Wie hart trifft die rückläufige Baukonjunktur den Fertighaussektor?
Neubau-Preise stiegen um 16,4 %
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hat Anfang Februar in einer Pressemitteilung Stellung genommen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe spricht von steigenden Baupreisen und rückläufigen Baugenehmigungen: „Mit einem Jahresdurchschnitt 2022 von plus 16,4 % bei den Preisen für den Neubau von Wohngebäuden gegenüber dem Vorjahr war es die höchste gemessene Veränderung gegenüber einem Vorjahr seit Beginn der Erhebung im Jahr 1958.
Baugenehmigungen gehen zurück
Unter diesen Entwicklungen leidet der Wohnungsbau. Von Januar bis November 2022 gingen die Baugenehmigungen von neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 % auf rund 322.000 zurück.“
Auftragsrückgänge stoppen
Aktuell laufen die meisten Baustellen noch, meist sind die Aufträge schon vor längerer Zeit vergeben worden. Mit Blick auf die Zukunft sagt Pakleppa: „Es sind die hiesigen mittelständischen Bauunternehmen, die ihre Kapazitäten in den letzten 15 Jahren ausgebaut hatten, um Deutschlands Straßen, Brücken, Wohnhäuser, Schulen, Fabriken und Windräder zu bauen und zu sanieren. Aber schon jetzt sind im Wohnungsbau aufgrund der ausbleibenden Auftragseingänge Unterauslastungen absehbar. Es muss jetzt alles dafür getan werden, die Auftragsrückgänge zu stoppen. Andernfalls wird die Branche früher oder später Kapazitäten abbauen müssen.“
Ausblick in die Zukunft der Holz-Fertighäuser
„Auch wenn der Auftragseingang 2022 spürbar nachgelassen hat, sind die Unternehmen der Fertighausindustrie aufgrund ihres überwiegend hohen Auftragsbestands noch bis etwa Mitte 2024 ausgelastet. Aktuell registrieren unsere Hersteller ein wieder leicht ansteigendes Interesse am Thema Hausbau und an den Lösungen unserer Branche. Ein zunehmend wichtigeres Geschäftsfeld des Holz-Fertigbaus wird der serielle Wohnungs- und Objektbau,“ so Fabian Tews, Pressesprecher des BDF.
Aussichten im Fertighaussektor nicht schlecht
Die Aussichten sind also aktuell gar nicht so schlecht wie in der restlichen Baubranche erwartet. Das liegt auch unter anderem daran, dass der Fertigbauanteil bei Ein- und Zweifamilienhäusern im letzten Jahr einen neuen prozentualen Höchstwert erreicht hat, mit 23,5 Prozent. Im Süden Deutschlands mit mehr als 35 Prozent sogar deutlich mehr.
Eigenheim mit Garten bleibt beliebteste Wohnform
So blickt auch Tews positiv in die Zukunft: „Auch wenn der Gesamtmarkt für Ein- und Zweifamilienhäuser kleiner wird, sehen wir gute Zukunftschancen für die qualitätsgeprüften, energieeffizienten und klimafreundlichen Lösungen unserer Branche. Ein Eigenheim mit Garten ist die beliebteste Wohnform der Menschen in Deutschland und wird auch in Zukunft erstrebenswert für viele Menschen bleiben – als zukunftssicherer Lebensmittelpunkt und Rückzugsort sowie als inflationssichere Kapitalanlage und Altersvorsorge.“
Bilder:
• Bild 1: Die FertighausWelt Köln ist eine von sechs Musterhaus-Ausstellungen des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau. Foto: BDF/Emiliyan Frenchev
• Bild 2: Holz-Fertighäuser werden bei Bauherren immer beliebter. Foto: BDF/Emiliyan Frenchev
• Bild 3: Deutschlandkarte mit Fertigbauanteilen bei neu genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern 2022 nach Bundesländern. Grafik: Statistisches Bundesamt/BDF





