Eine "zünftige" Hochzeit
Vor den Traualter trat Walter Thoma zwar im Anzug, doch das „Morgenprogramm“ bis zum Mittagessen absolvierte er in seiner Zunftkleidung. Warum? „Meine Frau lernte mich als Vollblut-Zimmerer kennen, und deshalb war mir das wichtig“, blickt der Ehemann gerne zurück. Klar musste das auch fotografisch festgehalten werden. „Der Fotograf hatte dabei sehr viel Freude.“
Holz als Hintergrund
Das Hochzeitspaar posierte aber vor einer Holzkapelle im Nachbarort, ein modernes Kirchlein, das Thoma kürzlich errichtete. Der würfelförmige Holzbau wurde vom Linzer Altbischof Maximilian den unschuldigen Kindern geweiht. Und auch einen alten Stadel in der Nähe hat Thoma mitsaniert, auch dort drückte der Fotograf viele Male auf den Abzug – die Holzverschalung war ein idealer Hintergrund.
Ehefrau in der Rolle eines Zimmerers
Danach ging’s zum Mittagessen und dann vor den Traualtar. Der feine Zwirn hatte die rustikale Tracht zwar längst abgelöst, doch auch im Verlauf der späteren Hochzeit spielte die Liebe zum Zimmererberuf immer wieder eine Rolle. Das Paar musste unter viel Hallo bestimmte Aufgaben lösen. Walter Thoma musste die Gäste bedienen, denn seine Holde arbeitet als Kellnerin. Die frischgebackene Ehefrau hatte dagegen ein paar Nägel ins Holz zu schlagen, um zu zeigen, dass sie eines Zimmerers würdig ist.
Große Liebe zum Beruf
Die Zunftkleidung ist Walter Thoma sehr wichtig. „Ich bin seit über 30 Jahren Zimmerer und liebe meinen Beruf. Man kann draußen etwas gestalten und sieht abends, was man mit den Händen geschafft hat. Das ist im Büro nicht der Fall“, erklärt er. Die Tracht verstaubt auf keinen Fall im Schrank, sondern wird zum Beispiel auch am Josefi-Tag, den 19. März hervorgeholt. Dann sind die Zimmerer stolz beim Gottesdienst dabei, und natürlich darf danach auch ein wenig gefeiert werden. Übrigens erinnerte vor sechs Jahren sogar die Hochzeitstorte an die Berufe der Frischvermählten. Neben den Sahnetupfern standen zwei kleine Figürchen, eine Kellnerin und ein Zimmerer – und auch der trug natürlich die Kluft.











