Was ich an kanadischen Baustellen vermisse
Der Bleistift: Die Bleistifte hier sind einfach viel zu kurz. Nichts was man nicht lösen könnte, (Mein Bleistifthalter: Ein Stück Schlauch als Verlängerung), aber es ist doch etwas was mich Zeit kostet wenn ich wieder in der Metertasche nach dem Stift suche
Wo wir schon dabei sind; ich vermisse,(im doppelten Sinne), den Meter: Hier wird einfach alles mit dem Maßband im imperialen System gemessen. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und auch den schnellen Umgang mit dem measuring tape gelernt, trotzdem sehe ich viele Vorteile im Meter. Als Beispiel: rechnet mal 4 Fuß, 5 inch minus 51 5/8 inch im kopf.. da wird klar wie umständlich das imperiale System ist.
Die Schrauben: Die typisch kanadische Schraube ist die sehr günstig produzierte Robertson SQ Schraube. SQ steht für square (zu dt. Quadrat) und beschreibt die Form der Bitaufnahme dieser Schraube. Wenn ich mit diesen Schrauben arbeite, vermisse ich die vielen guten, ausgefeilten Torx-Schrauben aus Deutschland. Aus dem einfachen Grund das Torx viel leichter die Schraube findet und hält. Fairerweise muss man sagen, dass die Kanadier aber nicht besonders viel Schrauben und am liebsten alles vernageln.
Das Gerüst: ich vermisse die typisch deutschen (oder europäischen? Wenn ihr das genauer wisst, schreibt es mir gern in die Kommentare) Gerüste. Wenn wir hier ein Dach neu machen stellen wir eine Leiter und steigen aufs Dach. Ab einer Höhe von 10 Fuß (~3 Meter) ist ein Sicherungsseil vorgeschrieben. Auch Arbeiten an der Traufe werden vom Dach, von der Leiter oder einem kleinen, mobilen Gerüst erledigt. Das ist alles machbar und kein Problem, trotzdem ist es nicht der selbe Komfort wie ich ihn aus meiner Zeit als Zimmerer in Deutschland kenne, wo (im besten Fall ;) ) ein talentierter Gerüstbauer bereits das Gerüst um das komplette Haus gestellt hat. Möglicherweise ist es in den größeren Städten wie Vancouver ähnlich aber hier habe ich noch nichts von einem Gerüstbauer gehört.
Zum Werkzeug: Haufig vertretene Marken sind hier unter elektrischen Handwerkzeugen DeWalt, Milwaukee und Makita. Der Unterschied ist aber das der Handwerker, der für eine Firma arbeitet, eine Grundausstattung an Werkzeug mitbringen muss. Das macht es, für einen Neuling wie mich, in Kanada schwierig, denn das bedeutet eine gewisse Investition noch bevor man überhaupt gearbeitet und Geld verdient hat. Bei den Blockhausbauern hieß das, ich brauche eine Kettensäge mit etwa 60 – 70 cc. (Kosten ca. 1600$ / 1100€) ). Und langfristig hätte ich noch eine zweite, kleinere Säge gebraucht. Und wenn die Säge nicht funktioniert, kannst du nicht arbeiten. Pech gehabt.
Da gefällt mir das Werkzeugsystem in den üblichen deutschen Betrieben besser.
Wie seht ihr das? Grade beim Thema Werkzeug scheiden sich sicherlich die Geister, denn gleichzeitig ermöglicht das eigene Werkzeug auch, dass man selbst für die Qualität und den Zustand seiner Materialien verantwortlich ist und man hat die Freiheit genau das Werkzeug zu wählen, mit dem man am liebsten Arbeitet. Wenn euch der Beitrag gefallen hat, dann last mir gern einen Like da, dann weiß ich, welche Themen euch aus Kanada interessieren. Lasst mir auch gern einen Kommentar mit Fragen oder Ideen da. Für nächste Woche hab ich einen Beitrag geplant, was mir an kanadischen Baustellen besser gefällt.

















