gebäuden, besonders an alten Kirchen, wo wir immer wieder auf Hölzer stoßen, die durch tierische oder pilzliche Holzschädlinge geschädigt wurden. Typische Fälle sind verfaulte Sparrenfüße oder Balkenköpfe, die wir nicht einfach herausreißen können, sondern behutsam instand setzen müssen.
Dafür setzen wir sogenannte Prothesen ein – neue Holzstücke, die den geschädigten Bereich ergänzen. Verbunden werden diese Prothesen mit sogenannten stehenden Blättern. Hier kommt es auf Präzision an: Die Auflageflächen vom alten und vom neuen Holz müssen absolut plan sein. Nur wenn sie wirklich vollflächig aufeinanderliegen, übertragen sie die Kräfte zuverlässig, ohne Hohllagen oder Spannungen.
In der Praxis schneiden wir das Blatt zuerst grob mit etwa fünf Millimetern Luft vor. Danach kommt unsere Planfräse ins Spiel. Wir bauen eine Schablone, die unsere Zielfläche vorgibt, befestigen sie oberhalb des Bauteils und fräsen dann entlang dieser Ebene. Am Ende liegt die Fläche perfekt in der Flucht und ist spiegelglatt. Genau so müssen unsere neuen Holzprothesen sitzen – und genau dafür nutzen wir die PF 80 schon seit Jahren.
Einsatz in der Restaurierung
Dass diese Arbeitsweise auch international funktioniert, hat der Wiederaufbau des hölzernen Vierungsturms von Notre-Dame de Paris gezeigt. Dort wurde der Turm nach dem Brand komplett aus frischem Eichenholz neu aufgebaut. Anfangs versuchte man, die riesigen Holzverbindungen mit aufwendigen Oberfräsenkonstruktionen zu bearbeiten – bis unser Kollege Andreas Beck vom Restauratorenverband die Planfräse ins Spiel brachte.
Er stellte die PF 80 direkt in der Werkhalle in Frankreich vor – und ab diesem Moment war klar: Das ist der bessere Weg. Seitdem ist sie auch international ein fester Bestandteil, wenn es um präzise, plane Holzverbindungen geht.
Die neue Version: Kabellos und kompakt
Mit der neuen PF 80 18 M bl bringt Mafell die Maschine jetzt in einer komplett kabellosen Version heraus. Für unseren Alltag ist das ein echter Gewinn – gerade auf Gerüsten, in engen Dachstühlen oder in Kirchtürmen, wo Kabel oft im Weg sind oder zur Stolperfalle werden.
Die Maschine erinnert vom Aufbau her eher an einen Winkelschleifer: sehr kompakt, gut ausbalanciert und erstaunlich handlich. Besonders praktisch ist der drehbare Akku. So lässt sich die Maschine selbst in engen Ecken gut führen, ohne dass der Akku irgendwo anschlägt.
Natürlich bringt der Akkuantrieb auch ein paar Dinge mit sich, die man wissen muss. Die Leistung ist etwas geringer als beim Netzgerät, was man aber kaum merkt, wenn man genügend große Akkus nutzt. Gerade im Einsatz am Eichenholz hat auch die Akku-Variante bisher sehr überzeugt und kraftvoll durchgezogen. Wir setzen hier auf das CAS-System (Cordless Alliance System), das Mafell gemeinsam mit Metabo und weiteren Herstellern nutzt. Das hat den Vorteil, dass wir unsere Metabo-Akkus auch für die Planfräse verwenden können – und umgekehrt. So haben wir immer genug große Akkus vorgeladen und sind komplett unabhängig von der Steckdose.
Fingerschutz – gute Idee, mit kleinem Haken
Eine der auffälligsten Neuerungen ist der neue klappbare Fingerschutz an der Front. In der alten Version war er fest verbaut und begrenzte die Frästiefe, was zwar sicher war, aber auch unpraktisch. Jetzt lässt sich der Schutz individuell einstellen und beim Ansetzen wegklappen.
In der Praxis funktioniert das gut – mit einer Ausnahme: Der kleine Verstellhebel sitzt auf der rechten Seite und ist ziemlich fummelig. Unsere Mitarbeiter hätten ihn lieber größer und auf der linken Seite, damit man ihn bequemer vor dem Fräsen einstellen kann. Während der Fräsung will man in der Nähe des Fräskopfs schließlich nicht mehr herumfummeln.
Unser Fazit
Nach den ersten Einsätzen auf der Baustelle sind wir uns einig: Die neue Mafell PF 80 18 M bl ist eine rundum gelungene Weiterentwicklung. Sie bringt die gleiche Präzision wie die Netzversion, ist dabei aber deutlich flexibler, mobiler und angenehmer zu handhaben. Gerade bei unseren Restaurierungsprojekten – wenn wir mitten im Bestand an alten Balkenköpfen oder Sparrenfüßen arbeiten – ist es ein riesiger Vorteil, endlich ohne Kabel auskommen zu können.
Unterm Strich hat uns die Akku-Version überzeugt – und wir sind sicher, dass sie in Zukunft ein fester Bestandteil auf unseren Baustellen bleiben wird. Wir werden die neue PF 80 sicher regelmäßig im Einsatz haben – und sind gespannt, wie sie sich im Dauereinsatz auf unseren Restaurierungsbaustellen bewährt.
Wenn Ihr mehr von unseren Arbeiten sehen wollt, schaut gerne mal auf unserer Website vorbei oder checkt den Instagram Auftritt.








Ich durfte die Planfräse kürzlich testen und war auch sofort begeistert.
Vielen Dank für den interessanten Artikel.
Ja, wir haben sie uns auch schon bei Mafell vor Ort vorgeführt bekommen. Ist echt eine tolle Fräse. Vor allem mit Akku ist schon deutlich besser als mit Kabel.
Ein tolles Gerät Mafell macht auch einfach super Maschinen
Das auf jeden Fall!
Die ist wirklich genial. Es gibt aber auch alternativen
Interessant.
Geiles Teil, aber der Preis ist schon bisschen übertrieben.
Wirklich gut geschrieben
Sehr spannender Bericht - gut geschrieben Marvin 😎
gibt es keine Linkshänder Variante?
Danke für euren ausführlichen und ehrlichen Testbericht, damit kann man sich ein gutes Bild machen ob die Planfräse für den eigenen Betrieb eine sinvolle Investition ist.