feingesägt oder gehobelt? - Die beste Oberfläche für einen Anstrich
Welche Holzart ist die Richtige?
Es ist wichtig zu verstehen, dass Nadelhölzer, die als Fassadenbekleidung verwendet werden und keine statische Funktion haben, normalerweise keinen obligatorischen chemischen Holzschutz oder Anstrich benötigen. Mit einer korrekten Konstruktion und Ausführung der Bekleidung ist in der Regel eine ausreichende Langlebigkeit auch ohne diese Maßnahmen gewährleistet.
Hölzer mit einer höheren Resistenzklasse (mindestens Klasse 3 nach DIN 68364 bzw. DIN EN 350-2), wie Lärche, Douglasie, Kiefernkernholz, Zeder und einige Hartholzarten, bieten eine verbesserte Langlebigkeit, insbesondere wenn auf einen Anstrich verzichtet werden soll. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Vergrauungseffekt einstellt, variiert je nach Witterungseinflüssen und Ausrichtung der Fassade. Dies kann in den ersten Jahren zu Farbunterschieden führen. Holz passt sich dem örtlichen Klima an und nimmt Feuchtigkeit aus Schnee und Regen auf, was zu einer gewissen Schwankung der Holzfeuchtigkeit führt. Bei unbehandelten Oberflächen ist diese Schwankung stärker als bei gestrichenen Oberflächen und kann zu Formveränderungen und Schüsselungen führen, insbesondere bei hochresistentem Holz, wenn auf einen Anstrich verzichtet wird.
Welche Aufgabe hat der Anstrich?
- Er schützt das Holz vor Feuchtigkeit, indem er die Schwankungen der Holzfeuchtigkeit verringert.
- Er bietet Schutz vor UV-Strahlung, insbesondere wenn eine Vergrauung des Holzes unerwünscht ist.
- Er trägt zur dekorativen Wirkung bei.
Die Qualität eines hochwertigen Anstrichs hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und Qualität der Farbmaterialien, die Holzart und -feuchtigkeit, das Außenklima und natürlich die Beschaffenheit der Holzoberfläche. Selbst ein qualitativ hochwertiger Anstrich erfordert regelmäßige Wartung. Die erforderlichen Instandsetzungsintervalle variieren je nach Exposition gegenüber dem Außenklima und reichen von weniger als einem Jahr für farblose oder gering pigmentierte Oberflächen bis zu etwa 4 bis 5 Jahren für deckende Lacke mit fungizider Grundierung.
Welche Holzoberfläche?
Üblich sind heute bei den Holzoberflächen:
- gehobelt
- hydrogehobelt
- geschliffen
- sägerau
Gehobelte Oberfläche:
Gehobelte Oberflächen zeigen häufig so genannte Schläge, d. h. auch Quetschungen des Holzes. Dies kann dazu führen, dass sich Beschichtungsstoffe unzureichend in der Holzoberfläche verankern. Zusätzlich sind die Schichtdicken normalerweise sehr gering, so dass die einzelnen Hobelschläge nach Befeuchtung übermäßig anschwellen. Dies kann zu Schäden am Anstrich führen.
Hydrogehobelten Oberfläche:
Die hydrogehobelten Oberflächen bieten eine erheblich verbesserte Qualität. Diese Oberflächen sind glatt und haben kaum aufstehende Fasern, wodurch sie im Allgemeinen gut für Beschichtungen geeignet sind.
Geschliffene Oberfläche:
Geschliffene Oberflächen eignen sich gut für Beschichtungssysteme, solange das Schleifen nicht zu stark zu Rissen oder einer wolligen Oberfläche führt und der Schleifstaub gründlich von der Oberfläche und aus den Holzporen entfernt wird.
Sägeraue Oberfläche:
Sägeraue Oberflächen sind aufgrund ihrer rauen Struktur sehr saugfähig und nehmen besonders dünnflüssige Anstrichsysteme gut auf. Bei Beschichtungen mit hoher Viskosität kann jedoch Luft zwischen den einzelnen Faserbündeln eingeschlossen werden, was zu einer geringeren Haftfestigkeit des Anstrichs führen kann.
Der Vorteil der sägerauen Oberfläche?
Forschungen, wie die der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt), haben gezeigt, dass sägeraue Oberflächen den Vorteil bieten, dass ca. 50 bis 70 % mehr Farbe pro Flächeneinheit aufgebracht werden können. Dies führt zu einer besseren Langzeit-Haltbarkeit in Bewitterungstests.
Wenn sägeraues Holz mit derselben Menge Material pro Quadratmeter behandelt wird wie eine glatte Oberfläche, ist die Haltbarkeit geringer, hauptsächlich aufgrund der größeren zu benetzenden Fläche bei sägerauem Holz.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Beschädigungen des Anstrichs bei glatten Oberflächen optisch früher und deutlicher sichtbar sind als bei sägerauem Holz.
Die besten Ergebnisse bei der Oberflächenbeschichtung werden in der Regel mit geschliffenen Oberflächen erzielt. Deren Anstrichhaltbarkeit übertrifft sogar die von sägerauem Holz, obwohl weniger als die Hälfte der Anstrichmenge aufgetragen wird. Der Hauptgrund dafür ist, dass das Schleifen als Untergrundvorbereitung Unterschiede in den Holzoberflächeneigenschaften ausgleicht und einen gleichmäßigen Farbauftrag ermöglicht. Im Frühholz verhindern die aufgerauten Zellwände ein Absinken der Farbstoffpartikel in die großen Zellen, während im dichten Spätholz die Rauhigkeit eine ausreichende Verankerung für die Anstrichstoffe ermöglicht.
Es wird angenommen, dass die gelockerten Holzfasern eine Art Verstärkung für den Farbanstrich bieten, wobei geschliffene Holzoberflächen die optimale Rauhigkeit dafür aufweisen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass gehobelte Oberflächen nicht ideal sind und hydrogehobelten Oberflächen der Vorzug gegeben werden sollte. Feingesägte Oberflächen ermöglichen eine größere Materialmenge, während geschliffene Holzoberflächen qualitativ und wirtschaftlich die beste Basis für einen guten Anstrich bieten.
Quelle: Ing. Büro E. U. Köhnke GmbH















