Fachthemen
Jannis Grieb
15.11.2024

Neuer Kontinent, neue Abenteuer - Holzbau in Namibia

Namibia, einst deutsche Kolonie, heute ein Land der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten. In den nächsten drei Monaten werde ich hier bei dem ein oder anderen interessanten Projekt mitwirken und euch davon natürlich ausführlich berichten. Doch bevor es im nächsten Blog fachlich wird geht es in diesem Blog wie gewohnt um die Fragen "Wie sieht mein Arbeitsalltag aus?" - "Was für Projekte werden hier umgesetzt?" - "Wo bin ich untergebracht?" und "Wie sieht der Alltag sonst so aus?" All diese Fragen werde ich in diesem ersten Namibia-Blog beantworten.
null
null
null
null
null
null
null
null
null
null

Wer bin ich überhaupt?

Mein Name ist Jannis Grieb, ich bin 22 Jahre alt und komme aus dem schönen Süden von Deutschland. Seit Juli 2023 bin ich Zimmerergeselle. Mit dieser Reise erfülle ich mir meinen Traum, als Zimmerer die Welt zu entdecken und dabei neue Techniken kennenzulernen. Gleichzeitig möchte ich fremde Kulturen erleben und mit Handwerkern aus aller Welt in Kontakt kommen.

 

Mein erster Tag bei Holzbau Hess

Los ging meine Reise nach Namibia in Frankfurt, von wo mich Discover Airlines sicher nach Windhoek (die Hauptstadt Namibias) brachte. Afrika empfing mich dort am Freitag morgen mit angenehmen 25 Grad, was im Gegensatz zum nass-kalten Frankfurt ein sehr sympathischer Empfang war. Vom Flughafen aus ging es mit dem Shuttle dann zum Firmengelände von Holzbau Hess. Dort wurde ich sehr herzlich empfangen und durfte direkt loslegen. Auch meine WG-Mitbewohner lernte ich im Laufe des Tages kennen. Abends ging es dann noch zum Essen, bevor ich geschafft, aber mit vielen sehr positiven ersten Eindrücken ins Bett fiel.

 

Der Arbeitstag

Gearbeitet wird hier von 7-17 Uhr, wobei um 10 Uhr eine kurze "Teatime"-Pause gemacht wird. Beim Lunch um 13 Uhr können wir uns dann von der Mittagshitze erholen und neue Energie sammeln. 

Normalerweise gehen 1-2 deutsche Zimmerer mit einheimischen Mitarbeitern auf die Baustelle. Die Verständigung ist im Gegensatz zu Japan überhaupt kein Problem. Manchmal fehlen noch englische Fachbegriffe, aber das klärt sich dann meistens relativ schnell mit Händen und Füßen.

 

Was machen wir den ganzen Tag?

Diese Frage stell´ ich mir tatsächlich abends auch manchmal :) . Aber Spaß bei Seite: Holzbau Hess baut viele Sichtdachstühle und stellt selber u.a. gebogene Bauteile aus Leimholz her, dadurch werden vermutlich einige von euch ihn bereits kennen. Auch das restliche Holz wird in der Firma aus Rohmaterial (hauptsächlich SA Pine) zu Leimholz und später dann zu Dachstühlen weiterverarbeitet.

Wenn wir diese Besonderheit mal weglassen unterscheidet sich der Arbeitsalltag nicht grundlegend von dem in Deutschland. Wer in der Arbeitsvorbereitung tätig ist, verbringt die meiste Zeit auf dem Abbundplatz und bereitet anstehende Projekte vor. Hier konnte ich schon einiges über Handabbund lernen, da gerade komplexere Bauteile noch von Hand abgebunden werden. 

Wer raus auf Baustelle darf, ist häufig auf Montage unterwegs, da sich die Projekte von Hess im ganzen Land und über dessen Grenzen hinaus erstrecken. Ich beispielsweise bin im Moment im Norden des Landes auf einer Lodge und richte im Busch einen neuen Teil der Anlage auf. Das aber nur am Rande erwähnt, darum wird es nämlich im nächsten Blog gehen.

 

Mein Alltag in Namibia

Untergebracht bin ich in einer WG gemeinsam mit Philipp und Martin, zwei Deutschen, die auch bei Hess arbeiten. Zusammen bilden wir drei  die "HessWG". Auch Magnus, Leon und Josef sind deutsche Zimmerer die im Moment mit uns zusammenarbeiten und mit denen wir hier die meiste Zeit verbringen. Um nochmals kurz auf unsere WG zurückzukommen: Die Stimmung dort ist super, selbst wenn auf der Baustelle mal was nicht lief oder mir auf dem Namibia-Oktoberfest das Handy geklaut wurde. Spätestens wenn jeder seine Storys aus den letzten Jahren erzählt, hat die schlechteste Stimmung ein Ende.

Und wer mir jetzt nicht glaubt, dass es hier ein Oktoberfest gibt, ich kann euch versichern, ich konnte es auch erst kaum glauben. Dort wird bei typischer Oktoberfest-Stimmung zwei Tage lang mit Allem, was dazugehört, gefeiert. Und wenn das Bier nur 30 NAD umgerechnet 1,50€ kostet, können sich das deutsche Zimmerer kaum entgehen lassen. Wo wir schon beim Oktoberfest sind:  Was sofort ins Auge sticht, sind die noch heute allseits vorhandenen Relikte aus der Kolonialzeit. Gerade Straßen und Läden tragen noch des Öfteren deutsche Namen. Um euch in den nächsten Blogbeiträgen noch Spannendes aus Namibia erzählen zu können, stoppe ich an dieser Stelle und gebe euch noch einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Blog.

 

Vorschau

Namibia trifft auf Japan, genauer gesagt auf japanische Zeder. Im nächsten Blog nehme ich euch mit in den Norden Namibias, um dort Sichtdachstühle einer neuen Lodge im Busch aufzurichten. Wie sieht die Konstruktion aus? Was werden für Befestigungsmittel verwendet? Und wie ist es eigentlich im Busch ohne Strom einen Dachstuhl aufzurichten? Diese und weitere spannende Fragen werde ich im nächsten Blogbeitrag beantworten.

Wer Fragen oder Anregungen hat kann sich jederzeit gerne bei mir melden. Falls du noch mehr Bilder und Eindrücke von meiner Reise sehen möchtest, kannst du gerne bei mir auf Instagram zimmerer.auf.reisen vorbeischauen.

Zünftige Grüße

Euer

Jannis Grieb

 

 

Nachricht schreiben
Kommentar schreiben
Kommentar schreiben
9 Kommentare
Florian Klapka
27.11.2024
Ganz viel Spaß, echt der Wahnsinn 
Quislbi
27.11.2024
Sieht richtig gut aus, sehr interessant was du immer zu berichten hast. Mach weiter so 👍🏼 
Leif Schumacher
24.11.2024
Sehr schön geschrieben, folge dir gerne und es ist spannend zu lesen was du so erlebst ^^ Bin gespannt auf den nächsten Bericht
Bernd That
21.11.2024
Wie sieht's mit lokalen Techniken aus? Oder wird da einfach das selbe umgesetzt was in Deutschland üblich ist?
Bernd That
21.11.2024
Wie sieht das konkret aus vor Ort? Das ist ne deutsche Zimmerei mit deutschen und einheimischen Angestellten wo du dich einfach beworben hast?!
Benni
18.11.2024
Schöner erster Eindruck, wir sind gespannt auf die nächsten Stories. Und nächstes Mal... Handy festbinden! ;) 
Zimmerer - Treffpunkt
17.11.2024
Mega Jannis! Wir freuen uns jetzt schon auf deinen nächsten Blog :) Wir sind gespannt was, Du alles auf deinen Reisen erlebst!
Dominik
17.11.2024
Eine schöne Zeit in Namibia bin auch gespannt was du uns noch so spannendes Berichten kannst. Zünftige Grüße aus Franken
Philip Bucher
17.11.2024
Sieht aus nach einer Guten Zeit bin gespannt was du noch berichtest!
Andere Beiträge in der selben Kategorie
Automatik Nagler
ISOVER Broschüre informiert: Aktuelle Fraunhofer-Studie zu hydrothermischen Auswirkungen von Photovoltaik auf Steildächern
Innenfachwerk im Außenbereich verbauen
Dachelemente sicher anschlagen und per Knopfdruck neigen: Wie lässt sich die Neigung von Holzbauteilen am Kran exakt einstellen?
Das hat deine Kollegen interessiert
Der neue Lehrling 😅
Gerüst kippt um: Zimmerer stürzt mehrere Meter in die Tiefe
Jetzt gewinnen: Taschenuhr „Hoch die Zimmererkunst“
Grüße aus den Anden: Unser Zimmerer-Azubi Alex packt aktuell in Ecuador an!

Jetzt kostenlos Mitglied werden! Profitiere auch Du vom großen Netzwerk im Zimmerer-Treffpunkt. Registriere dich jetzt kostenlos und melde dich an. Als Zimmerer oder Zimmerin gehörst Du dazu!

Wer fleißig ist gewinnt: Posten, kommentieren und Bonuspunkte sammeln. Räume tolle Preise ab!

Mehr zum Bonussystem