Fachthemen
Knauf Insulation GmbH
24.07.2024

Glaswolle-Dämmstoffe: Was steckt drinnen?

Praktisch jeder Dachdecker und Zimmerer kennt sie: Glaswolle. Sie ist ein echtes Multitalent für die Dämmung von Dächern, Decken und Wänden. Was jedoch drinnen steckt, warum sie besonders nachhaltig ist und wie sie genau entsteht, weiß längst nicht jeder. Ein guter Grund, die Herstellung von Glaswolle-Dämmstoffen am Beispiel der Dämmlösungen von Knauf Insulation mit ECOSE®, einem natürlichen Bindemittel für Mineralwolle, genauer unter die Lupe zu nehmen.
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Von der Glasscherbe zur Dämmrolle

Klemmfilz, Trennwand-Platte oder lose Einblasdämmung: Glaswolle-Dämmstoffe begegnen Bauprofis im Alltag in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Formaten für ihre vielfältigen Anwendungsbereiche. Weitläufig bekannt ist, dass Glaswolle-Dämmung die Heizwärme besonders gut im Haus hält, den Schallschutz verbessert und auch zum effektiven Brandschutz beiträgt, weil sie selbst nicht brennen kann. Warum das so ist, verrät der Blick auf ihre Rezeptur und den Herstellungsprozess, bei dem aus Scherben erst Fasern und dann Matten oder Platten werden.

 

Aus was besteht Glaswolle?

Altglas und Sand: Das sind die Hauptbestandteile moderner Glaswolle-Dämmstoffe. Zu bis zu 80% bestehen die Dämmstoffe aus Recyclingglas – genauer gesagt aus aufbereitetem Glasbruch, z.B. aus alten Fenstern oder Glasbehältern. Dieses Recyclingglas wird in streng geheimen Zusammensetzungen mit weiteren, sehr gut verfügbaren Rohstoffen wie Quarzsand und Soda gemischt. In großen Schmelzwannen werden die Inhaltsstoffe der Glaswolle dann mit Hilfe von viel Hitze geschmolzen. Daraufhin wird das Volumen der heißen Schmelze um ein Vielfaches vergrößert. Ähnlich wie bei der Zuckerwatte-Herstellung werden Fasern erzeugt. Luft kann nun vom weichen, bauschigen Dämmstoff eingeschlossen werden, was die hohe Dämmleistung ermöglicht. Übrigens: Da bereits die Rohstoffe nicht brennbar sind, sind es auch die fertigen Dämmstoffe, die die Euroklasse A1 ganz ohne Flammschutzmittel erreichen.

 

ECOSE® – das gewisse Etwas

Damit aus dem lockeren, watteähnlichen Faserverbund robuste Dämmplatten und flexible Dämmrollen geformt werden können, wird während des Produktionsprozesses der Glaswolle ein aushärtendes Bindemittel zugesetzt. In der Dämmstoff-Branche ist das üblicherweise ein Phenol-Formaldehydharz, das konventionellen Glaswolle-Dämmstoffen überdies die gelbe Farbe verleiht. Der Dämmstoffspezialist Knauf Insulation setzt jedoch seit 15 Jahren auf ECOSE® – ein natürliches Bindemittel auf pflanzlicher Basis für Mineralwolle. Dies erkennen Kunden schon auf den ersten Blick an der Naturbraunen Farbe der Dämmstoffe des Herstellers, die auf natürliche Weise durch das Bindemittel entsteht. Vorbildlich: Auf den Zusatz von Formaldehyd und Phenol wird seither im gesamten Glaswolle-Produktionsprozess und in jedem Glaswolle-Produkt von Knauf Insulation verzichtet.

 

Herausragende Vorteile von ECOSE®

Als das Bindemittel ECOSE® (ECOlogical, Sustainable, Environmental) im Jahr 2009 eingeführt wurde, sollte es vor allem die CO2-Bilanz der Dämmstoffe verbessern und kritische Chemikalien aus dem Produktionsprozess und den Produkten verbannen. Ein eher zufälliger, aber aus Sicht der späteren Verarbeiter herausragender Nebeneffekt zeigte sich bei ersten Tests der mit ECOSE® gebundenen Dämmstoffe: Anwender bemerkten, dass sich die Dämmrollen und Dämmplatten plötzlich angenehmer anfühlten. Das berüchtigte Jucken auf der Haut, das die Verarbeitung von Mineralwolle mit sich bringen kann, wurde mit ECOSE® offenbar erheblich reduziert. Später durchgeführte Befragungen unter Handwerkern bestätigten dies mit überwältigend positiven Bewertungen des Verarbeitungserlebnisses.

 

CO2-Bilanz nach 95 Tagen positiv

Betrachtet man zu guter Letzt die Umweltauswirkungen der Herstellung von Glaswolle, fällt zunächst auf, dass der beschriebene, dafür nötige Schmelzprozess energieintensiv ist. Produktion, Verpackung und Transport der Dämmstoffe verursachen daher auch CO2. Interessant ist, dass die fertigen Dämmprodukte jedoch die Energie und das CO2, das bei ihrer Herstellung emittiert wurde, im Einsatz schnell wieder einsparen. Eine in Zusammenarbeit mit der auf nachhaltiges Bauen spezialisierten Ramboll-Unternehmensgruppe durchgeführte Studie ergab beispielsweise, dass es ab dem Einbau einer Dämmung von Knauf Insulation nur 95 Tage dauert, bis die Mineralwolle-Dämmstoffe ihre CO2-Emissionen im Einsatz dank der realisierten Energieeinsparungen wieder wettgemacht haben und ihre CO2-Bilanz positiv wird.

 

Nachhaltigkeit für alle

Unter dem Strich bedeutet das, dass Glaswolle nicht nur mit ihrer Leistung und Langlebigkeit überzeugt, sondern auch mit entscheidenden Nachhaltigkeitsvorteilen. Dachdecker, Zimmerer und Trockenbauer können Glaswolle-Dämmstoffe daher stets mit einem guten Gefühl in allen nachhaltigen Bau- und Sanierungsvorhaben einsetzen. Im Gegensatz zu klassischen Ökodämmstoffen, die häufig im Premium-Segment zu finden sind, sind die Dämmlösungen aus Altglas und Sand darüber hinaus sogar für jeden Bauherren-Geldbeutel geeignet.

 

Weitere Informationen und alle Glaswolle-Dämmstoffe von Knauf Insulation mit ECOSE® für den Dach- und Holzbau gibt es hier: knauf.com

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7 Kommentare
Hinrich Fuchs
22.08.2024
Danke für die Antwort, direkt und auf der Stelle 🙏
Knauf Insulation
22.08.2024
Zur CO2-Bilanz: Die Umweltproduktdeklarationen (EPDs) der Knauf Insulation Glaswolle-Dämmstoffe belegen, dass in der Nutzungsphase des Gebäudes im Schnitt nur ca. 100 Tage vergehen, bis die bei der Herstellung der Produkte entstandenen CO2-Emissionen wieder eingespart sind. Der Großteil der CO2- Emissionen bei der Herstellung von Glaswolle entstehen durch das Einschmelzen der Rohstoffe und das anschließende Spinnen des Glases zu Fasern. Generell gilt für alle Dämmstoffe, dass sie die CO2-Bilanz des Gebäudes schon nach kurzer Nutzungsdauer positiv beeinflussen.  
Knauf Insulation
22.08.2024
Zu den Zusätzen – da im Kommentar unterstellt wird, man mische „irgendwas“ bei: Knauf Insulation Glaswolle-Dämmstoffe unterliegen den Regeln der EU-Taxonomie-Verordnung, die die Umsetzung nachhaltiger und ökologischer Wirtschaftsaktivitäten in der EU zum Ziel hat. Dies regelt u. a. auch die Vermarktung von Produkten ohne gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe und Emissionen.       Diese Unbedenklichkeit belegen speziell für Knauf Insulation Glaswolle-Dämmstoffe auch zahlreiche Auszeichnungen und Label zu Emissionsverhalten und Wohngesundheit wie unter anderem der Blaue Engel (Umweltzeichen 132), das Indoor Air Comfort Gold Zertifikat von Eurofins und das „Gut“ von ÖKO-Test (im Test Zwischensparren-Dämmrolle UNIFIT TI 135 U).  
Knauf Insulation
22.08.2024
Zur Entsorgung: Fabrikneue Dämmstoffreste / Abschnitte können mit herstellereigenen Recyclingsystemen (bei uns RESULATION) einer nachhaltigen Verwertung zugeführt werden. Bereits verbaute Glaswolle wird häufig noch deponiert, wobei die Branche mit Hochdruck an Recyclingverfahren arbeitet.  
Knauf Insulation
22.08.2024
Zur Gesundheit: Gesundheitliche Bedenken gegenüber Glaswolle-Produkten bestanden vor mehreren Jahrzehnten. Bereits seit dem Jahr 2000 sind in Deutschland ausschließlich Mineralwolle-Dämmstoffe mit dem sogenannten „RAL-Gütezeichen Erzeugnisse aus Mineralwolle“ auf dem Markt. Das bedeutet, dass die Produkte aufwändig und streng geprüft wurden und dass sie im Sinne der Gefahrstoffverordnung als unbedenklich gelten. Wie bei allen Bau-Produkten, die stauben können, empfehlen wir (wie auch die BG-Bau) für den Umgang mit Mineralwolle dennoch Staubmasken.  
Knauf Insulation
22.08.2024
Angesichts des Kommentars von Hinrich Fuchs auf unseren Beitrag möchten wir gerne ein paar Vorurteile gegenüber Glaswolle-Dämmstoffen entkräften und die immer noch weit verbreiteten Falschinformationen über diese Produkte richtigstellen. (Aufgrund der fehlenden Editiermöglichkeit in mehren Antworten. ) Zu den Rohstoffen: Selbstverständlich werden auch für Glaswolle – wie für alle anderen Baustoffe – Rohstoffe benötigt. Glaswolle besteht – wie im Beitrag beschrieben – jedoch zum weit überwiegenden Teil (bis zu 80%) aus Recyclingglas. Der Sand, dessen Anteil immer weiter sinkt, wird in einem viel geringeren Umfang eingesetzt als z.B. in der Mörtel- oder Putzherstellung.  
Hinrich Fuchs
14.08.2024
Einmal die Werbetrommel für Glaswolle bitte!!!Widerlich.Wo kommt der Sand her? Was ist mit Gesundheitsrisiken beim Verarbeiten?Entsorgung.... ist ausgepackt ja Sondermüll, aus gutem Grund!Von allen sonstigen Zusätzen, welche man so beimischt... will ich gar nichts genaues wissen.Und dann nach 95 Tagen also CO2-Neutral - dabei wird wieder nur die Herstellung berücksichtig... was ist den mit der Entsorgung?Und, ab wann wäre "mit dieser Latte gemessen"..... ein Holzholz, Zellulose, Holzfaser oder Strohdämmung, neutral / positiv?
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