Holz-Muni Max: Ein Gigant aus 1200 Kubik Holz
Am ESAF 2025 steht nicht nur das Schwingen (Schweizer Sportart) im Mittelpunkt – auch wir Holzprofis haben ein Meisterstück geschaffen: den monumentalen Holz-Muni Max.
Der Stier aus Holz – grösser geht’s kaum
Wenn 1200 Kubikmeter Schweizer Holz zu einem 21 Meter hohen Muni (Schweizer Begriff für Stierw) zusammengesetzt werden, dann stockt jedem Zimmerer der Atem. Mit einer Länge von über 36 Metern, fast 10 Metern Breite und einem Gewicht von 182 Tonnen ist Max kein Showobjekt, sondern ein Statement: Holzbau kann alles – selbst Giganten.
Gemeinschaftsleistung mit Herzblut
Über 220 Holzbau-Betriebe und Ausbildungsstätten haben beim Bau mitgezogen. Vom Rundholz aus dem Toggenburg bis zu den Brettschichtholz-Trägern – alles lief Hand in Hand. Besonders stark: Lehrlinge und junge Handwerker packten mit an. Für viele war Max der erste richtig große Baustelleneinsatz – und einer, den man nie vergisst. Die Form des Munis wurde nach dem „Low Poly Art“-Prinzip in über 437 Module zerlegt, damit verschiedene Betriebe gleichzeitig daran arbeiten konnten. So entstand ein Gemeinschaftswerk, das regionale Holzlieferketten von der Forstwirtschaft bis zur Montage sichtbar macht.
Präzision im XXL-Format
437 Bauelemente mussten vorgefertigt, transportiert und millimetergenau zusammengesetzt werden. Für uns Zimmerer war das eine logistische Meisterprüfung. Kaum vorstellbar: ein Stier, der so groß ist, dass man in ihm mehrere Stockwerke verbauen kann – und das Ganze so konstruiert, dass es mindestens 25 Jahre hält.
Publikumsmagnet am Eidgenössischen Schwingfest 2025
Während die Schwinger im Sägemehl kämpften, war Max draußen der stille Star. Besucher fotografierten, Kinder staunten, und für uns Handwerker war es ein echter Stolzmoment: Ein Holzbauprojekt, das neben einem eidgenössischen Traditionsfest die volle Aufmerksamkeit bekommt.
Neues Zuhause in Uri
Nach dem ESAF geht die Geschichte weiter: Der Kanton Uri hat Max für 1,85 Millionen Franken übernommen. Auf dem Nätschen in Andermatt wird der Muni neu aufgebaut – begehbar über vier Stockwerke. Ob gratis oder mit Eintritt: Wer dort durch den Bauch von Max läuft, wird den Holzbau auf eine ganz neue Art erleben.
Fazit: Ein Bau für die Zunft
Holz-Muni Max ist mehr als ein Monument – er ist ein sichtbares Zeichen für die Stärke unseres Handwerks. Er zeigt, was möglich ist, wenn Zimmerer, Dachdecker, Forstbetriebe und Lehrlinge an einem Strick ziehen. Solche Projekte machen unseren Beruf attraktiv – und lassen uns mit Stolz sagen: Wir bauen nicht nur Häuser, wir bauen Geschichte.






















Wie ist da die „Dacheindeckung“?
Hallo EmilEs gibt in diesem Sinne keine direkte Dacheindeckung, sondern wie beim restlichen Muni eine Holzverkleidung. Das einzige, was anders ist, sind die beiden Hörnern. Diese sind von zwei Birnbäumen, die einst auf dem diesjährigen ESAF Gelände standen.