Was ist serielles Sanieren?
Serielles Sanieren heißt, bestehende Gebäude mit vorgefertigten Modulen für Fassade, Dach und Haustechnik zu sanieren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Sanieren werden die einzelnen Teile nicht Stück für Stück am Gebäude angebracht. Stattdessen werden sie im Werk zu größeren Modulen zusammengefügt, Just-in-Time zum Gebäude transportiert und dann montiert. So geht das Sanieren vor Ort schneller. Durch das serielle Fertigen der großflächigen Module sinken auch die Kosten und Bewohner können während der Sanierungsmaßnahmen im Haus bleiben. So gehen auch keine Mieteinahmen verloren!
Damit die serielle Sanierung funktioniert, sind möglichst viele Schritte zu digitalisieren und zu automatisieren. Die Grundlage bilden das digitale Aufmaß vor Ort und die digitale Planung, welche tatsächlich auch Pflicht sind, um Förderungen von der KfW beantragen zu können:
1. Digitales Vermessen
Bei bestehenden Gebäuden gibt es selten umfassende Pläne, die für eine serielle Sanierung ausreichen. Deswegen kommt im ersten Schritt moderne Messtechnik zum Einsatz. Mit einem 3D-Laserscanner lässt sich ein Gebäude digital abbilden: bei vergleichsweise wenig Zeitaufwand und millimetergenau.
2. Digitales Planen
Mit den Daten lassen sich die einzelnen Module individuell planen. Hilfreich sind dabei standardisierte Verfahren und der digitale Vergleich mit ähnlichen Baustellen. So lassen sich deutlich schneller Pläne entwerfen und Angebote erstellen.
3. Modulares Vorfertigen
Beim Neubau von unseren Holzhäusern ist die serielle Fertigung bereits Alltag. Dabei werden teilautomatisiert einzelne Module für ein komplettes Haus erstellt. Der große Unterschied: Beim seriellen Sanieren ist fast jedes Modul ein Unikat – passend zu einem bestehenden Gebäude. Die Vorfertigung muss also flexibler sein als bei einem Neubau. In der Branche ist das generell noch eine Ausnahme!
4. Bau und Montage
Die einzelnen Module für die serielle Sanierung kommen per LKW zur Baustelle. Mit Hilfe von Kränen werden sie dann montiert. So lässt sich die Dauer der Sanierung auf wenige Tage verkürzen und es spart auch noch Ausgaben für das Gerüst, sowie den Kran. Allerdings sind ein paar Vorarbeiten nötig:
- Anbringen von Halterungen für die Module
- das Stellen der Gerüste
- Freilegen des Dachstuhls
Die Bewohner des Hauses können über die gesamte Bauzeit hin weiter ihre Räumlichkeiten bewohnen. Sobald die Module montiert sind, muss man lediglich für ein paar Stunden die alten Fenster und Außentüren demontieren und die Leibungen dazu ergänzen.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
- deutlich mehr Sanierungen sind im Output der Zimmerei möglich
- viele Fördermöglichkeiten
- langfristiges binden von CO2 in der Konstruktion
- kürzere Sanierung vor Ort am Gebäude
- höhere Wertschöpfung im Betrieb, durch die Vormontage
- kein Ausfall von Mieteinnahmen
- nach der Sanierung geringere Energiekosten: weniger Belastung für Bewohner und höhere Mieteinnahmen für Vermieter
Die Firma Holzbau Aumann aus Ziemetshausen gilt als Vorreiter in der seriellen Sanierung. Durch den Einsatz eines Faro-Laserscanners und Building Information Modeling erfolgen präzise Vermessungen und effiziente Planung. Mit einer der vier Hundegger Abbundanlagen werden Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz aus dem eigenen Holzwerk verarbeitet.
Neben der Erneuerung der Außenwände werden oft auch Aufstockungen, Anbauten oder Gauben integriert, um den Wohnraum effizient zu erweitern. Im Werk erfolgt die Montage der geschlossenen Wände, der Holzfassade und der Fenster. Aumann arbeitet zudem an einer fast vollautomatischen Fertigungsstraße für Holzrahmenbauwände in Zusammenarbeit mit Maschinenbauern wie Hundegger. Diese Entwicklung verspricht eine weitere Optimierung und Automatisierung des gesamten Sanierungsprozesses. Wir halten euch über die Entwicklungen bei Aumann auf dem Laufenden.
Bildquelle: Antonio Kropf

















