Wie wird die Auftragslage in 2024? Die November-Umfrage
Allgemein keine guten Aussichten am Bau
Im September gab es bei den Baugenehmigungen einen Rückgang um 30 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Und das obwohl die Bauanträge bereits seit 16 Monaten rückläufig sind. Insgesamt wurden 2023 fast 77.000 Wohnungen weniger genehmigt als im Jahr 2022. Bei Einfamilienhäusern war es sogar ein Minus von 38 %. Die Politik verfehlt ihr Ziel von 400.000 Wohnungen im Jahr somit haushoch. Wenn es so weitergeht, werden bis Jahresende nicht einmal 250.000 Wohnungen fertig. Aber was bedeutet das für den Holzbau?
Ausnahme Holzbau
Der starke Boom der letzten Jahre ist zwar vorerst etwas ausgebremst. Doch trotz rückläufiger Baugenehmigungen entwickelt sich der Holzbau weiterhin gut. Die Auftragsbücher der meisten Zimmereien sind immer noch gut gefüllt. Den Rückgang beim Neubau merkt man natürlich, aber Zimmereien machen jetzt Sanierungen, Modernisierungen, Aus- und Umbauten. Außerdem steigt die Holzbauquote. 6 % aller Mehrfamilienhäuser (2022: 5,3 %) werden mittlerweile in Holz gebaut. Ein- und Zweifamilienhäuser werden zu 25,4 % (2022: 24,5 %) in Holzbauweise errichtet.
Unsere Umfrage: Wie ist die aktuelle Auftragslage?
Der positive Trend bestätigt sich auch in unserer Umfrage, welche wir Anfang November auf Instagram gemacht haben. Über 700 Zimmerleute haben abgestimmt.
Wie viel Arbeit habt Ihr bis Jahresende?
Auf diese Frage antworten 58 % der Teilnehmer, dass sie bis Jahresende zu viel Arbeit haben. 33 % geben an, gut/optimal mit Arbeit versorgt zu sein. 9 % geben an, dass sie zu wenig Arbeit haben. Es gibt bei den meisten also viel zu tun bis Weihnachten. 732 Teilnehmer haben abgestimmt.
Wie viele Aufträge habt Ihr schon für 2024 ?
Vor dem neuen Jahr brauchen sich die allermeisten nicht zu fürchten. Denn 55 % der Zimmerer haben bereits viele Aufträge. 41 % haben ein paar Aufträge und nur 4 % haben noch keine Aufträge für 2024. Abgestimmt haben 713 Teilnehmer.
Machst Du dir Sorgen um den Bau ?
Die schlechte Stimmung zieht aber auch an den Holzbaubetrieben nicht spurlos vorbei. Auf die Frage, ob sie sich Sorgen um den Bau machen, antworten 52 % der Teilnehmer mit „Ja“. Teilnehmer: 849 Stimmen.
Was ist das größte Problem in der Zimmerei?
Hier gibt es ein altbekanntes Problem. 62 % der Zimmerleute klagen über "Zu wenig Mitarbeiter". Nur 4 % über "Zu wenig Aufträge". Was Rückschlüsse auf eine wirtschaftlich gute Situation in den Betrieben zulässt, obwohl in unserer Juli-Umfrage noch 75 % angegeben haben, zu wenig Mitarbeiter zu haben. 25 % gaben als größtes Problem die ausufernde Bürokratie an. 8 % haben keines dieser Probleme. 813 Teilnehmer haben abgestimmt.
Was Zimmerleute ärgert
Auf unsere offene Frage „Was ärgert dich aktuell besonders?“ wird uns unter anderem mitgeteilt, dass es Berufskollegen gibt die unkalkulierte Kampfpreise machen und es immer noch zu hohe Materialkosten gibt. Die aktuelle Politik bzw. Regierung kommt auch nicht gut weg, so einiges wird als ungerecht empfunden. Zu viel Bürgergeld, zu wenig Förderungen für den Bau und zu wenig Gehalt für Handwerker. Und eine Sache nervt uns natürlich um diese Jahreszeit alle besonders: das schlechte Wetter.
Was Zimmerleute freut
Besonders freut die Teilnehmer der Umfrage die schöne Arbeit als Zimmermann und das man jeden Tag mit den Lieblingskollegen zusammenarbeiten kann. Man freut sich über geile Projekte aus Holz und einer freut sich besonders über seine nagelneue Abbundanlage. Ein Teilnehmer bringt es dann zum Schluss noch auf den Punkt: Er freut sich über 100 % Auslastung anstatt wie bisher 115 %. Das sind doch keine schlechten Aussichten, oder?









