Das Wikkelhouse - niederländisches Modulhaus für Chile
Im heutigen Blogbeitrag geht es nicht um die klassische Zimmerei sondern um ein innovatives Modulhaussystem aus den Niederlanden, welches hier bei Tronconoble für Chile gefertigt wird. Der ein oder andere wird es wohl erstmal als hippes Lifestyle-Objekt bezeichnen, zugegeben das war auch mein erster Gedanke! Vorschlag: Lasst euch drauf ein, lest euch die nächsten Abschnitte in Ruhe durch und schreibt doch unten in den Kommentaren mal rein, was ihr davon haltet.
Was ist Wikkelhouse überhaupt?
Wikkelhouse ist ein Modulhauskonzept des Niederländers Oep Schilling, Gründer von Fiction Factory aus Amsterdam. Mit seiner Firma entwarf und entwickelte er ein nachhaltiges und innovatives Baukastensystem aus CNC gefrästen Plywoodelementen. Ein Haus besteht aus mindestens drei 1,2m breiten Modulen, kann aber beliebig erweitert werden. Die einzelnen Module bestehen ausschließlich aus Holz, Pappe und Flachsfasern. Und ja ihr habt richtig gelesen, nicht Pappel sondern Pappe!
Wie funktioniert Wikkelhouse?
Nachdem die Module aus Plywood zusammengesetzt wurden, beginnt der namensgebende Part: Das Wickeln. Dabei wird das Modul um die eigene Achse gedreht und mit Pappe umwickelt. Dadurch bekommt das Modul seine Festigkeit, gleichzeitig dient die Pappwicklung der Dämmung. Hier in Chile nutzen wir statt der Pappe Schafwolle als Dämmung.
Was sind die Besonderheiten?
Vom Ferienhaus bis zum Ausstellungsraum, das Wikkelhouse ist durch seine modulare Bauweise sehr flexibel und kann beispielsweise durch Querverbinder auch als Drilling gebaut werden s. Bild. Wo wir gerade bei flexibel sind: Das Wikkelhouse benötigt wegen des geringen Gewichts keine großen Fundamente und wird "nur" auf vorproduzierte Betonsockel gesetzt. Auch dadurch spart man Zeit und bleibt flexibel. Im allgemeinen ist das Haus so konzipiert, dass alles rückgebaut und an einem neuen Ort wieder aufgebaut werden kann.
Meine persönliche Meinung
Das Wikkelhaus ist meiner Meinung nach eine gute Alternative zum klassisch viereckigen Tiny House. Vor allem durch sein Design ist es ein echter "Hingucker" und gleichzeitig auch noch nachhaltig hergestellt. Gleichzeitig überzeugt mich, dass die Module auch in neuen Häusern wiederverwendet oder neu zusammengesetzt werden können. Der einzige Punkt den ich etwas kritisch sehe, sind die gebogenen Ecken, die einerseits das Design ausmachen, auf der anderen Seite aber vor allem den Innenausbau recht kompliziert machen.
Vorschau
Der nächste Blogbeitrag wird auch gleichzeitig der letzte aus Chile sein. Darin werde ich meine Eindrücke und Erfahrungen in diesem Land noch einmal mit euch teilen und auf die doch sehr interessante Zeit zurückblicken.
Bis dahin alles Gute
Euer Jannis






















@Philipp Strauß die Dachhaut ist aus einer diffusionsoffenen Membrane, nur die Verbindungen zwischen den Modulen bekommt eine EPDM Membrane. Die Innenseiten werden mit einer 9mm bzw im Bodenberich 15mm Plywood Platte beplankt und kommen ohne Dampfbremsfolie aus.
Viele Grüße
Jannis
@Philip Bucher Ja genau, das Plywood wird von hinten eingefräst und dann mit Wasserdampf weich gemacht. Danach wird es in dafür gefertigte Pressen gespannt und in die endgültige Form gepresst.
Grüße Jannis
Servus Jannis, danke für den Einblick! Wie habt ihr das Plywood der Innenwand (Sichtoberfläche) am Übergang Wand-Dach gebogen? Sägeschnitte auf der Rückseite, Wasserdampf, ist es ein dünnes Furnier oder anders?
Gruß Philip
Hey,
was genau wird bei dem Häuschen als Dachhaut verwendet? Ist das eine EPDM-Bahn?
Des Weiteren würde mich der Wandaufbau interessieren. Auf der warmen Seite der Dämmung wurde wahrscheinlich eine ziemlich dichte Dampfsperrbahn verbaut?
Liebe Grüße,
Philipp