Schrauben im Härtetest: Der Korrosionstest von Eurotec im Küsten- und Industrieklima
Damit eine langfristige Haltbarkeit sowie Korrosionsbeständigkeit der Schrauben sichergestellt werden kann, legt Eurotec großen Wert auf qualitätsvolle Materialien und hochwertige Oberflächenbeschichtungen. Verfügt die Schraube über diese Eigenschaften, so wird die Lebensdauer der Befestigungsmittel verlängert und ihre Leistung in den verschiedenen Einsatzbereichen verbessert.
Um Schrauben in Küstenregionen, welche mit einem hohen Salzgehalt in der Luft einhergehen, oder in Industriegebieten mit hoher Luftverschmutzung einzusetzen, sollten diese mindestens eine Korrosionsbeständigkeit der Kategorie C4 sowie einen T-Wert von 4 aufweisen. Die Korrosionskategorie C beschreibt die Atmosphären – wie das Klima sowie die Salz- und Schadstoffgehälter in der Luft. Hingegen bestimmt die T-Kategorie, welche Holzarten entsprechend dem pH-Wert und der Feuchte verwendet werden dürfen. Bei diesem Anwendungsfall werden hohe Werte erreicht, allerdings im Normalfall nur mit Edelstahlschrauben A2 oder A4, anstatt mit Kohlenstoffstahlschrauben. Edelstahlschrauben befinden sich jedoch oft in einem höheren Preissegment und können nicht gehärtet werden.
Aus diesem Grund hat sich Eurotec zum Ziel gemacht, eine Schraubenbeschichtung zu finden, welche die entsprechenden Werte erreicht, ohne auf eine Edelstahlschraube zurückgreifen zu müssen. Bei dem Test handelt es sich um einen Langzeittest von 4 Jahren, bei dem die Schrauben in Holzbalken eingetrieben werden, welche aus Weichholz bestehen und mindestens die Anforderungen von der Kategorie T4 erfüllen müssen. Aus diesem Grund haben wir uns bei dem Test für Douglasie entschieden. Das Holz muss mit dem Prüfverfahren nach EN ISO 8565:2011 aufgestellt und in einer Atmosphäre der Kategorie C4 gelagert werden. Um einen Vergleichswert zu ziehen, müssen 10 Probekörper bewittert und 10 unbewittert gelagert werden.
Wie wird die Versuchsreihe aufgebaut?
Wir haben verschiedene Paneltwistec mit einem Durchmesser von 5 und 6 mm sowie einer Länge von 100 mm mit jeweils sechs verschiedenen Beschichtungen.
Die Proben müssen in einem Winkel von 45° horizontal nach oben zeigend ausgerichtet sein. Um Spritzwasser zu verhindern, muss der Abstand zwischen dem Boden und den Proben mindestens 0,5 m betragen. Der Abstand zwischen den Proben sollte so gewählt werden, dass kein direkter Kontakt zwischen ihnen besteht und kein ablaufendes Wasser von einer Probe zur anderen gelangen kann. Sofern eine ausreichende Festig- und Beständigkeit gegen alle Wetterbedingungen gegeben ist und das Gerüst selbst gegen Korrosion geschützt ist, kann das Gerüst aus Holz oder Metall gebaut werden. Hervorzuheben ist, dass kein direkter (elektrischer) Kontakt zwischen den Proben und dem Gerüst bestehen darf. Zudem müssen die Schrauben unter Einhaltung der End- und Kantenabstände nach EN 1995-1-1:2004 eingeschraubt werden.
Unter Berücksichtigung der Vorgaben entstand der erste Entwurf, die Umsetzung des Gerüsts sowie das Eintreiben der Schrauben. Um optimale Testergebnisse zu erzielen, haben wir uns für zwei Standorte entschieden: zum einen für Dänemark in Küstennähe und zum anderen für Hagen auf dem eignen Firmengelände, in einem Industriegebiet mit einer erhöhten Luftverschmutzung.
Wie erfolgt die Auswertung des Tests?
Um die Probekörper zu inspizieren, wird nach vier Jahren das Weichholz mit einem Meißel geöffnet. Die Spezifikationen gelten als erfüllt, wenn kein Rost entlang des gesamten Umfangs der Schraube zu sehen ist. Mithilfe einer metallurgischen Untersuchung kann nachgewiesen werden, ob die Qualität der Schutzbeschichtung den Spezifikationen entspricht. Zudem wird mit dieser Untersuchung nachgewiesen, dass das Eintreiben der Schraube nicht die Qualität der Schutzbeschichtung beeinträchtigt.













