BUGA Holzpavillon wird wieder aufgebaut
Maximale Spannweite bei minimalem Materialeinsatz
Bauen wie die Zukunft baut: Das war die Vision bei der Entwicklung des bionischen Holzpavillons – ein Forschungsprojekt des Instituts für computerbasiertes Entwerfen und Baukonstruktion (ICD) und des Instituts für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart –, der 2019 auf der Bundesgartenschau in Heilbronn präsentiert wurde. Als Vorbild für die segmentierte Schalenkonstruktion dienten die biologischen Prinzipien des Plattenskeletts von Seeigeln. Die Prämisse für die Holzschale lautete: Maximale Spannweite bei minimalem Materialeinsatz, effizient, wirtschaftlich, ökologisch und vor allem vollständig wiederverwertbar.
Tragkonstruktion
Die Tragkonstruktion des einzigartigen Leichtbaus wurde computerbasiert entworfen und robotergestützt gefertigt. Die Form eines jeden Segments und die Ausführung einer leistungsfähigen Verbindung waren dabei von besonderer Bedeutung. Und so überspannt die doppelt gekrümmte Konstruktion aus Holzkassetten 30 m bei rund 37 kg/m² Gewicht. Jedes Segment besteht aus zwei dünnen Platten, die oben und unten einen Ring aus Randbalken beplanken und so hohle, großformatige Holzkassetten mit polygonalen Formen bilden. Die untere Platte hat jeweils eine große Öffnung, die während der Montage den Zugang zu den verdeckten Bolzenverbindungen ermöglicht und zugleich eine besondere architektonische Erscheinung erzeugt.
Holzverbindungen und Abdichtung
Die 376 Leichtbausegemente sind mit 17.000 verschiedenen Keilzinkenverbindungen zusammengefügt, die den morphologischen Prinzipien an den Rändern der Seeigelplatten folgen. Das dreidimensionale Puzzle kann von zwei Handwerkern in zehn Tagen vor Ort montiert werden. Da die Segmente nicht stoffschlüssig miteinander verbunden sind, wurde die Konstruktion mit EPDM-Abdichtungsplanen von CARLISLE® CM Europe abgedichtet, die besonders witterungs- und alterungsbeständig sind. Hierfür wurden acht HERTALAN® EASY COVER EPDM-Planen mit einer Dicke von 1,5 mm lose auf der Tragschale verlegt, die Ränder sowie die Nähte verklebt und so die Wasserdichtigkeit sichergestellt. Auf die EPDM-Planen folgt die Außenbekleidung aus CNC-geschnittenen und unbehandelten Lärchenholz-Dreischichtplatten.
Erneute Nutzung während der BUGA 2023
Beim Rückbau des Holzpavillons konnten alle Elemente ohne weiteres demontiert werden, inklusive der sichtbaren Außenbekleidung, der darunter liegenden Lattung und der EPDM-Abdichtungsbahnen. Nach Mannheim transportiert und auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2023 wieder aufgebaut, ist er ein weiteres Mal ein Besuchermagnet. Er kann dort seit dem 14. April und noch bis zum 8. Oktober 2023 besichtigt werden.
Bildquellen:
Bild 1: CARLISLE® Markus Rief
Bild 2 - 6: ICD/ITKE University of Stuttgart
Bild 7 - 13: CARLISLE® Markus Rief / CARLISLE®

























