SanReMo: Paradies für Zimmerleute
Handwerk oder Badeort
San Remo: Schon mal dort gewesen? Schon mal gehört? Nein, nicht der italienische Badeort an der Blumenriviera, bei dessen Schlagerfestival schon manche internationale Karriere aufblühte. SanReMo ist der Kurzbegriff für: Sanieren! Renovieren! Modernisieren!
Unterschied bei den Begriffen
Damit Klarheit bei den Begrifflichkeiten herrscht, wollen wir diese und ihre Unterschiede kurz erklären:
Sanieren = Mängel und Schäden beheben
Renovieren = verschönern und reparieren
Modernisieren = verbessern und erneuern
Wir betrachten die Vorhaben nach dem Umfang der Maßnahmen: von der kleinsten, der Renovierung, bis zur größten, der Sanierung.
Renovierung
Bei einer Renovierung geht es um eine optische Verbesserung und um ästhetische Bedürfnisse. Es sollen kleinere Mängel, die durch die tägliche Nutzung entstanden sind, behoben werden. Eine Renovierung umfasst daher vor allem Schönheitsreparaturen, die meist von den Eigentümern und Mieter selbst erledigt werden.
Modernisierung
Das Ziel einer Modernisierung ist, eine Immobilie nachhaltig auf den neuesten Stand zu bringen und die vorhandene Qualität zu verbessen. Zur Modernisierung gehört auch die energetische Sanierung. So werden Dach- und Fassadensanierungen mit Dämmmaßnahmen verbunden, die die Energiesparverordnung vorschreibt.
Sanierung
Alles, was die Immobilie zurück in den ursprünglichen Zustand bringt, gehört zur Sanierung. Dabei werden Mängel oder Schäden an der Bausubstanz der Gebäude beseitigt. Das kann die Fassade, das Dach, den Balkon, Böden und Balken betreffen.
Bauen im Bestand macht 44 % des Umsatzes
Der Lagebericht von Holzbau Deutschland unterscheidet nicht, sondern ordnet das dem Bereich Bauen im Bestand zu. Immerhin 44 % des Umsatzes haben die Zimmerei- und Holzbauunternehmen 2021 in diesen Bereich erwirtschaftet. Allen Grund, sich diesen genauer anzuschauen: Ob und warum sind diese Aufträge besonders lukrativ? Und: Wie kann mit Vorfertigung die Effizienz verbessert werden?
Weniger Neubau, mehr Bauen im Bestand
Während im vergangenen Jahr 12,1 % weniger Gebäude in Holzbauweise gebaut wurden, übersteigt im Bereich Bauen im Bestand laut des Lageberichts von Holzbau Deutschland noch immer die Nachfrage das Angebot. Anders ausgedrückt: gute gefüllte Auftragsbücher und auskömmliche Preise. Allein langwierige Genehmigungsverfahren in Folge von Personalmangel in den Baubehörden, unzureichende Planung auf Grund komplexer bautechnischer und energetischer Anforderungen und der Mangel an Fachkräften hemmen allerdings die noch immer positive Entwicklung.
Digitalisierung und serielle Fertigung kommen
Nicht nur das, sondern auch der geringe Einsatz von vorgefertigten Elementen. Bereits vor 15 Jahren hat die TU München mit Hochschulen in Norwegen und Finnland mit drei Holzbau-unternehmen ein Forschungsprojekt initiiert, um Nachkriegsgebäude mit vorgefertigten Holzelementen energetisch zu sanieren. Jetzt wird das vergleichbare Konzept Energiesprong aus den Niederlanden von der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Auftrag der Bundesregierung umgesetzt. Digitalisierung und serielle Fertigung sollen energetische Gebäudesanierung schnell, bezahlbar und skalierbar machen.
Bildquelle: Isover
