Baustelle
Pfleiderer Deutschland
05.10.2023

Musterhaus: Friedl Holzbau und Pfleiderer setzen auf Qualität!

Wer außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs an Holzhäuser denkt, landet im Kopf schnell bei Bergpanorama und Geranienbalkon. Aber es überwiegt natürlich längst hochmoderne Holzständer- oder Holzrahmenbauweise, wenn es um nachhaltiges Wohnen mit Holz geht. Friedl Holzwerthaus im niederbayerischen Obersüßbach hat die Symbiose von Qualität, Individualität und Ökologie mit seinen Holzfertighäusern perfektioniert. Pfleiderer sprach mit Geschäftsführer Richard Schinagl Jr.
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Pfleiderer im Gespräch mit Herrn Richard Schinagl Jr.

Pfleiderer: Herr Schinagl, was müssen wir uns unter einem Holzwerthaus vorstellen?

Richard Schinagl: Ein Friedl Holzwerthaus ist unsere Antwort auf die Frage, wie man ein Holzfertighaus besser macht. Das beginnt schon beim Namen. Denn fast alle modernen Holzhäuser, die bei uns im Süden der Republik üblich sind, entstehen in Holzständer- oder Holztafelbauweise. Weil die Elemente vorgefertigt sind, sind sie damit im Wortsinn natürlich Fertighäuser. Aber bei dem Begriff „Fertighaus“ denken manche intuitiv an „Fertigpizza“, also eher an nicht ganz so hochwertige Massenprodukte – und da wollen wir uns richtig positionieren.

Pfleiderer: Das alles könnten Sie sicher auch mit anderen Baustoffen machen. Warum Holz? 

Richard Schinagl: Ganz einfach: Es passt perfekt zu unserer Qualitätsphilosophie. Wer heute mit uns ein Haus baut, legt größten Wert auf Ökologie und Wohngesundheit. Das geht am besten mit Holz. Wir haben das als Chance begriffen, uns im Wettbewerb zu profilieren – und in der Folge nach und nach unsere Werkstoffe auf die wohngesündesten und nachhaltigsten Alternativen umgestellt.

Zum Beispiel unsere Wandaufbauten: Wo früher noch OSB und Mineralwolldämmung sowie hochverdichtetes Polystyrol zum Einsatz kamen, haben wir nach und nach den Holzanteil konsequent erhöht: Erst haben wir das Polystyrol an der Fassade durch eine Holzweichfaserplatte ersetzt. Bedingt durch die Anforderungen an den Wärmeschutz brauchten wir damit aber auch ein dickeres Gefach. So ist die Stärke der Wandständer in dem Zug gleichzeitig von 16 auf 24 cm angewachsen. 

Weiterhin haben wir aus Gründen der Wohngesundheit die OSB-Platten gegen LivingBoard von Pfleiderer getauscht. Anschließend sind wir von der Mineralwolldämmung in den Gefachen auf eine Isofloc-Einblasdämmung umgestiegen. Aber nicht mit Zellulosefasern, d.h. deren Standardprodukt, sondern mit Holzfasern. Da waren wir quasi Pioniere in der erstmaligen Anwendung der Einblasmaschine mit dem losen Holzfaserdämmstoff und es hat etwas gedauert, bis alles reibungslos lief. Aber jetzt erzielen wir damit neben der gewünschten Wärmedämmung auch noch einen besseren Schallschutz. 

Pfleiderer: Wie muss man sich die Herstellung der eben beschriebenen Wand vorstellen?

Richard Schinagl: Wir arbeiten im positivsten Sinne des Wortes industriell. Die Planung erfolgt voll digital, in der Umsetzung nutzen wir einen hochmodernen Maschinenpark und klar definierte Prozesse, um höchste Präzision zu erzielen. Die Module werden in unserem Betrieb vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. So sorgen wir zum einen dafür, dass die Wünsche unserer Kunden exakt umgesetzt werden. Und zum anderen macht der hohe Technisierungsgrad die Herstellung auch aus Kostensicht effizienter. Denn sowohl die Ökologie als auch die Digitalisierung sind zwar faszinierend, dürfen aber meiner Ansicht nach nicht zum Selbstzweck werden. Für unsere Kunden – und auch für uns – muss der daraus entstehende Gegenwert stimmen. Also das ganze Paket von Komfort und Ästhetik über Wohngesundheit und Nachhaltigkeit bis zur Langlebigkeit!

Pfleiderer: Als vergleichsweise kleines Unternehmen mit hohem Individualisierungsgrad setzt Friedl dennoch Musterhäuser ein. Warum?

Richard Schinagl: Wir bauen Häuser für Menschen und wir Menschen sind doch alles Wesen aus Fleisch und Blut und kommunizieren über unsere fünf Sinne. Da braucht man einfach etwas Greifbares zum Anfassen und Spüren. Im Gegensatz zum landläufigen Verständnis sind unsere Musterhäuser aber keine Typenhäuser, die es so und nur genau so zu kaufen gibt, sondern es sind einfach Anschauungsobjekte, die beispielhaft zeigen sollen, was ein FRIEDL Holzwerthaus qualitativ ausmacht. Außerdem haben wir beim Musterhaus die Möglichkeit, selbst neue Systeme unter realen Bedingungen zu erproben – ohne Risiko für unsere Kunden. 

Pfleiderer: Herr Schinagl, wir danken Ihnen für das Gespräch!

 

Infobox: Objekt: Musterhaus Friedl Holzbau GmbH
Johannesstraße 1
84101 Obersüßbach

Eingesetzte Produkte:
LivingBoard face contiprotect P5
StyleBoard MDF.RWH

Einsatzbereich: Holzrahmenbau in Wand & Decke

Fertigstellung: September 2023

Bildquelle: © Andreas Keller Fotografie

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