Lagebericht 2023: Gesunde Holzbau-Branche mit eingetrübten Aussichten
Neuer Lagebericht von Holzbau Deutschland ist da
Alle Jahre wieder: der Lagebericht von Holzbau Deutschland. Für die Redaktion vom Zimmerer-Treffpunkt eine hervorragende Branchenanalyse auf sechs Seiten, die es lohnt zu lesen und Schlüsse für den eigenen Betrieb zu ziehen. Wir nennen die wichtigsten Kennzahlen, zeigen die Trends auf und benennen die Gründe, warum die Bäume auch in der Holzbranche nicht in den Himmel wachsen.
Zimmereibetriebe haben durchschnittlich sechs Mitarbeiter
In den vergangenen drei Corona-Jahren ist die Zahl der Betriebe kontinuierlich von 11.864 (2020) auf 12.157 und die Zahl der Beschäftigten von 71.561 auf 74.689 gestiegen (Grafik 3). Geblieben ist die durchschnittliche Betriebsgröße von 6,1 Mitarbeitern.
Immer mehr größere Betriebe
Der Trend geht allerdings zu größeren Betrieben. Der Anteil der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigen ist seit 2007 von 2,7 % auf nunmehr 4,5 % gestiegen (Grafik 4). Mittlerweile arbeitet jeder Vierte in einem Betrieb mit mehr als 20 Beschäftigten. Die Experten vermuten, dass der höhere Grad der Vorfertigung und die steigende Holzbauquote im Geschoss- und Gewerbebau den Trend verstärken werden.
Umsätze steigen
Der Umsatz ist 2022 wieder gestiegen, allerdings mit 1,2 % deutlich weniger als zuvor mit 6,4 % angenommen (Grafik 5). Die Zinsentwicklung, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Unsicherheit haben bereits bei den privaten Auftraggebern Wirkung gezeigt. Der Umsatzanteil ist um drei Prozent auf 73 % gesunken (Grafik 6). Gleichzeitig ist dieser Anteil bei gewerblichen Auftraggebern auf 16 % gestiegen.
Holzbauquote in Deutschland war 2022 bei 21,3 %
Interessant ist, wie sich die Umsatzanteile nach Leistungsbereichen verschoben haben: Die Zimmererarbeiten bei Neubauten haben um vier Prozent auf 17 % abgenommen, gleichzeitig ist der Holzhausbau um vier Prozent auf 23 % gestiegen (Grafik 7). Das alles vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Baugenehmigungen um 14,3 % zurückgegangen ist. Damit verharrt die Holzbauquote auf 21,3 %. Spitze ist mit großem Abstand Baden-Württemberg mit einer Quote von 32,4 % (Grafik 8 + Grafik 1 - Karte).
Wichtig ist und bleibt: Bauen im Bestand
Stabil und mit 44 % der wichtigste Umsatzanteil ist das Bauen im Bestand: sanieren, renovieren und modernisieren. Die aufziehende EU-Sanierungspflicht lässt erwarten, dass das Volumen in diesem Bereich und der prozentuale Anteil wegen der zurückgehenden Anzahl von Neubauten ebenfalls wachsen. Bleibt die Frage, wann die auf Neubau spezialisierten Betriebe in diesen Markt drängen.
Vollkostenstundensatz eines Facharbeiters bei 70,51 Euro
Aber nicht nur ein Blick auf die gesamte Branche erschließt der Lagebericht, sondern gibt detailliert Aufschluss über die betriebswirtschaftliche Lage und Gelegenheit zu einem Benchmark (Grafik 9). Der Vollkostenstundensatz eines Facharbeiters im Zimmererhandwerk betrug 2021 70,51 Euro, der Stundenkostensatz 57,72 Euro und damit 1,8 % mehr als im Vorjahr. Der Bruttolohn für die Beschäftigten macht dabei nur 19,49 Euro aus.
Vollständiger Lagebericht
Den vollständigen Lagebericht findet Ihr auf der Website von Holzbau Deutschland kostenlos zum Download: Lagebericht 2023 mit Statistiken
Grafiken, Quelle: Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im ZVDB

















