Verkohlte Holzfassaden: Yakisugi
Ein mit einer Holzfassade bekleidetes Haus ist immer schön anzusehen. Damit das auch über einen längeren Zeitraum so bleibt, muss das Holz entsprechend der verwendeten Art, zum Beispiel mit diversen Anstrichen oder Ölen behandelt werden.
In dem heutigen Beitrag stelle ich euch eine besondere Form der Holzkonservierung vor, die ihre Wurzeln schon weit zurück in der Zeit in Japan hat. Yakisugi ist das Stichwort!
Was kann man sich unter diesem Begriff vorstellen?
Wie oben schon erwähnt stammt diese Methode aus Japan. Wörtlich übersetzt bedeutet es: Yaki (verbrennen), sugi (japanischer Name der Sicheltanne). --> Also grob gesagt verbranntes Holz.
Wieso wird das Holz verkohlt?
Durch die Karbonisierung der Holzoberfläche verschließen sich die Zellen und es entsteht eine Schutzschicht. Diese ist wasserabweisend und verhindert zusätzlich ein Eindringen von Pilzen und Insekten. Somit wird durch das Verkohlen der Oberfläche derselbe Effekt erzeugt, der zum Beispiel durch Chemische Behandlung des Holzes entsteht. Das Holz ist langfristig konserviert und kann dadurch problemlos im Außenbereich eingesetzt werden. Der Fakt, dass verkohltes Holz länger haltbar ist, war schon den Wikingern bekannt, die verkohltes Holz beispielsweise im Schiffsbau verwendeten. In Japan werden seit dem 18. Jahrhundert Häuser mit einer verkohlten Holzfassade bekleidet. Die Yakisugi Methode findet langsam ihren Weg auch in europäische Regionen.
Wie funktioniert die traditionelle Herstellung?
In der traditionellen Herstellung werden immer 3 Bretter zu einer dreieckigen Röhre zusammengebunden. Diese Röhre wird dann aufrecht aufgestellt und von unten entzündet. Durch das aufrechte Stehen der Röhren kann das Feuer innen von unten nach oben durchziehen. Durch den entstehenden Kamineffekt kann sichergestellt werden, dass die Bretter gleichmäßig durchbrennen. Hat die Holzoberfläche den gewünschten Verbrennungsgrad erreicht, wird das Bündel auseinandergenommen und die Bretter abgelöscht. Je nach Verbrennungsgrad der Oberfläche ändert sich die Optik des Holzes. Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die verkohlte Bretter für Hausfassaden in ihr Repertoire aufgenommen haben. Dort werden die Bretter allerdings maschinell verkohlt, da so die Herstellungskosten gesenkt werden können und gleichzeitig gleichmäßigere Ergebnisse erzielt werden können. Kunden können sich dabei für verschiedene Optiken entscheiden. Unterschiede liegen dabei im Grad der Verkohlung und ob das Holz unbehandelt ist oder nach dem Prozess noch gebürstet wurde. Werden die Bretter nach dem Verkohlen noch ein- oder zweifach gebürstet, wird die Oberfläche wieder glatter und die Farbe etwas heller. Eine weitere Behandlung ist normalerweise nicht notwendig. Um den Ruß zu fixieren und die Montage zu vereinfachen, verwenden manche Hersteller dennoch eine finale Ölbeschichtung.
Die Vorteile einer verkohlten Fassade:
Wie oben beschrieben hat die verkohlte Fassade die gleichen Eigenschaften wie mit diversen Anstrichen behandeltes Holz. Allerdings kommt die Yakisugi Methode ohne Chemie aus und ist ebenso langlebig. Die verkohlte Fassade bedarf auch keiner weiteren vorbeugenden Pflege, sowie wie es bei einigen anderen Methoden der Fall ist. Ich führe den folgenden Punkt mal als Vorteil mit auf, allerdings ist dies eine sehr subjektive Einschätzung, denn es ist alles Geschmackssache. In meinen Augen bietet eine verkohlte Fassade eine einmalige Ästhetik. Da diese Methode noch nicht so weit verbreitet ist, sticht man dadurch definitiv hervor.
Mir persönlich ergab sich leider noch nicht die Möglichkeit eine Fassade im Yakisugi Stil zu bekleiden. Allerdings kann ich mir vorstellen einige private Projekte wie zum Beispiel einen Esstisch mit dieser Methode zu veredeln. Schreibt doch gerne mal in die Kommentare, was ihr von dieser außergewöhnlichen Methode haltet und ob ihr privat oder beruflich damit schon einmal in Berührung gekommen seid.
Zünftige Grüße
Yannick











