Fachthemen
Zi. - Chris
20.08.2025

Zimmerergeselle mit Gesundheitlichenproblemem

Möglichkeiten im Gesellenstatus

Hallo zusammen,

 


ich möchte hier mal ein Thema ansprechen, das vielleicht nicht nur mich betrifft:

Was für Möglichkeiten hat man als Zimmerergeselle, wenn bereits in jungen Jahren gesundheitliche Einschränkungen auftreten – zum Beispiel Probleme mit den Knien oder anderen körperlichen Belastungen?

 


Mich interessiert dabei nicht nur der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht Ähnliches erlebt haben, sondern auch ganz besonders die Sichtweise der Betriebe:

Wie geht ihr mit Bewerbungen von jungen, motivierten Fachkräften um, die aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) alle körperlich fordernden Aufgaben übernehmen können?

Welche alternativen Tätigkeiten oder Entwicklungsmöglichkeiten seht ihr für jemanden, der mit Herzblut im Beruf bleiben möchte – aber eben nicht mehr wie früher “auf dem Dach tanzen” kann?

 


Ich freue mich über eure Erfahrungen, Meinungen und einen offenen Austausch.

 


Viele Grüße

Christian

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10 Kommentare
Jan Tober
23.10.2025

Klasse das du so ein Thema mal ansprichst 

Würde sagen das der warscheinlich beste weg ist sich weiter zu bilden ob als Meister ,Bautechniker  oder in ein planungs Büro im Handwerk gibt es viele Möglichkeiten sich weiter zu bilden und somit körperlich nicht mehr ganz so schwer arbeiten zu müssen 

Zimmerer - Treffpunkt
24.10.2025

Ja, da gibt es einige Berufe die auch in Frage kommen. Wer Erfahrung im Handwerk mitbringt ist bei vielen Firmen gefragt.

TiiJay
23.10.2025

Hi Christian, interessante Frage! Gut dass es mal jemand anspricht!

Friedrich Dippon
31.08.2025

Hallo Christian, als Zimmermeister mit eigenem Betrieb habe ich mich auf dem Weg durch fast alle gesundheitlichen Niederungen durchgeschlagen. Angebrochene Wirbelsäule, Schädelfraktur der Stirnhöhle vorder und Rückseite, Krebs etc.

Kein Grund um die Flüsschen still zu halten, eher ein Grund sich zu besinnen und mutig voran zu gehen.

 

Alles weitere gerne in einem persönlichen Gespräch.

Melde Dich, wenn du Freude daran hast.

Holzbau Dippon 

Effb Seb
30.08.2025

Servus

Ich selbst bin während meiner Ausbildung offiziell schwerbehindert geworden (wegen eines Unfalls vor der Lehre). Ich hatte Glück, dass mein Lehrherr damals schon mein Willen gesehen hat und die Probezeit war zum Glück schon vorbei, sodass es hieß, wir bekämen mich durch die Ausbildung, aber hinterher gäbe es keine Übernahme in meinem Ausbildungsbetrieb.

Dank dem Schwerbehindertenausweis stand mir nach Beendigung der Ausbildung eine Umschulung zu. Ich wollte natürlich im Zimmerergewerbe bleiben und hatte darum gebeten, dass man mir den LKW Führerschein zahlt.

Die Überlegung war, in der Halle Wände zusammen bauen, aufladen und auf die jeweilige Baustelle zu fahren. Man hat mir dann direkt den Kraftfahrerschein gezahlt (CE mit Module).

Abschließend habe ich dann doch mein eigenes Ding gemacht. Ich war 3,5 Jahre auf der Walz und bin heute im Reisegewerbe selbstständig. In 2 Wochen beginnt jetzt meine Fortbildung zum Meister und Techniker.

Was ich dir in jedem Fall mitgeben kann: wo ein Wille, da auch ein Weg!

Handwerkliche Grüße 

Effb Sebastian Reidel 

Maxderzimmermann
28.08.2025

Servus Chris ! Ich würde dir definitiv eine Weiterbildung empfehlen meister,Techniker Studium etc. Und danach mehr in die Arbeitsvorbereitung gehen , auch Berufsgenossenschaft oder Bauleitung wären Möglichkeiten ! Ich selbst habe nach einem schweren Bandscheibenvorfall den meister gemacht und bin nun teils im Büro und teils auf der Baustelle tätig . 

privat empfehle ich dir aufjedenfall Sport , Physiotherapie oder andere Dinge die deine Gesundheit fördern , man glaub kaum wie das wirken kann 👍 

 

Grüße Max 

Michael Linde
22.08.2025

Hallo Chris,Ich kann mich den Meinungen der Kollegen oben nur anschließen. In größeren Betrieben ist vieles möglich.

In unserem kleinen Betrieb sechs Mitarbeiter haben wir ein ähnlichen Fall gehabt.

Leider muss ich sagen, dass das bei einer solchen Betriebsgröße nicht tragbar ist.

Dem nicht genug, haben wir eine junge Zimmerer Meisterin eingestellt. Die auch praktisch bei uns in der Firma tätig war.Nachdem häufiger dauerhafte Schmerzen aufgetreten sind, haben wir gemeinsam überlegt, was wir machen können. Und inzwischen leitet sie quasi unser komplettes Büro.

Also es gibt Möglichkeiten man muss nur flexibel sein und wollen

Zimmerer - Treffpunkt
22.08.2025

Hallo Christian,

erstmal Respekt, dass du das Thema hier offen ansprichst 🙌 – du sprichst sicher vielen aus der Seele. Gesundheitliche Einschränkungen können jeden treffen, und es ist stark, dass du nach Wegen suchst, im Beruf zu bleiben statt sofort ans Aufhören zu denken.

Das Schöne am Zimmererhandwerk: Es gibt weit mehr Facetten als „nur“ die Arbeit auf dem Dach. Ein paar Beispiele:

Arbeitsvorbereitung & CAD: Wer das Handwerk kennt, kann perfekt Pläne, Abbunddaten und Werkstattzeichnungen erstellen.Abbundhalle / Fertigung: Präzises Arbeiten an Maschinen oder in der Vorfertigung ist weniger körperlich belastend, aber extrem wichtig.Sanierung & Innenausbau: Nicht jeder Einsatz erfordert schweres Heben oder Klettern.Weiterbildung: Meister, Techniker, Studium – danach stehen dir Wege offen in Ausbildung, Projektleitung, Bauleitung oder sogar Lehre.Vertrieb & Beratung: Auch Firmen suchen Praktiker, die Kunden beraten können.Dazu: Berufsgenossenschaft, Krankenkasse oder die Rentenversicherung haben oft Programme, die Umschulungen oder Arbeitsplatzanpassungen unterstützen.

Unser Beruf lebt nicht nur vom „Dach tanzen“, sondern auch von Know-how, Organisation und Weitergabe von Wissen. Menschen wie du sind wichtig, weil sie ihre Erfahrung einbringen können – auch wenn die Knie irgendwann nicht mehr so mitmachen.

Bleib dran – und such dir Betriebe oder Wege, die dich fördern statt bremsen. 💪

Viele Grüße und alles Gute!

Flöru
21.08.2025

Hallo Chris,

Du könntest dich unter anderem weiterbilden -> Meister, Techniker, Studium... 

Danach kannst du dich wiederum spezialisieren. Zum Berufsschullehrer, Ausbilder, evtl Dozent einer Meisterschule werden, Arbeitsvorbereitung, Vertrieb, etc. 

Du "tanzt" dann eben nichtmehr auf dem Dach herum, aber bringst anderen die Tanzschritte bei oder gibst den Takt vor 😉.

Versuche auch mal bei der Krankenkasse, der Berufsgenossenschaft oder der deutschen Rentenversicherung anzufragen welche Möglichkeiten es für dich geben könnte.

Unser Beruf und unser Aufgabenspektrum ist so groß und vielfältig da wirst du bestimmt einen Platz finden in dem du dein Wirken und Können weiterhin unter Beweis stellen kannst 👍. 

 

Alles Gute für dich✌️

Manko
21.08.2025

Wenn du jung bist, solltest du dich vielleicht umorientieren... Rente mit 70+ wird kommen 😞

Ansonsten hilft da sonst nur ein Leben an der Abbundmaschine oder in der Fertigung 🫣

Tut mir leid 

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