Glaswolle-Dämmstoffe: Was steckt drinnen?
Von der Glasscherbe zur Dämmrolle
Klemmfilz, Trennwand-Platte oder lose Einblasdämmung: Glaswolle-Dämmstoffe begegnen Bauprofis im Alltag in unterschiedlichen Erscheinungsformen und Formaten für ihre vielfältigen Anwendungsbereiche. Weitläufig bekannt ist, dass Glaswolle-Dämmung die Heizwärme besonders gut im Haus hält, den Schallschutz verbessert und auch zum effektiven Brandschutz beiträgt, weil sie selbst nicht brennen kann. Warum das so ist, verrät der Blick auf ihre Rezeptur und den Herstellungsprozess, bei dem aus Scherben erst Fasern und dann Matten oder Platten werden.
Aus was besteht Glaswolle?
Altglas und Sand: Das sind die Hauptbestandteile moderner Glaswolle-Dämmstoffe. Zu bis zu 80% bestehen die Dämmstoffe aus Recyclingglas – genauer gesagt aus aufbereitetem Glasbruch, z.B. aus alten Fenstern oder Glasbehältern. Dieses Recyclingglas wird in streng geheimen Zusammensetzungen mit weiteren, sehr gut verfügbaren Rohstoffen wie Quarzsand und Soda gemischt. In großen Schmelzwannen werden die Inhaltsstoffe der Glaswolle dann mit Hilfe von viel Hitze geschmolzen. Daraufhin wird das Volumen der heißen Schmelze um ein Vielfaches vergrößert. Ähnlich wie bei der Zuckerwatte-Herstellung werden Fasern erzeugt. Luft kann nun vom weichen, bauschigen Dämmstoff eingeschlossen werden, was die hohe Dämmleistung ermöglicht. Übrigens: Da bereits die Rohstoffe nicht brennbar sind, sind es auch die fertigen Dämmstoffe, die die Euroklasse A1 ganz ohne Flammschutzmittel erreichen.
ECOSE® – das gewisse Etwas
Damit aus dem lockeren, watteähnlichen Faserverbund robuste Dämmplatten und flexible Dämmrollen geformt werden können, wird während des Produktionsprozesses der Glaswolle ein aushärtendes Bindemittel zugesetzt. In der Dämmstoff-Branche ist das üblicherweise ein Phenol-Formaldehydharz, das konventionellen Glaswolle-Dämmstoffen überdies die gelbe Farbe verleiht. Der Dämmstoffspezialist Knauf Insulation setzt jedoch seit 15 Jahren auf ECOSE® – ein natürliches Bindemittel auf pflanzlicher Basis für Mineralwolle. Dies erkennen Kunden schon auf den ersten Blick an der Naturbraunen Farbe der Dämmstoffe des Herstellers, die auf natürliche Weise durch das Bindemittel entsteht. Vorbildlich: Auf den Zusatz von Formaldehyd und Phenol wird seither im gesamten Glaswolle-Produktionsprozess und in jedem Glaswolle-Produkt von Knauf Insulation verzichtet.
Herausragende Vorteile von ECOSE®
Als das Bindemittel ECOSE® (ECOlogical, Sustainable, Environmental) im Jahr 2009 eingeführt wurde, sollte es vor allem die CO2-Bilanz der Dämmstoffe verbessern und kritische Chemikalien aus dem Produktionsprozess und den Produkten verbannen. Ein eher zufälliger, aber aus Sicht der späteren Verarbeiter herausragender Nebeneffekt zeigte sich bei ersten Tests der mit ECOSE® gebundenen Dämmstoffe: Anwender bemerkten, dass sich die Dämmrollen und Dämmplatten plötzlich angenehmer anfühlten. Das berüchtigte Jucken auf der Haut, das die Verarbeitung von Mineralwolle mit sich bringen kann, wurde mit ECOSE® offenbar erheblich reduziert. Später durchgeführte Befragungen unter Handwerkern bestätigten dies mit überwältigend positiven Bewertungen des Verarbeitungserlebnisses.
CO2-Bilanz nach 95 Tagen positiv
Betrachtet man zu guter Letzt die Umweltauswirkungen der Herstellung von Glaswolle, fällt zunächst auf, dass der beschriebene, dafür nötige Schmelzprozess energieintensiv ist. Produktion, Verpackung und Transport der Dämmstoffe verursachen daher auch CO2. Interessant ist, dass die fertigen Dämmprodukte jedoch die Energie und das CO2, das bei ihrer Herstellung emittiert wurde, im Einsatz schnell wieder einsparen. Eine in Zusammenarbeit mit der auf nachhaltiges Bauen spezialisierten Ramboll-Unternehmensgruppe durchgeführte Studie ergab beispielsweise, dass es ab dem Einbau einer Dämmung von Knauf Insulation nur 95 Tage dauert, bis die Mineralwolle-Dämmstoffe ihre CO2-Emissionen im Einsatz dank der realisierten Energieeinsparungen wieder wettgemacht haben und ihre CO2-Bilanz positiv wird.
Nachhaltigkeit für alle
Unter dem Strich bedeutet das, dass Glaswolle nicht nur mit ihrer Leistung und Langlebigkeit überzeugt, sondern auch mit entscheidenden Nachhaltigkeitsvorteilen. Dachdecker, Zimmerer und Trockenbauer können Glaswolle-Dämmstoffe daher stets mit einem guten Gefühl in allen nachhaltigen Bau- und Sanierungsvorhaben einsetzen. Im Gegensatz zu klassischen Ökodämmstoffen, die häufig im Premium-Segment zu finden sind, sind die Dämmlösungen aus Altglas und Sand darüber hinaus sogar für jeden Bauherren-Geldbeutel geeignet.
Weitere Informationen und alle Glaswolle-Dämmstoffe von Knauf Insulation mit ECOSE® für den Dach- und Holzbau gibt es hier: knauf.com











