Baustelle
ABS Safety GmbH
07.06.2023

Absturzsicherung beginnt im Kopf

Trotz insgesamt sinkender Zahlen sind die meisten tödlichen Arbeitsunfälle unter Beschäftigten auf dem Bau auf Stürze zurückzuführen. Mit 29 von insgesamt 105 tödlichen Unfällen, die der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im vergangenen Jahr gemeldet wurden, liegt der Anteil der Abstürze bei knapp einem Drittel. Bauprofis stürzen von der Leiter, vom Dach, nicht selten sogar durch das Dach. Rund jeder vierte tödliche Absturz in den vergangenen 13 Jahren ist ein Sturz durch nicht tragfähige Bauteile, meist Lichtbänder oder Dachplatten.
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Tatsache ist auch: Auf dem Markt existiert für so ziemlich jede Arbeitssituation eine (technische) Sicherungslösung, die einfach zu installieren, bequem zu nutzen und auch finanzierbar ist. Zumal die BG oft passende Förderungen anbieten. Einfaches Beispiel: In der Nähe von Lichtkuppeln, die über kein integriertes Auffangnetz verfügen, sollte eine Anschlagmöglichkeit vorhanden sein, also etwa ein Anschlagpunkt zum Anleinen. Beides ist schon lange Standard. Die Herausforderung ist aber häufig, Anschlageinrichtungen und seine persönliche Schutzausrüstung (gegen Absturz) auch konsequent und korrekt anzulegen.

Die Routine macht‘s

Für viele Beschäftigte auf dem Dach ist Zeitdruck ein Grund dafür, vorhandene Absturzsicherungen und PSAgA nicht zu nutzen. Sie sehen darin eine Störung der ansonsten flotten Arbeitsroutine. Das ist jedoch ein Denkfehler – umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wer im Anziehen seines persönlichen Auffanggurtes geübt und routiniert ist, den kostet das korrekte Anlegen nach wenigen Tagen nur noch ein oder zwei Minuten.

So einfach wie Schuhe anziehen

Für Thomas Reykers vom Schulungs-Team des Absturzsicherungsspezialisten ABS Safety ist das ein zentraler Faktor: „Bei unseren PSAgA-Unterweisungen ist die Einübung der richtigen Handgriffe ein ganz wichtiger Punkt. So etwas kann man sich nicht anlesen, das muss geübt werden, bis es von selbst läuft. So, wie sich die Schuhe zuzubinden. Schwerer ist das dann auch nicht mehr.“

„Persönlich“ heißt „sitzt gut“

Damit die Ausrüstung nicht nur richtig und bequem sitzt, sondern auch rasch angezogen und nicht jedes Mal komplett neu eingestellt werden muss, sollte jeder Dachprofi eine eigene Schutzausrüstung besitzen. Dass manche Betriebe einfach eine Box mit Ausrüstung zur Verfügung stellen, aus der sich jeder vor Arbeitsbeginn einfach bedient, hält Experte Reykers nicht für die beste Lösung: „Man spricht ja aus gutem Grund von der persönlichen Ausrüstung. Was für Sicherheitsschuhe gilt, sollte man auch bei Auffanggurten so handhaben: Meine eigene Ausrüstung passt mir am besten und sitzt auch bequem.“ Und angezogen ist der eigene Gurt dann eben auch mit nur wenigen Handgriffen.

Routinemäßig angeleint

Auch die sichere Nutzung von Anschlageinrichtungen – von Bandschlingen über Dachhaken bis zu Sekuranten und Seilsicherungssystemen – ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage der Arbeitsroutine. Hier setzen die Schulungen bei ABS Safety auf Praxisnähe. „Wir lassen Teilnehmende unserer Schulungen gerne mal für einige Augenblicke im Auffanggurt hängen. Die Wirkung auf den Einzelnen ist groß. Man bekommt doch ein ganz anderes Gefühl dafür, wie es sich anfühlen kann, nach einem Sturz im Gurt zu hängen“, berichtet Thomas Reykers.

Der ABS-Mann und seine Kollegen unterweisen jährlich mehrere hundert Bauprofis in der sicheren Anwendung von PSAgA gemäß DGUV R 112-198 und weiteren Sicherheitsthemen für Dachwerker. Die Unterweisungen erfolgen in den Schulungsräumlichkeiten am Firmensitz in Kevelaer und ebenso bei Betrieben vor Ort oder auf der Baustelle. Näher dran an der Praxis geht es kaum.

https://www.absturzsicherung.de/schulungen.html

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3 Kommentare
Steffen
06.12.2023
In Kanada ist es bereits seit langem Pflicht, sich auf einer "öffentlichen" Baustelle, gegen Absturz zu sichern und einen Fall Protection Plan auszufüllen und mitzuführen. Meine Meinung: es gibt durchaus Situationen, wo Absichern Sinn macht. Jedoch kann die Sicherungsausrüstung mit dem Seil, welches zur Stolperfalle werden kann auch manchmal lästig werden. Und dort mußt du, ab 10 feet (3m) Höhe eine Höhenschutzausrüstung tragen. Sprich beim Hochgehen einer Leiter. Dein Ticket ist 3 Jahre gültig und anschließend ist ein neuer Kurs notwendig, welcher 8 Stunden lang geht und meistens vom Arbeitgeber oder Gewerkschaft (Soka Bau) dort drüben, gezahlt wird.
Maggi
27.06.2023
Hi Lexe. Da hast Du einen unfassbar großen Schutzengel gehabt! Glück gehabt, das freut uns!Dies wird aber hoffentlich nicht mehr passieren, weil Du Dich hoffentlich spätestens seit dem Sturz gegen Absturz sicherst!? Weiterhin alles, alles Gute!
lexe
24.06.2023
den tiefsten sturz den ich je hatte . 10m . alles ging nur mit gelenkprellungen . uff
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