Lagebericht 2025: Die Branche steht gut da
Im Durchschnitt sechs Mitarbeiter pro Zimmerei
Insgesamt ist die Zahl der in Deutschland arbeitenden Zimmerer nahezu gleichbleibend. Die Zahl der Betriebe ist leicht rückläufig. 2022 gab es in Deutschland noch 12.157 Betriebe, 2024 waren es noch 12.134. Durchschnittlich hat eine Zimmerei sechs Mitarbeiter. Unternehmen mit dieser Größe zählen zu den Kleinstbetrieben. Diese machen 81 Prozent aller Zimmereien in Deutschland aus. In mittelgroßen Betrieben arbeiten nur rund sechs Prozent aller Mitarbeiter. Insgesamt wächst jedoch der Anteil der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten kontinuierlich. Der Großteil der Betriebe ist nach wie vor im Bereich Neubau, Ausbau und Modernisierung von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleineren Zweckbauten tätig.
Privat wird weniger gebaut
Private Bauherren bilden mit 72 Prozent der Aufträge die größte Kundengruppe der Branche. Von 2023 auf 2024 sank deren Anteil jedoch von 74 auf 72 Prozent. Gewerbliche und öffentliche Auftraggeber gewinnen dafür an Bedeutung. Das verändert natürlich auch die Art der Aufträge, die Nachfrage nach mehrgeschossigen Holzgebäuden steigt. Betriebe, die vor allem im Neubau tätig sind, sollten in Zukunft auch auf Bestandsbau setzen. Der Anteil der in Holzbauweise gebauten Ein- und Zweifamilienhäuser ist gegenüber den Mehrfamilienhäusern in den vergangenen 10 Jahren von 98 auf 93 Prozent gesunken.
Holzbauquote auf Höchststand
2024 war ein Rückgang von 19,2 Prozent der Baugenehmigungen im Hochbau für Wohngebäude zu verzeichnen. Im Holzbau fiel er mit 11,5 Prozent etwas geringer aus. Bundesweit hat die Holzbauquote 2024 mit 24,1 Prozent sogar einen Höchststand erreicht. 2023 lag sie noch bei 21,3 Prozent.
Konjunkturbarometer mit positivem Ausblick
Auch wenn die Stimmung etwas verhalten ist, ist der Ausblick im Konjunkturbarometer auf das kommende Halbjahr erstmals positiver als der Rückblick. Für 2025 wird ein Umsatzanstieg von 2 Prozent erwartet. Der Auftragsbestand lag Anfang 2025 bei etwa 18 Wochen, im Laufe des Jahres wird der Auftragsdruck aber wohl abnehmen.
Investitionen in Digitalisierung
Da in der Branche immer mehr Flexibilität gefordert ist, investieren viele Betriebe in die Digitalisierung bei der Planung und Vorfertigung. In der Fertigung ist man eher zurückhaltend mit Investitionen, was bei den rückläufigen Neubauzahlen kaum verwunderlich ist.
Fachkräftemangel, Überstunden, Ausbildung
Auch wenn Zimmerer der beliebteste Ausbildungsberuf am Bau ist, macht der Fachkräftemangel vielen Unternehmen zu schaffen. Zur Sicherung der Auslastung leisten die Mitarbeiter daher vermehrt Überstunden. Um dem entgegenzuwirken, setzen immer mehr Betriebe auf Ausbildung im eigenen Betrieb sowie Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Erfreulich ist die kontinuierlich steigende Frauenquote. Unter den Auszubildenden sind es derzeit 6,1 Prozent. Zudem entscheiden sich immer mehr Gymnasiasten für eine Ausbildung vor dem Studium.
Erfolgshindernisse
Neben dem Fachkräftemangel haben Betriebe laufend mit Hindernissen zu kämpfen. Die häufigsten sind:
- Bürokratische Auflagen für kleinere Betriebe
- Unzureichende Planung durch Auftraggeber
- Arbeitskräftemangel/Auftragsmangel
- Schlechte Witterung
- Probleme mit dem Vorunternehmer
Fazit
Auch wenn die Baubranche zu kämpfen hat und unter dem Rückgang der Baukonjunktur leidet, stehen Zimmereien und Holzbaubetriebe solide da. Eine breite Aufstellung und Flexibilität werden jedoch immer wichtiger, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Auch die Digitalisierung macht keinen Halt vor dem Handwerk und neue Wege bei der Ausbildung und Mitarbeitergewinnung werden immer wichtiger.
















@sabrina zolg:
Du triffst mit deinem Kommentar voll ins Schwarze. Ein paar Azubis könnten wir aber auch an die Maurer abgeben. Dort mangelt es nämlich gewaltig 😅
Spannender Lagebericht! Besonders freut mich der hohe Anteil an Azubis und der wachsende Frauenanteil. Jetzt nicht nachlassen bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit – das sind die Zukunftsthemen! 😎