Der schwebende Dachstuhl: So funktioniert’s
Beim Zusammenbau des schwebenden Dachstuhls handelt es sich um ein Dachtragwerk, das durch geschicktes Zusammenfügen bearbeiteter Holzbalken, ganz ohne Schrauben, fest zusammenhält und von einer Gruppe Zimmerer bestiegen wird, um den Zimmererklatsch zu feiern.
Anleitung Schritt für Schritt
Die Fotos zeigen, wie es geht:
- Der Fuß/Ständer wird zunächst vorab aufgerichtet. Ein Zimmerer oder eine Zimmerin gibt nun die Kommandos (»Kommandeur«) und wird nach dem Aufbau den Dachstuhl drehen.
- Zunächst heben die Zimmerer die obere Firstpfette mit den äußeren Sparrenpaaren an, während ein Kollege am Pfosten die Ausrichtung zur Mitte überwacht.
- Nach diesem Schritt wird die untere Firstpfette eingebaut, dabei laufen die Männer geschickt unter dem gehaltenen Dachstuhl hindurch und der Kollege am Pfosten assistiert beim Einfädeln des Dorns (Drehpunkt aus Metall).
- Paarweise erfolgt dann das Anheben, Einfahren und gleichzeitige Ablassen der Sparren durch das Kommando »Holz ab« vom Mittelpunkt des Dachstuhls aus.
- Anschließend werden die Mittelpfetten und die Fußpfetten von beiden Seiten gleichzeitig eingehoben.
- Der krönende Abschluss ist dann das Besteigen des Dachstuhls und darauffolgend der Zimmererklatsch mit Gesang.
Dieser eindrucksvolle Prozess erfordert nicht nur präzise Koordination, sondern spiegelt auch die traditionsreiche Handwerkskunst der Zimmererleute wider. Der Brauch fördert den Gleichtakt und die Teamarbeit der Zimmerer, was im Holzbau bis heute von entscheidender Bedeutung ist.
Zimmererklatsch – Besteigen des Dachstuhls
Nach dem erfolgreichen Zusammenbau folgen der Zimmererklatsch und das eindrucksvolle Besteigen des Dachstuhls. Auf Kommando steigen vier Männer gleichzeitig von jeder Ecke auf, damit die Konstruktion nicht kippt. Gefolgt von ihren Klatschpartnern, die ebenfalls zeitgleich aufsteigen. Danach erklimmen die mittleren Klatschpaare den Dachstuhl und zuletzt die Klatschpaare am First. Sobald angefangen wird zu Singen, dreht der Kommandeur den Dachstuhl.
Die Tradition des Zimmererklatsches
Der Zimmererklatsch hat eine lange Tradition im Zimmererhandwerk. Ursprünglich diente er dazu, dass die Zimmerer im gemeinsamen Rhythmus sägen konnten. Auch heute wird der Klatsch bei geselligen und feierlichen Anlässen, wie Lossprechungen, praktiziert. Entstanden durch die Walz, wurde der Zimmererklatsch überall dort geklatscht, wo Zimmerleute gesellig zusammenkamen.
Die Klatschbewegungen, im Rhythmus bekannter Lieder wie »Aufgeschaut«, bestehen aus sich wiederholenden Takten. Selbst in einer Zeit, in der der Holzbau zu einer der innovativsten Bauweisen geworden ist, wird die Tradition des Zimmererklatsches bei festlichen und offiziellen Anlässen aufrecht erhalten.
Anlässe für den schwebenden Dachstuhl
Die Bilder zeigen die Zimmerer und Zimmerinnen von Schlosser aus Jagstzell (Ostalbkreis), eingebettet in einer Atmosphäre, die von Tradition durchdrungen ist. In diesem Holzbauunternehmen wird Geschichte geschrieben, und dies wird besonders bei festlichen Anlässen wie Veranstaltungen der Innung, Messen oder auch wie zu sehen, zum 40-jährigen Unternehmensbestehen, deutlich, wo der Aufbau des schwebenden Dachstuhls in althergebrachter Zimmermannstradition mit begeistertem Applaus begleitet wurde. Die beeindruckende Vorführung vereint handwerkliches Können mit traditionellem Handwerksgeist und zeigt das Können der Zimmerer!
Ein perfektes Zusammenspiel
Von architektonisch anspruchsvollen Reitanlagen bis hin zu beeindruckenden Objekt- und Industriebauten sowie modernen Büro- und Mehrfamiliengebäuden – Schlosser hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten von einem kleinen Zimmererbetrieb zu einem wegweisenden Hightech-Unternehmen entwickelt.
Ein perfektes Zusammenspiel zwischen einem Fachplanungsbüro für System- und Ingenieurholzbau sowie einem leistungsfähigen Holzbauunternehmen manifestiert sich unter einem Dach. Jeden Tag werden in den Produktionshallen in Jagstzell Bauelemente für die Baustellen geschaffen, und dabei arbeiten mehr als 80 engagierte Mitarbeiter harmonisch und effektiv zusammen. Schlosser ist nicht nur ein Bewahrer von Handwerkstradition, sondern gestaltet die Zukunft des Holzbaus und setzt dabei Maßstäbe, die weit über die gegenwärtige Branche hinausreichen.
Bild 00: Schwebender Dachstuhl
Bild 01: Der Fuß/Ständer wird zunächst vorab aufgerichtet. Ein Zimmerer oder eine Zimmerin gibt nun die Kommandos (»Kommandeur«) und wird nach dem Aufbau den Dachstuhl drehen.
Bild 02: Zunächst heben die Zimmerer die obere Firstpfette mit den äußeren Sparrenpaaren an, während ein Kollege am Pfosten die Ausrichtung zur Mitte überwacht.
Bild 03: Nach diesem Schritt wird die untere Firstpfette eingebaut, dabei laufen die Männer geschickt unter dem gehaltenen Dachstuhl hindurch und der Kollege am Pfosten assistiert beim Einfädeln des Dorns (Drehpunkt aus Metall).
Bild 04: Paarweise erfolgt dann das Anheben, Einfahren und gleichzeitige Ablassen der Sparren durch das Kommando »Holz ab« vom Mittelpunkt des Dachstuhls aus.
Bild 05: Anschließend werden die Mittelpfetten und die Fußpfetten von beiden Seiten gleichzeitig eingehoben.
Bild 06: Der krönende Abschluss ist dann das Besteigen des Dachstuhls und darauffolgend der Zimmererklatsch mit Gesang.
Bild 07: Der Kommandeur.
Bild 08: 1 Dorn, 2 Fuß/Ständer, 3 Obere Firstpfette, 4 Untere Firstpfette, 5 Mittelpfette, 6 Fußpfette
Bilder: SCHLOSSER Holzbau

















