Vorstellung
DIRR GmbH & Co. KG Zimmerei · Holzbau
30.10.2023

Emilia Malafa - Vom Reisen zum Zimmerhandwerk: Meine erste Baustelle als Zimmerin bei Holzbau Dirr!

Ich bin Emilia Malafa, 19 Jahre alt, und nach meinem Abitur hatte ich ursprünglich vor, Jura oder Architektur zu studieren. Doch nach einem aufregenden Auslandsjahr und dem Ausbau meines VW-Buses änderten sich meine Pläne drastisch. Ich entdeckte meine Leidenschaft für das Handwerk und das Arbeiten mit Holz. Gleichzeitig hatte ich keine Lust auf den Stress des Universitätslebens. Es waren zwei Optionen im Raum: Zimmerin oder Schreinerin. Doch die Wahl fiel mir leicht, da mein Opa seine eigene Zimmerei hatte und immer von seinem Beruf schwärmte. So entschied ich mich für die Ausbildung als Zimmerin.
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Meine erste Baustelle

Ich stand vor meiner ersten Baustelle, und gleichzeitig war dies eine meiner anspruchsvollsten Aufgaben - die Sanierung des Daches einer alten Kapelle. Hier wurde ich unmittelbar ins kalte Wasser geworfen und erwarb handwerkliche Fähigkeiten beim Decken des Daches, die auf herkömmlichen Baustellen nicht so leicht zu erlernen sind.

Es handelte sich um ein Satteldach und ein Kegeldach, das an einen normalen Satteldachbereich anschließt, was zu den anspruchsvollsten Kunstfertigkeiten der Biberschwanzdeckung zählt.

 

Besonderheiten beim Decken eines Kegeldaches

Das Decken eines Kegeldachs erfordert einige besondere Überlegungen. Schon bei der Kalkulation muss mehr Arbeitszeit und Material eingeplant werden, und ein Aufschlag von ca. 40 % ist für den Verschnitt zu berücksichtigen.

Bei der Konterlattung muss darauf geachtet werden, dass sie strahlenförmig vom First zur Traufe verlegt werden. Um eine segmentförmige Traglattung zu vermeiden, sollten Zwischenkonterlatten eingefügt werden.

Eine hölzerne Traglattung ist eine dauerhafte Lösung, im Gegensatz zu Kunststofflatten, deren Haltbarkeit nicht gewährleistet ist. Die Holzlatten sollten in Stücken nicht länger als 30 cm ausgeführt werden, um ein runderes Erscheinungsbild der Eindeckung zu erzielen. Die Nägel oder Schrauben müssen unbedingt versenkt werden, da man sonst unschöne Kerben in seinem Hobelmesser findet, nachdem man die Rundung in die Latten hobelt.

Die eigentliche Dacheindeckung erfordert, dass jeder Biberschwanzziegel beidseitig konisch zugeschnitten wird.

 

Verschiedene Varianten beim Decken eines Kegeldaches

Für die Eindeckung gibt es zwei Varianten: den regelmäßigen und den unregelmäßigen Verband. Der regelmäßige Verband erfordert, dass alle Biberschwanzziegel in einer Reihe in der gleichen Größe konisch geschnitten werden. Die Ziegelreihen verjüngen sich von Reihe zu Reihe und von Traufe zu First, bis es nicht mehr möglich ist, einen weiteren Ziegel zuzuschneiden, ohne die Mindestseitenüberdeckung des Halbverbandes von 3,5 cm zu unterschreiten. An dieser Stelle kommen wieder breite Biber zum Einsatz, welche drei schmale überdecken. Auch sie werden konisch zugeschnitten. Dieses Prinzip setzt sich bis zur Kegelspitze fort. Immer schmaler werdende Ziegelreihen, die an einem bestimmten Punkt von breiteren Ziegelreihen übersprungen werden.

Der unregelmäßige Verband hingegen erlaubt unterschiedlich breite Biberschwanzziegel je Ziegelreihe. An bestimmten Stellen muss ein Ausgleichsbiber eingefügt werden, da der Halbverband nicht eingehalten werden kann. Dadurch kommt es zu einem schmaleren Versatz, der durch den Ausgleichsbiber ausgeglichen wird. Durch den schmaler werdenden Kegel braucht man zur Spitze hin mehr Ausgleichsbiber als an der Traufe.

 

Leidenschaft zum Reisen

Abseits meiner Arbeit als Zimmerin verfolge ich ein ganz persönliches Projekt - die Vollendung meines eigenen Traumcampers, basierend auf meinem VW-Bus. Reisen ist genau mein Ding, und ich liebe es, neue Kulturen zu entdecken und neue Erfahrungen zu sammeln. Diese Leidenschaft lässt sich perfekt mit der Walz kombinieren.

Die Walz kurz erklärt:

Die Walz ist eine einzigartige und freiwillige Gelegenheit für jede Gesellin und Gesellen, die Welt zu erkunden und unvergessliche Momente zu erleben. Für mindestens zwei Jahre und einen Tag ist man auf der Wanderschaft, lernt täglich neue Menschen & Orte kennen und arbeitete in den unterschiedlichsten Betrieben.

 

Zimmerer ist ein reiner Männerberuf?!

Ich will junge Frauen ermutigen, ihren Leidenschaften zu folgen, egal was die Gesellschaft sagt. Es ist mir egal, ob ein Beruf traditionell Männerdomäne ist – das sollte keine Rolle spielen.

Lasst uns klarstellen, dass es keine familiären Verbindungen oder eine eigene Zimmerei in der Familie braucht, um Zimmerin zu werden. Es geht um die Liebe zum Holz, die Freude an der Arbeit im Freien und die Begeisterung für körperliche Arbeit. Das sind die Dinge, die den Beruf ausmachen.

 

Warum sollte eine Frau einen besonderen Grund brauchen, um ihren Job zu lieben? Nur weil es ein Männerberuf ist? Geschlecht sollte nie im Weg stehen, wenn es darum geht, unsere Leidenschaften zu leben.

 

Bilder: Antonio Kropf

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1 Kommentar
Michell Wolf
24.11.2023
Alles richtig gemacht!
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