Holzhausfertigung auf höchstem Niveau
Die Begrüßung ist kuschelig, denn der zehn Monate alte Calou, seines Zeichens Familien- und Bürohund, kommt aus dem Büro vom Chef gelaufen. Hier merkt man von der ersten Minute an, dass man in einem Familienbetrieb ist. Die Atmosphäre ist locker, aber professionell.
Geschäftsführer Franz Grübl leitet den Betrieb nun seit 21 Jahren. Über die Jahre hinweg hat sich das Unternehmen stetig weiterentwickelt. Im Jahr 2011 baute man am heutigen Standort neu. Damals zog bereits eine Abbundanlage „Hundegger K2i“ mit in die Halle ein. Die einzelnen Schichten für die Wandelemente, die in Winhöring gefertigt werden, wurden bis 2018 aber noch „von Hand“ gemacht. Seit gut vier Jahren läuft die Produktion der Holzrahmenbauwände über eine Weinmann Kompaktanlage, an die außerdem eine Einblasbrücke für Dämmstoffe gekoppelt ist.
Diesen Schritt, die Vorfertigung um eine Anlage in dieser Dimension zu erweitern, geht man nicht einfach so. „Die Mitarbeiter sind aus meiner Sicht das Wichtigste, wenn man so eine Investition tätigt“, so Franz Grübl. Er weiß, dass er sich auf seine Mannschaft, die aus vielen langjährigen Mitarbeitern, aber auch aus Nachwuchskräften besteht, absolut verlassen kann.
Das ist aber nicht der einzige Grund, warum er diesen Weg eingeschlagen hat. Das Hauptprodukt von Holzbau Grübl sind ökologische Holzrahmenhäuser. Etwa 20 Häuser werden aktuell pro Jahr geplant, produziert und aufgestellt. Dabei war früher einiges nicht kalkulierbar. Durch die hohe Vorfertigungstiefe werden jetzt unerwartete Ereignisse auf der Baustelle minimiert und vorhersehbar gemacht. „Wir liefern ein qualitativ hochwertiges Produkt. Dazu gehört die Fertigung in der Halle, aber auch die sehr kurzen Baustellenzeiten. Das Naturprodukt Holz ist dadurch so wenigen witterungsbedingten Einflüssen wie möglich ausgesetzt. Wenn es regnet, wird nicht aufgestellt“, erklärt der Betriebsinhaber. Wer sich im Holzhausbau und mit beidseitig beplankten Wandaufbauten auskennt, weiß, dass gewisse Standards/Normen einzuhalten sind. Um den komplexen Wandaufbau und die dazugehörigen Qualitätsstandards einhalten zu können, macht die Automatisierung definitiv Sinn.
Aus einer Hand - Von der Planung bis zur „Schlüsselübergabe“
Wenn man heute als Privatperson ein Holzrahmenhaus bauen möchte, bekommt man von Holzbau Grübl das auf den jeweiligen Bauherren bestmöglich abgestimmte Paket. Von der individuellen Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe wird alles aus dem Büro in Winhöring gesteuert. „Wir planen ganz individuell, denn bei uns gibt es keine Häuser von der Stange. Wir liefern hochqualitative Häuser nach höchstem ökologischem Standard“, kann Franz Grübl mit Stolz behaupten. Es wurde noch kein Haus zwei Mal gebaut. Kommen Bauherren zu ihnen, wird gemeinsam ein individueller Plan von der Pike auf erstellt.
Dass eine Menge Know-How im 40-köpfigen Team vorhanden ist, wird im Gespräch immer wieder klar. Berechnungen für Statik, Energiebedarf oder Schallschutz werden ebenfalls im Haus gemacht. Nach der Planung kommt die Arbeitsvorbereitung (AV). Drei Mitarbeiter sind in diesem Bereich tätig. „Die AV hat sich durch die Einbindung der Weinmann-Anlage sehr verändert. Ihre Wichtigkeit ist um ein Vielfaches gestiegen. Denn hier wird alles bis ins kleinste Detail geplant, damit auf der Fertigungsbrücke anschließend alles richtig umgesetzt werden kann“, stellt Franz Grübl fest. Egal ob Fenster, Türen oder andere Wandelemente – durch die Automatisierung muss alles zur rechten Zeit im Betrieb sein. Noch ein Punkt, wodurch man später auf der Baustelle keine bösen Überraschungen mehr erlebt. Heute läuft die Weinmann-Anlage etwa zehn Stunden pro Tag. Zukünftig wird es so sein, dass auch Wände für andere Zimmerei- oder Holzbaubetriebe gefertigt werden können.
Eine Vision für die Zukunft ist es, sich an die Fertigung von Badmodulen zu wagen. Die Herausforderung dabei ist, dass die fertigen Module die Breite von 3 Metern aufgrund der höchst zugelassenen Transportbreite nicht überschreiten dürften. Dadurch würden sich bei der Badplanung aber Einschränkungen ergeben. Der Vorteil von solchen Badmodulen wäre aber, dass die Arbeiten auf der Baustelle durch den Installateur durch Vormontage noch einmal verkürzt würden. Man sieht, es gibt noch weitere Möglichkeiten für die Nutzung der Fertigungsbrücke.
Höchst erfreulich: Ein Betrieb ohne Nachwuchssorgen
Qualitätsstandards und Nachhaltigkeit spielen hier eine große Rolle. Auch wenn wir hauptsächlich über die „ökologische Nachhaltigkeit“ sprechen, merkt man, dass Franz Grübl auch im Führungsstil auf Nachhaltigkeit setzt. „Unser Unternehmen ist gesund gewachsen. Ich selbst musste damals erst lernen, Aufgaben abzugeben. Und was soll ich sagen: Es hat sich gezeigt, dass meine Mitarbeiter es sogar besser machen als ich. Sie können sich speziell auf ihre Aufgaben fokussieren und sind dadurch thematisch in vielen Dingen tiefer in der Materie. Ich stehe zu 100 Prozent hinter meinen Mitarbeitern und Fehler können jedem von uns einmal passieren“, beschreibt der Chef den Umgang mit seinem Team. Außerdem können sich die Mitarbeiter, sofern sie das wollen, stetig weiterentwickeln. Hier gibt es keine Nachwuchsprobleme. Jedes Jahr beginnen drei neue Auszubildende die Zimmererausbildung im Betrieb. Im kommenden Jahr startet sogar die erste junge Frau die Ausbildung zur Zimmerin. „Wir investieren viel Zeit in Praktika. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass es die jungen Leute wenig begeistert, wenn sie fünf Tage lang die Werkstatt zusammenkehren oder nur zuschauen, was andere Zimmerer tun. Wir machen uns bewusst Gedanken, wo sie auch während ihrer Praktikumszeit eingesetzt werden können. Natürlich dürfen sie aus Sicherheitsgründen nicht alles machen, aber manches geht schon.“
Ob es aber dann letztendlich am guten Ruf des Holzbaubetriebes liegt, dass hier kein Mangel an Nachwuchskräften herrscht, oder doch daran, dass Franz Grübl selbst ehrenamtlich als Fußballtrainer agiert und deshalb guten Kontakt zu den Jugendlichen hat, ist letztendlich egal. Hauptsache ist, die Begeisterung für das Handwerk bleibt erhalten.
Wer geschlossene Wände im Holzrahmenbau liefern will, muss einiges erfüllen
Sofern man fertige Wände (beidseitig bekleidete oder beplankte, nicht geklebte Wand-, Decken- und Dachelemente) auf der Baustelle haben möchte, um den Montageaufwand gering zu halten, muss man einige Voraussetzungen und Normen erfüllen. Um dieses sicher zu stellen, hat Holzbau Grübl sich für das RAL-Gütezeichen 422 entschieden. Es steht für höchste Qualität im Bereich des Holzhausbaus und bezieht bei der Bewertung sowohl die Güte vorgefertigter Holzbauteile als auch deren Montage mit ein. Zertifizierte Betriebe zeichnen sich zum einen durch eine permanente Eigenüberwachung ihrer Produktionsprozesse aus – von der Wareneingangskontrolle bis zur Bauabnahme. Zum anderen lassen sie diese Prozesse halbjährlich durch externe Prüfer überwachen. Um diesen RAL-Standard zu erfüllen, müssen beispielsweise alle verwendeten Produkte eine bauaufsichtliche Zulassung aufweisen. Zudem wird beim verwendeten Holz beim Wareneingang, bei der Fertigung und beim Verbau auf der Baustelle der Feuchtigkeitsgehalt überprüft und dokumentiert. Um nur einige Aspekte zu nennen.
Auch darf sich der Holzbaubetrieb als „Klimaneutrales Unternehmen“ bezeichnen. „Durch den verwendeten Rohstoff Holz hatten wir auf dem Weg zur Klimaneutralität eine gute Ausgangsbasis. Negative Punkte erbrachte uns beispielsweise aber das Entsorgen von Altmaterialien bei Sanierungen“, erzählt der Bauleiter Patrick Hamann, der im Betrieb für das Themenfeld Zertifizierung zuständig ist. Geheizt wird über eine Hackschnitzelheizung, die durch Holzabfälle betrieben wird, und der benötigte Strom wird für die Photovoltaikanlage auf den Dächern der Hallen erzeugt. Gemessen an den aktuellen Debatten rund um Klimakrise und Energiemangel, ist der Holzbauer sicher ein Vorreiter.













