Lagebericht 2024: Holzbau trotzt den Widrigkeiten
Zunächst ein dreifaches Hoch auf die Zimmerer. Die Branche ist so gesund wie nie zuvor. Das durchschnittliche Betriebsergebnis ist 2022 von 2,0 % auf 2,7 % geklettert. Die Eigenkapitalquote ist 2022 auf 52% gestiegen. Zum Vergleich: Im Bauhauptgewerbe ist diese im Vergleichszeitraum bei 20,5 % gelegen.
Mittelfristig mehr Vorfertigung erwartet
Warum ist das so wichtig? Abwanderung in andere Branchen, das Ausscheiden der Baby-Boomer aus dem Arbeitsmarkt und ein hoher Krankenstand verschärfen trotz mehr neu abgeschlossener Ausbildungsverträge den Fachkräftemangel. Dieser und die höhere Komplexität der Projekte, vor allem bei mehrgeschossigen Wohn- und Gewerbegebäuden, lassen mittelfristig vermehrt Investitionen in Anlagen und Gebäude zur Vorfertigung erwarten. Gegenwärtig halten die Betriebe allerdings das Geld beisammen, 86,2 % der 2023 befragten Betriebe planen keine großen Investitionen. Gut, wer dennoch angesichts der hohen Auskunfts- und Sicherheitsverlangen der Banken und hoher Zinsen die Investitionen aus Eigenmitteln bestreiten kann.
Was die Branche beschäftigt
Viel mehr als die Zurückhaltung der Banken bei Kreditvergaben beschäftigen unsere Branche die langen und bürokratischen Genehmigungsverfahren, die unzureichende Planung der Auftraggeber und der beschriebene Fachkräftemangel. Die beiden erst genannten Punkte sind nur auf der politischen Ebene zu lösen. Allerdings wächst der Frust, dass sich nichts verbessert.
Große Betriebe mehr Fachkräftezuwachs als kleine Betriebe
Bei der Bindung und Gewinnung von Fachkräften haben 2023 die großen Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten mit einem Zuwachs von 516 Mitarbeitenden gegenüber den kleinen Betrieben gewonnen. Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten nach dem Hochstand 2022 um 0,6 % gesunken.
Trend geht zu Holzbauweise
Die Zahl der Baugenehmigungen bei Wohngebäuden ist im vergangenen Jahr um 38,5 % eingebrochen. Auch die Zahl der in Holzbauweise erstellten Wohngebäude ist gesunken, allerdings weniger stark. Damit erhöhte sich die Holzbauquote wieder auf nunmehr 22 %, Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit einem Anteil von mittlerweile 35,2%. Bei den Nichtwohngebäuden stieg die Quote bundesweit auf 23,4 %. Der Trend zu Gebäuden in Holzbauweise verstärkt sich – trotz der Rahmenbedingungen.
Vorfertigung beim Bauen im Bestand
Und noch etwas ist bemerkenswert. Auch beim Bauen im Bestand (44 % Umsatzanteil) gewinnt die Vorfertigung an Bedeutung. 35% der Betriebe fertigen komplett vor, weiter 25 % beschäftigen sich damit.
Konjunkturbarometer auf zufriedenstellend
Genug zurückgeschaut. Wie wird denn 2024? Holzbau Deutschland erwartet einen neuerlichen Umsatzrückgang von 5 %, der aber vor allem den gesunkenen Baustoffkosten geschuldet sei. Zum Jahreswechsel stand das Konjunkturbarometer auf zufriedenstellend, der Auftragsbestand lag bei ordentlichen 18 Wochen. Damit steht der Holzbau deutlich besser da als das Bauhauptgewerbe. Im ersten Quartal 2024 wurden 15.200 Wohneinheiten gegenüber dem Vorjahresquartal und sogar 39.000 Wohneinheiten weniger als 2022 gebaut.
Vollständiger Lagebericht
Den vollständigen Lagebericht findet Ihr auf der Website von Holzbau Deutschland kostenlos zum Download: Lagebericht 2024
Grafiken, Quelle: Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im ZVDB











