Trotz Baukrise: Was Zimmereien für 2025 erwarten | Die November-Umfrage
42 % weniger Baugenehmigungen als 2022
Die Baugenehmigungen sind auf einem Tiefststand. In Deutschland wird immer weniger gebaut. Im September wurden nur 15.263 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt – 23 Prozent weniger als im September 2023. Bei Einfamilienhäusern waren es sogar fast 26 Prozent weniger. Seit 28 Monaten sinkt die Zahl der Baugenehmigungen kontinuierlich.
Verglichen mit 2022 wurden in diesem Jahr von Januar bis September sogar 42 Prozent weniger Wohnungen genehmigt. Die Bundesregierung verfehlt ihr Ziel von 400.000 neuen Wohnungen deutlich.
Große Insolvenzen in der Branche
Die Krise hat nun auch die Holzbranche erreicht. Das größte Sägewerk in Europa, ein führendes Unternehmen in der Branche, ist insolvent. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter. Auch ein großer Holzhausbauer in der Oberpfalz mit 270 Mitarbeitern musste Mitte November Insolvenz anmelden.
Insgesamt stieg die Zahl der Insolvenzen im Baugewerbe im Vergleich zu 2023 um fast 17 Prozent (Zeitraum Januar bis August).
Auftragslage bei den meisten Zimmereien weiterhin gut
Zimmereibetriebe, die oft nicht ausschließlich auf Neubauten spezialisiert sind, stehen aktuell aber gut da. Viele konzentrieren sich auf Sanierungen, Renovierungen und kleinere Arbeiten. Außerdem steigt der Holzbauanteil weiterhin. Dass es den meisten Zimmereien gut geht, bestätigt auch unsere Instagram-Umfrage mit über 900 Teilnehmern.
Hier findest Du die Umfrage-Ergebnisse:
Wie lange sind die Zimmereien voll mit Aufträgen?
Auf die Frage, wie lange die Zimmereien aktuell voll mit Aufträgen bzw. Baustellen sind, antworten die Teilnehmer wie folgt:
7 % sind nur für einen Monat ausgelastet,
43 % für 1 bis 4 Monate,
und 50 % sind bis mindestens Mitte 2025 voll ausgelastet.
Wie wird die Auftragslage 2025?
Auf die Frage, wie die Teilnehmer das Jahr 2025 einschätzen, ergaben sich folgende Antworten:
25 % rechnen mit weniger Aufträgen,
58 % erwarten eine gleichbleibende Lage,
17 % rechnen sogar mit mehr Aufträgen als 2024.
Mitarbeitermangel bleibt ein Problem
Gerade wegen der stabilen Auftragslage bleibt der Fachkräftemangel wohl eine große Herausforderung. 76 Prozent der Teilnehmer suchen nach neuen Mitarbeitern, während nur 24 Prozent keinen Bedarf haben. Der Fachkräftemangel ist damit weiterhin ein zentrales Thema für Zimmereien und Holzbaubetriebe.
Bürokratie und Politik bremsen die Branche
Für 54 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ist Bürokratie und Politik das größte Hindernis, gefolgt vom Mitarbeitermangel (31 %). Fehlende Aufträge stellen nur 9 Prozent der Betriebe vor Probleme. Dass die Bürokratie bremst, zeigt dieses Ärgernis: lange Bearbeitungszeiten bei Baugenehmigungen.
22 % der Befragten gaben an, dass Baugenehmigungen bis zu 3 Monate dauern,
44 % nannten bis zu 6 Monate,
25 % bis zu 12 Monate,
und 8 % sogar mehr als ein Jahr.
Fazit
Unsere Umfrage zeigt: Die meisten Zimmereien im DACH-Raum sind gut ausgelastet und blicken positiv auf das kommende Jahr. Die Zimmereien trifft die Krise großteils nicht zu stark, so dass man davon ausgehen kann, dass auch 2025 für die meisten Betriebe ein gutes Jahr wird. Der Fachkräftemangel bleibt ein drängendes Problem. Bürokratische Hürden und politische Vorgaben verärgern viele Zimmerleute zunehmend. Eine wirtschaftsfreundlichere Politik und schnellere Genehmigungsprozesse sind jetzt wichtiger denn je.
Wie siehst Du die aktuelle Lage?
Wie wird das Jahr 2025 deiner Meinung nach? Teile deine Gedanken in den Kommentaren!











